Ja, wie sieht es bei uns aus...
Um es kurz zu umreißen:
Wir sind beide berufstätig. Mein Partner ist letztes Jahr in seiner alten Fa. gekündigt worden - mangelnde Auftraglage.
Nach gut 2 Wochen hatte er schon wieder etwas gefunden, zurzeit arbeitet er dort auf €400 - Bass. Es ist nicht ganz das, was er gelernt hat, aber auch ein handwerklicher Beruf, und der Minijob dient der Einarbeitung.
Zum 1.5. soll er, wie es ausschaut, einen Festvertrag bekommen.
Ich bin kaufmännische Angestellte. Zusammen bringen wir etwa €2.700 - €3000 nach Hause. Wir wissen noch nicht genau, auf was er sich mit dem neuen Chef einigen wird.
Wenn ich lese, wa Du schreibst, kommen mir meine Sorgen geradezu lächerlch vor. Denn ich habe eine Vollzeitstelle, so gibt es ja dann erstmal auch noch Elterngeld.
Ich mach mir Sorgen, weil wir beide noch in Finanzierungen stecken. ch wegen einer "Altlast", wenn man es mal so nennen kann. Habe mit dem Partner vor dem jetzigen ein Darlehen aufgenommen. Mein damaliger Partner verstarb, und ich hatte/habe den Kram nun allein am Hals, muß den Rest alleine abtragen.
Und der Liebste hat zurzeit noch einen Wagen in der Finanzierung und halt noch nicht seinen neuen Vertrag. Wir wissen auch noch nicht, ob man sich darauf einig wird, eine Probezeit entfallen zu lassen oder ob es eine - wie oft üblich - 6monatige Probezeit geben wird. Eigentlich ziemlich banale, alltägliche Sachen...
Aber ich habe Achiß. Dass so ein Elterngeld nicht ausreichen würde, dass wir finanziell dann nicht mehr über die Runden kommen. Wenn ich daran denke, "verschuldet" sein und ein Kind bekommen, o weh. Obwohl ich das wahrscheinlich einfach viel zu krass sehe. Viele Menschen fnanzieren heute nicht nur ihre Häuser, sondern alles mögliche und machen sich noch lange nicht so einen Kopf darum.
Ich habe Sorge, dass wir das nicht packen. Und ich weiß nicht so recht, mit wem ich drüber reden kann. Drum werde ich sie hier einfach mal im Forum los. Klar weiß der Lieste um meine Bedenken, aber ansonsten gibt es da keinen, mit dem ich es besprechen könnte. Im Freundeskreis hab ich zurzeit nur Solo-Frauen, die haben da so gar keinen Kopf für. Hab das Gefühl, dass die sich gerade nicht so ganz in meine Lage versetzen können.
Ich bin nun 28 1/2 Jahre alt (wenn schon, dann genau!), habe mich "ausgetobt", bin ein wenig gereist, hab Abi, Ausbildung und Job. Eigentlich ne ganz gute Ausgangposition, wenn man es mal rein wirtschaftlich betrachtet.
Ich bin bereit, die Verantwortung des Mama-Daseins zu übernehmen. Ich korrigiere - wir sind bereit dazu.
Wir haben eine eingerichtete Wohnung (3 Zimmer), müßten theoretisch nur noch ein Babybett besorgen. Die äußeren Umstände wären da.
Aber anonyma hat Angst. Vor der neuen Situation. Ich weiß, dass ich diesbezüglich von meinen Eltern keinerlei Unterstützung zu erwaren habe. Das ist mein stiller, heimlicher Wunsch:
Eltern werden, das 1. Jahr voll da sein, auch das Elterngeld nutzen (man kriegt so wenig Unterstützung von Vater Staat, warum also nicht...). Und dann, damit der Verlust und das Durchkommen nicht zu herb wird, ab dem 2. Jahr wieder stundenweise, nach dem 3. Jahr wieder halbtags in den Job zurückkehren.
Dazu müßten aber Oma und Opa auch mitspielen. Und das, so bekam ich gerade gestern einmal mehr auf Butterbrot geschmiert, wird es nicht geben, da solle ich nicht einmal auf die Idee kommen, zu fragen.
Mal einen Samstagabend ein Enkelkind hüten, ja gerne. Aber nicht den Babysitter spielen in der Woche. Dazu hat mein Vater, wie er sich ausdrückt, keinen Bock.
Ganz schön krass, das verletzt mich so sehr. Ich bin jedes Mal wieder wie vor den Kopf geschlagen, empfinde das als persönliche Ablehnung, Ablehnung meines ganzen Lebensweges, Nicht-Respektierung meines Weges, den ich einschlagen möchte. Es geht nicht darum, dass se das tun sollen. Sondern in meinem Falle darum, dass es sich anfühlt, als würde ihr eigenes Fleisch und Blut (was Enkel ja nun mal sind), verneint, abgelehnt, und somit auch ich und mein ganzes Leben, mein Weg. Bißchen schwer zu erklären...
Und dann kommt das Gedankenkarussel: Ich möchte nicht mein Kind schon nach einem Jahr in eine Kita abgeben. Dann widerum denke ich, es gibt hier in der Nähe so ein "Tagesmütter und -väter e.V." Da geht bestimmt was, für zwei- oder dreimal die Woche stundenweise.
Ich weiß nicht wie ich das erklären kann: Ich habe keine Ahnung, was kommt. Eltern werden, ok, und was dann? Wie geht das nach dem Elterngeld weiter? Kriegt man dann noch etwas? Bezahlt dann irgendwer meine Kranken- und sonstwas-Versicherungen? Oder müssen wir das dann alleine tragen?
