Novocaine hat geschrieben:
Wenn ich eure Diskussion so mitverfolge, frage ich mich gerade wieso dann keine Begrenzung für den SH und TA in den Regeln sind, also dass die nicht ungefähr in einem bestimmten Zeitraum zusammenfallen müssen. Denn rein biologisch scheint es ja schlecht möglich zu sein, einen Schleimumschwung 8 Tage vor dem TA zu haben, der aber mit dem ES zusammenhängt?
Das kann passieren, wenn deine Temperatur einfach ums Verrecken nicht hochgehen will. ;) S. meine 24. Kurve.
Insgesamt ist sowas aber einfach zu selten, um dazu Regeln zu erfinden, denke ich. Diese ganzen wenn-dann-Dinge für Ausnahmesituationen würden so einen "Leitfaden" nur unnötig unübersichtlich machen. Und genau diese Bezeichnung impliziert, dass da immer noch ein paar Details sind, die nicht innerhalb eines solchen Buches abgedeckt werden können.
So, meine Gedanken hab ich mir gemacht, ich muss jetzt leider etwas ausholen. ;)
Ich hab mir zwei Studien aus NFP heute vorgenommen, Gnoth et al. und Barbata/Pravettoni. Zum einen, weil die dieselben Defintionen verwenden und zum anderen, weil die zweite auch nochmal graphisch dargestellt wird, also vermutlich von der Forschungsgruppe für gut befunden wurde.
Wenn man die beiden unzulässigerweise mal so ganz frech miteinander verrechnet, sieht das mit der Korrelation so aus:
Frage ist, einen wie großen Bereich will man abdecken? Reichen um die 80 % oder wollt ihr näher an die 100? Wenn nicht, nimmt man dann für die Temperatur noch die 2. hM noch mit rein oder nicht? Denn der Sprung bzw. Abfall von der 1. hM ist ja schon beträchtlich.
Danach würde sich m.M. auch die Anzahl der benötigten Farben richten, wenn man denn eine Abstufung zwischen "ganz schön wahrscheinlich" und "kann schon auch noch sein" haben will.
Ich hab jetzt mal ein kleines Experiment mit zwei Grundfarben für "da ist der ES auch manchmal" und "da ist der ES meist" (entsprechend der Linien im Excel-Diagramm) und einer "Schnittmengenfarbe" für "da dürfte er tatsächlich gewesen sein" gemacht.
Wenn der SH weit vor der 1. hM liegt, sähe das so aus:
Beide Varianten sind für sich möglich, welche von beiden stimmt, weiß kein Mensch. Bzw. kein Programm, ich weiß es in dem Fall schon. ;)
Bei SH drei Tage vor der 1. hM ergibt sich so ein Bild:
Die besonders ES-verdächtigen Intervalle überlagern sich noch nicht, ich hab einen verdammt breiten Balken, bei dem alles drin ist.
Diese ersten beiden Kurven zeigen, dass es ein ästhetisches und auch psychologisches Problem ist, ob man den ES "richtiger" eingrenzen will. Will man so einen dominanten Balken, so viele Farben, macht das die Userinnen irgendwie zufrieden, gibt ihnen das was? Oder kommen sie sich da verarscht vor, weil sie's anders gewohnt sind und es einfacher haben wollen, ob nun richtig oder nicht?
Im häufigsten Fall, bei dem der SH einen Tag vor der 1. hM liegt, kommt sowas raus:
Da ist dann tatsächlich diese Schnittmenge zweier "ganz schon wahrscheinlicher" Intervalle da und das sieht schon hübsch aus, find ich.

Aber es wäre eben noch 'ne Farbe mehr und wenn man bedenkt, dass da auch noch der Balken für die 1. hM irgendwo ist, weiß ich nicht, ob das für myNFP praktikabel wäre. Da sieht man ja dann bald die Kurve vor lauter Bunt nicht mehr.
Und ein eher technisch-mathematisch-gedankliches (sucht euch eins davon aus) seh ich, wenn der SH am Tag der 1. hM oder später ist:
Auf den ersten Blick nicht weiter verdächtig,
aber der ES ist noch
nie am Tag der 3. hM beobachet worden und da fängt's dann für mein kleines Gehirn an, kompliziert zu werden.
Man müsste da Regeln programmieren, nach denen ein vermutlicher ES den anderen "sticht" in Abhängigkeit von der zeitlichen Korrelation zwischen SH und 1. hM. Aber wann die ziehen sollten, müssten und was das für ein Aufwand wäre, ist mir momentan überhaupt nicht klar.
Vielleicht sollten wir das mit dem SH und dem Eisprung schnell wieder vergessen und ihr ändert einfach den "Zeitraum eines möglichen Eisprungs" in einen "Zeitraum eines wahrscheinlichen Eisprungs".
