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 Betreff des Beitrags: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 5. Dezember 2018 12:23 
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Registriert: 15. April 2018 11:09
Beiträge: 6
NFP seit: April 2018
Hallo die Damen,

ich war gerade an einer Diskussion in einer der Facebook- Gruppen beteiligt und wir sind auf eine Frage gestoßen, die keine von uns beantworten konnte.
Daher hoffe ich jetzt auf euer geballtes Wissen. *sonne*
Es geht um methodenbedingte Schwangerschaften. In der 5. Auflage von "NFP heute" ist eine Beispielkurve für eine methodenbedingte Schwangerschaft (auf Seite 169) abgebildet.
GV an Tag 5
ehM an an Tag 11
SH an Tag 12
Schleim der Kategorie S+ ab Tag 6, davor Blutung.
So, jetzt kommt aber das komische, bei früheste höhere Messung ist ZT 11 eingetragen. Laut der aktuellen -8 Regel ist ja demnach nur noch eine Freigabe bis ZT 3 möglich. Es steht auch folgender Kommentar dabei: " Da nach der damaligen Methodenregel die ersten 5 Tage "generell" als unfruchtbar galten, handelt es sich hier um eine methodenbedingte Schwangerschaft."

Daher stellt sich die Frage, wann genau die -8 Regel dahingehend geändert wurde?

(Ist zwar im Grunde "wurscht", aber ich bin neugierig *zustimm* und fände es sehr interessant zu sehen, wie NFP immer weiter entwickelt wird *pfeif* )

Euer neugieriges Linchen

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Mittlerweile in NFP eingegroovt :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 5. Dezember 2018 13:20 
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Registriert: 8. März 2018 22:33
Beiträge: 36
NFP seit: 01/2018
Soweit ich weiß, gab es früher nur die 5-Tage-Regel. Und -8 ist dann entwickelt worden, um die Methode noch sicherer zu machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 5. Dezember 2018 13:41 
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Registriert: 26. Juli 2004 12:01
Beiträge: 12828
NFP seit: 8. Jan 04 mit Unterbrechungen
Soweit ich weiß, gab es die Minus-8-Regel bei Sensiplan bzw. der AG NFP schon immer, aber ursprünglich eben nur verlängernd. Ich habe hier die 4. Auflage N&S von 1990, da heißt es zur Minus-8-Regel:
N&S 1990 hat geschrieben:
Wenn die früheste erste höhere Messung am 12. Tag oder früher liegt, gilt nicht "früheste 1. höhere Messung minus 8", sondern "die ersten fünf Tage".


Ich habe im Kopf, dass es um 1996/1997 herum geändert wurde, finde dafür den Beleg aber nicht. Evtl. steht das auch in NFP heute? Die N&S-Ausgabe von 1997 wurde jedenfalls komplett überarbeitet, das würde also passen. Ich habe hier die Ausgabe von 1999, da ist schon die neue Regel drin (Minus-8 sticht 5 Tage).

(Und ich bin gerade froh, dass ich meine alten N&S-Ausgaben immer noch nicht aussortiert habe. :lol: )

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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 5. Dezember 2018 15:13 
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Registriert: 15. April 2018 11:09
Beiträge: 6
NFP seit: April 2018
Akelei hat geschrieben:
Soweit ich weiß, gab es die Minus-8-Regel bei Sensiplan bzw. der AG NFP schon immer, aber ursprünglich eben nur verlängernd. Ich habe hier die 4. Auflage N&S von 1990, da heißt es zur Minus-8-Regel:
N&S 1990 hat geschrieben:
Wenn die früheste erste höhere Messung am 12. Tag oder früher liegt, gilt nicht "früheste 1. höhere Messung minus 8", sondern "die ersten fünf Tage".


Ich habe im Kopf, dass es um 1996/1997 herum geändert wurde, finde dafür den Beleg aber nicht. Evtl. steht das auch in NFP heute? Die N&S-Ausgabe von 1997 wurde jedenfalls komplett überarbeitet, das würde also passen. Ich habe hier die Ausgabe von 1999, da ist schon die neue Regel drin (Minus-8 sticht 5 Tage).

(Und ich bin gerade froh, dass ich meine alten N&S-Ausgaben immer noch nicht aussortiert habe. :lol: )


Hey cool, dass du das noch rausgekramt hast :applaus: Jetzt bin ich wieder ein bisschen schlauer :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 5. Dezember 2018 19:36 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 25. März 2018 12:54
Beiträge: 63
Wohnort: Schweiz
NFP seit: 2018
Interessant. Danke fürs Rauskramen, Akelei.

Kann sich jemand denken, was die Überlegung hinter der alten Regelung war, also dass die ersten fünf Tage generell als unfruchtbar galten? Ich meine, frühe Eisprünge sind ja nicht so selten, dass die AG sie nicht auf dem Radar gehabt hätte, also muss sie ja angenommen haben, dass GV vor dem 5. Zyklustag "ungefährlich" ist, auch wenn er sechs oder noch weniger Tage vor dem Eisprung stattfindet. Kann es sein, dass sie gedacht haben, dass Mensblut die Spermien eh abtötet oder irgendwie sowas?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 5. Dezember 2018 20:00 
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Registriert: 26. Juli 2004 12:01
Beiträge: 12828
NFP seit: 8. Jan 04 mit Unterbrechungen
Die 5 Tage waren ja nur "frei", solange man sich trocken fühlte und keinen Schleim beobachten konnte. Ich denke, man ging davon aus, dass sich ein früher Eisprung rechtzeitig durch Schleim ankündigen würde.