Wie würden wir klar kommen, wenn mein Schatz Alleinverdiener wär? Wie wär das für mich, ihn um Geld für´s Einkaufen, für ein Paar Schuhe, für wasweißich zu fragen?
Ich würde gerne, wenn das ginge, die ersten drei Jahre ganz für mein Kind da sein können.
Aber ich habe keinen Plan, wie das klappen könnte. Und ich will auch etwas zu unserem Einkommen und Auskommen beitragen können. Ich kann nicht von meinem Partner verlangen, dass er Belastungen von mir und dem Verstorbenen trägt und tilgt, die von vor seiner Zeit sind.
Mir geht einfach sehr viel durch den Kopf, und die Sache, dass meine Eltern da nicht hinter mir stehen, verletzt mich wirklich sehr. So sehr, dass gerade ein paar Tränchen kullern... Schmerz- und auch Wuttränen. Mein Vater haut Sprüche raus wie, in der heutigen Zeit sei es Wahnsinn, noch ein Kind in die Welt zu setzen, ob wir überhaupt wüßten, was so ein Kind kostet? Und dann wäre ja soweso alles vorbei, Reisen, sonstiger "Luxus" nebenbei, den wir uns hier und da schon mal erlauben.
Wenn ich ihn so reden höre, dann denk ich darüber nach, dass nach seiner Meinung alle, die Eltern und nicht gerade auf Managerposten sind, in dunklen Kellerlöchern bei Wasser und Brot hocken und ihr Dasein fristen.
Ich weiß, dass das Quatsch ist. Ich sehe täglich - auch im Job, bei Kolleginnen, die durch ihre Kinder mal kürzer, mal länger in Elternzeit gehen, dass es weiter geht. Anders, aber eben auch um so vieles reicher.
Gestern, als mein Dad sich da so hinein redete, fragte ich mich irgendwann, warum sie mich überhaupt bekommen haben.... Und fragte es laut. Uiui, da hättste bei sein müssen: Das war ja was ganz anderes, das waren andre Zeiten, nicht so wie heute, wo ja alles sooo scheiße ist, und man keinen Job mehr kriegt und als Mutter ja "nur noch" zu Hause sein kann oder putzen gehen oder irgendeinen Scheißjob machen kann. Weil heute, ja heute wollen die Arbeitgeber ja keine Mütter mehr haben, weil die ja dauernd wegen der Kinder ausfallen, immer in den Fereien Urlaub haben wollen und bla, bla, bla....
Mich macht das echt wütend, und ich weiß, dass vieles von dem was er sagt und wie er es sieht, nicht so ist.
Dennoch nagt es an mir, was wenn wir das nicht schaffen? Was wenn wir finanzell nicht über die Runden kommen? Was wenn ich nicht rechtzeitig einen Kindergartenplatz oder Kita - Pltz finde? Was wenn dieses, was wenn jenes?!?!?!?
Ach Menno!
Weißte, da geht man mit riesen Schritten auf die 30 zu, wünscht sich, nun langsam mal seßhafter, ruhiger zu werden, eine andere Bahn, das nächste Level einzuschlagen. Es fühlt sich gut und richtig an, diese Entscheidung zu treffen.
Und dennoch ist da so viel Sorge und Bammel vor dem Unbekannten. Und dennoch ist der Kinderwunsch bei uns beiden gegeben, aber dies und das drängt sich immer wieder dazwischen.
Und dann noch dazu die innere Stimme: Mann, warum läßt du dich so ins Bockshorn jagen? Warum vertraust du nicht mehr auf dich, auf euch. Scheiß auf das, was andere sagen, nur du mußt seinen Weg gehen, ncht die anderen. Hab mehr Vertrauen, warum wagst du´s nicht einfach, wenn der Wunsch doch nun mal da ist und der Partner dafür auch?
Entschuldigt diesen langen Text und die deutlichen Worte. Aber ich weiß zurzeit echt nicht, mit wem außer dem Liebsten ich mich darüber zurzeit austauschen kann.
Er hat dazu seine Meinung, und die ist anz klar. Er wünscht sich Kind(er), gerna auch schon jetzt, und ihm ist es scheißegal, was meine Eltern sagen, wa da bei mir noch im Hintergrund steht.
Er bezieht ganz klar Stellung, sagt, er weß um meine Lage und ist sich darüber bewußt, dass er, wenn jetzt schon Kinder, dann eben meinen Kram mitfinanzieren würde. Das ist ihm egal, es st ein Teil meines Lebens, gehört zu mir. Sagt er. Mann, was für ein Mann. Nur ein Quentchen seines Mutes und Vertrauens möcht ich haben. Er vertraut, dass wir das schaffen werden. Er sagt, das schaffen ganz andere, die ernähren mit dem, was einer von uns verdient, 4 Leute und fahren trotzdem nach Holland in Urlaub oder so was.....
Sorry, dass ich so einen megalangen Beitrag verfaßt habe, aber das mußte gerade mal raus. Ich weiß nicht, ob es so eine oder so eine ähnliche Sache hier im Forum schon mal gab?
Liebe Grüße von anonyma, die jetzt gleich zu ihrem Schatz ins Betti kriecht. Er liegt auf meiner Seite, damit die gleich warm ist, wenn ich ins Bett komme. Das macht er schon immer so, ist das nicht lieb???
