Oh Mensch

Ich war heute morgen bei meiner Gyn. Hatte mir eine lange Liste an Symptomen aufgeschrieben, damit ich ja nichts vergesse. Die letzten Tage habe ich mir schon Argumentationsketten zurechtformuliert...
Im Herbst war ich ja bei ihr zur Vorsorge, das erste Mal nach Umzug und so. Und ich (50 J.) wurde von ihr ja überhaupt nicht angesprochen auf Wechseljahre. Nur so oberflächlich, nach dem Motto "Soweit alles gut? Zyklus läuft noch?"
Aber wenn ich ich keine Ahnung habe, was alles mit den Wechseljahren einhergehen _kann_, wie komme ich denn dann auf die Idee, davon irgendwas bei ihr anzusprechen?

Nun, heute also mit meiner langen Sorgenliste bei ihr. Und ich sag nur "Schlafstörungen" und "depressive Phasen". Sagt sie: "Fehlen ja nur noch die Hitzewallungen von den Hauptsymptomen. Da können wir schon was machen."
Vor Erleichterung fing ich direkt an zu heulen

Sie: "Oh, ich merke, der Leidensdruck bei Ihnen ist sehr groß, da brauchen wir nicht erst irgendwas Pflanzliches auszuprobieren."
Mit Mühe habe ich noch zum Ausdruck gebracht, dass ich nach der Vorsorge im Herbst ziemlich verunsichert war, ob sie mich überhaupt anhören/ernst nehmen würde. Sagt sie: "Naja, wissen Sie, ich will halt nicht gleich jeder Frau Wechseljahrsbeschwerden an die Backe quatschen."

Joo - das würde ich auch nicht wollen, ist schon richtig. Aber als Ärztin sollte sie doch in der Lage sein, mit 2-3 Fragen auf den Busch zu klopfen

Ansonsten war sie durchaus einfühlsam heute und meinte dann noch, sie selber würde auch bioidentische Hormone anwenden

Sie dürfte so in meinem Alter sein.
Fazit: Bin schon in den richtigen Händen bei ihr

aber ich musste es echt selber ansprechen. Und für jemanden, der nicht gelernt hat "Wünsche" zu äußern und eigene Bedürfnisse in den Vordergrund zu rücken, ist das schon ein großes Ding.
Sitze schon wieder im Büro und habe mir die Namen von Gel und Kapseln natürlich nicht gemerkt. Bin aber trotzdem gespannt, wie sich das dann auf mein Wohlbefinden auswirkt.