Fixe Tage Freigabe am Zyklusbeginn gab es schon, bevor die AG NFP überhaupt existiert hat. Entstanden sind sie aus der praktischen Beobachtung seit den 50ern. Rötzer hat 1965 die Regel von 6 Tagen unfruchtbarer Zeit am Zyklusanfang veröffentlicht. 1978 sagt er dazu in einem Vortrag in den USA:
Zitat:
Until June 30, 1977 - this was the end of my research project for The Human Life Foundation of America - I had observed only one pregnancy resulting from intercourse on the sixth day of the cycle in 8,532 cycles in which the couples always assumed infertile days at the beginning of the cycle; that would mean a pearl index of less than 0.2.
QuelleDie WHO hat das später auf 5 Tage verkürzt und das wurde von der AG NFP anfangs übernommen.
Die Änderung zu "minus-8 sticht die 5-Tage-Regel" basiert auch nur auf 2 Schwangerschaften in gut 17000 Zyklen, die durch die neue Regel verhinderbar gewesen wären. Das sind einfach seltene Vorkommnisse bei einem PI mit einer 0 vorm Komma, da braucht man schon eine große Zyklenzahl, um die Schwachstellen einer Methode zu finden. Und dann ist es noch eine Abwägung zwischen Sicherheit und Akzeptanz. Für die Methodensicherheit wäre es natürlich am besten, gar keine unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang anzunehmen. Wie sich das auf die Gebrauchssicherheit auswirken würde, wäre die andere Frage.
Bei den Geschichten aus dem Bekanntenkreis muss man auch berücksichtigen, dass nicht jede Mens nur 5 Tage lang und nicht jede Blutung eine echte Mens nach Sensiplan-Kriterien ist. Außerdem weiß man bei Kalendermethoden nicht, ob der Zyklus davor einen ES hatte, also nach Sensiplan-Regeln eine Freigabe möglich gewesen wäre.
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