Ich habe es jetzt nicht auf dem Schirm, aber ich glaube, dass das nicht so unüblich ist. Wenn ich es richtig im Kopf habe, geht Toni Weschler z. B. vor dem Eisprung nur nach dem Schleim und es gibt keine Minus-8-Regel o. ä. (was ja im Prinzip eine Kalendermethode ist).

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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 5. Dezember 2018 21:43 
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Beiträge: 63
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NFP seit: 2018
Aha, also generell die ersten fünf Tage unfruchtbar nur solange kein Schleim da ist. Das macht Sinn.

Da ist halt das Problem - eigene Erfahrung - dass frau durchaus schon während der Blutung Schleim haben kann; das kann allerdings sicher sehr leicht unbemerkt an einem vorbeigehen. Da bin ich sehr froh, dass die Regelung geändert wurde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 15. Dezember 2018 14:23 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 19. Februar 2012 00:54
Beiträge: 89
Interessant, dass die Regel geändert wurde. Allerdings wundert mich ein bisschen, dass man anfangs 5 Tage freigegeben hat (und nicht erstmal nicht, bis die Minus-8-Regel das erlaubt). Der Großteil der Geschichten, die ich von schiefgegangener Temperatur- oder Kalendermethode aus dem Bekanntenkreis kenne, sind "Sex während der Mens war doch nicht sicher". Allerdings sind das meist Geschichten von den jeweiligen Eltern, also nicht total zuverlässig. Und es sagt auch nichts über die Häufigkeit aus. Nichtsdestotrotz überrascht es mich. Weiß jemand was zu der Datenbasis, aufgrund der man sich für die 5 Tage entschieden hat?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 15. Dezember 2018 19:30 
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Inventar

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Beiträge: 2477
Wohnort: vor den 7 Bergen
Fixe Tage Freigabe am Zyklusbeginn gab es schon, bevor die AG NFP überhaupt existiert hat. Entstanden sind sie aus der praktischen Beobachtung seit den 50ern. Rötzer hat 1965 die Regel von 6 Tagen unfruchtbarer Zeit am Zyklusanfang veröffentlicht. 1978 sagt er dazu in einem Vortrag in den USA:
Zitat:
Until June 30, 1977 - this was the end of my research project for The Human Life Foundation of America - I had observed only one pregnancy resulting from intercourse on the sixth day of the cycle in 8,532 cycles in which the couples always assumed infertile days at the beginning of the cycle; that would mean a pearl index of less than 0.2.
Quelle

Die WHO hat das später auf 5 Tage verkürzt und das wurde von der AG NFP anfangs übernommen.

Die Änderung zu "minus-8 sticht die 5-Tage-Regel" basiert auch nur auf 2 Schwangerschaften in gut 17000 Zyklen, die durch die neue Regel verhinderbar gewesen wären. Das sind einfach seltene Vorkommnisse bei einem PI mit einer 0 vorm Komma, da braucht man schon eine große Zyklenzahl, um die Schwachstellen einer Methode zu finden. Und dann ist es noch eine Abwägung zwischen Sicherheit und Akzeptanz. Für die Methodensicherheit wäre es natürlich am besten, gar keine unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang anzunehmen. Wie sich das auf die Gebrauchssicherheit auswirken würde, wäre die andere Frage.

Bei den Geschichten aus dem Bekanntenkreis muss man auch berücksichtigen, dass nicht jede Mens nur 5 Tage lang und nicht jede Blutung eine echte Mens nach Sensiplan-Kriterien ist. Außerdem weiß man bei Kalendermethoden nicht, ob der Zyklus davor einen ES hatte, also nach Sensiplan-Regeln eine Freigabe möglich gewesen wäre.

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Übrigens kannst du im Kurvenreich mit der Strg-Taste mehrere Schleimeigenschaften pro Rubrik auswählen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wurde die -8 Regel früher anders angewandt?
BeitragVerfasst: 16. Dezember 2018 15:03 
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Registriert: 19. Februar 2012 00:54
Beiträge: 89
Danke für deine ausführliche Antwort, da sind einige Punkte dabei, die ich so nicht bedacht hatte.
Zitat:
Bei den Geschichten aus dem Bekanntenkreis muss man auch berücksichtigen, dass nicht jede Mens nur 5 Tage lang und nicht jede Blutung eine echte Mens nach Sensiplan-Kriterien ist. Außerdem weiß man bei Kalendermethoden nicht, ob der Zyklus davor einen ES hatte, also nach Sensiplan-Regeln eine Freigabe möglich gewesen wäre.

Auch das hatte ich nicht bedacht. Vielen Dank, Knoten im Kopf gelöst. :-)

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