Ja, da hast du natürlich recht. Ich wünsche mir nur immer, dass er eines morgens aufwacht und denkt: "Mensch, wie sieht denn die Küche schon wieder auf - ich glaube ich räume mal auf!" oder: "Oh nein, da liegt ja ein Socken von mir auf dem Fußboden. Den könnte ich mal in den Wäschekorb legen." Sowas passiert aber leider echt selten. Man muss ihn richtig rumkommandieren damit er mal darüber nachdenkt: "Michael, wenn ich noch einen Socken von dir auf meinem Teppich finde, schläfst du 14 Tage auf dem Sofa. Los!" oder ich muss es auf die emotionale Tour machen: "Was denkst du eigentlich wer du bist! Ständig muss ich dir hinterherräumen! Ich habe langsam die Schnauze voll. Bald kannst du dir 'ne neue Freundin suchen!"
Manchmal könnte ich seine Mutter dafür an den Haaren ziehen, dass sie ihn so verhätschelt hat. Wenn er morgens zur Frühschicht zur Arbeit musste, ist seine Mutter mit ihm aufgestanden und hat ihm Frühstück gemacht.

Sie ist ja eigentlich eine nette Frau, aber in dem Punkt hat sie abgrundtief versagt. Er musste z.B. auch nie etwas essen, was er nicht mochte. Dann gab es eben was anderes. Ich halte das für verkehrt, wenn die Kinder noch kleiner sind. Ich wurde in dem Punkt komplett anders erzogen und bin heute sehr dankbar dafür, denn es gibt kaum etwas, was ich nicht esse. Zumindest bin ich gewillt es mal zu probieren. Er nicht.
Er hat sich GottseiDank auch schon wesentlich geändert seit wir zusammen sind. Er hat z.B. angefangen sein Handtuch aufzuhängen, wenn er es benutzt hat. Früher hat das auch seine Mama hinter ihm hergeräumt und er konnte gar nicht verstehen, warum es mich so aufregt, wenn er es einfach nass nach dem Duschen auf meinem Bett liegen lässt. Er hat angefangen Dinge zu essen, die ich koche und er kauft manchmal Brot (oder backt es selber), wenn er merkt, dass keins mehr da ist.
Daher habe ich auch noch nicht aufgegeben, was den Verhütungsteil angeht. Er ist NFP auch nicht grundsätzlich so negativ gegenüber eingestellt. Das ist eben immer nur phasenweise. Mein letzter Zyklus z.B. war anovulatorisch und da lief eben nichts. Das hat ihn ganz schön geschlaucht. Natürlich ist das keine Entschuldigung und ich nehme ihn auch nicht in Schutz, aber wenn er z.B. in der HL merkt, dass ich viel mehr Erregungsschleim habe als noch zu Pillenzeiten, sagt er manchmal auch was Positives darüber. In dem Männerforum in dem er manchmal unterwegs ist, schreibt er aber widerum auch gerne mal, dass er es schade findet, dass ich die Pille nicht mehr nehme, weil da eben die Spontanität ein bisschen flöten geht.
Dass er an NFP wenigstens ein bisschen interessiert ist, merke ich auch daran, dass er hier im Forum gerne mal mitliest. Das Thema Menstruation und Schleimauswertung meidet er dabei zwar so gut es geht, aber es ist nicht so als ob er es nur völlig blödsinnig finden würde.
Es kommt einfach immer sehr stark auf seine Laune an. Wenn er mal schlecht drauf ist, ist NFP eben "total ätzend" und wenn er dann gerade in einer grandiosen Stimmung ist, ist er auch zufrieden so wie die Dinge laufen. Ich glaube so richtig beschweren kann ich mich nicht.
