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BeitragVerfasst: 3. Oktober 2007 19:34 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Dann bring ich hier mal etwas Licht hinein:
Diese "biogene Pille" bringt keine Vorteile!
Zitat:
Die Verhandlungen mit der Industrie ergaben: Eine „biogene Pille“ würde zu großen Umsatzverlusten bei den herkömmlichen Antibaby-Pillen führen!!! Hier waren also keine Bemühungen um den Gesundheitszustand der Frauen erkennbar! Kleinere Firmen, für die eine solche „Bio-Pille“ ein riesiges Geschäft wäre, müssen erst ihre „Mutterfirma" fragen, von der sie verständlicherweise keine Erlaubnis wegen Geschäftsschädigung erhalten!!!"......Zitat Ende

Sorry, absoluter bullshit, wenn ich das so sagen darf: jede neue Entwicklung bedeutet mehr Geld für die Pharmaindustrie, da hier wieder Patentschutz gilt! Patente für neue Medikamente gelten nur 5 Jahre, die Pharmafirmen sind also gezwungen, neue Medis zu entwickeln! Wenn diese Idee so revolutionär wäre, würden sie es auch machen (und soweit ich weiß ist eine derartige Pille auch schon in der Entwicklung!), also muss ein anderes Problem dahinterstecken.

Warum also gibt es diese Pille noch nicht?
Ganz einfach: Das körpereigene Östrogen, Estradiol, kann kaum resorbiert werden. Deswegen entwickelten die Pharmafirmen Ethinylestradiol, dass im Gegensatz zum Estradiol gut im Darm aufgenommen wird. Natürlich versuchte man es zuerst mit Estradiol, dies scheiterte eben an den extrem hohen Dosen, die man dem weiblichen Körper nicht zumuten wollte und welche die Pillenherstellung natürlich extrem verteuert hätten. Vom in der Pille vorhandenen Estradiol käme nämlich nur ein winziger Bruchteil im Körper an, der Rest wandert ins Abwasser (und hier ist die Wasserbelastung nicht zu vernachlässigen)
Es gibt schon Präparate mit Estradiol (im Stoff Estradiolvalerat gebunden, daraus wird im Körper Estradiol freigesetzt), hier braucht man aber enorme Dosen, die für den Körper auch wieder schlecht sind. Diese Präparate werden zur Hormonsubstitution bei Wechseljahresbeschwerden gegeben.
Wenn man sich die Nebenwirkungsliste dieser Präparate durchliest, findet man exakt dieselben Nebenwirkungen wie bei den Kontrazeptiva, auch den Libidoverlust.
Von der Seite kann es also nicht von Vorteil sein!
Auch die Thrombosegefahr ist genauso erhöht, sie ist einfach eine Nebenwirkung des Estradiols.

Diese Internetseite ist für mich einfach schon wieder ein Beweis dafür, wie einfach es Mediziner haben, Laien mit Fachbegriffen und Vorurteilen zu blenden, leider.
Und nebenbei: Der Typ hat wohl nie eine Pharmakologie Vorlesung geschweige denn eine Chemievorlesung besucht, sonst würde er nicht soviel Mist schreiben.
So, jetzt habe ich mich genug abreagiert!

Ich rate dir also dringend davon ab, dich auf ein derartiges Experiment einzulassen.

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BeitragVerfasst: 3. Oktober 2007 21:11 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 25. August 2007 21:12
Beiträge: 299
honigbienchen hat geschrieben:
Patente für neue Medikamente gelten nur 5 Jahre, die Pharmafirmen sind also gezwungen, neue Medis zu entwickeln!


Sorry, dass ich hier den kleinen Erbsenzähler mime... aber Patente gelten glaub ich bis zu 20 Jahren. Da potentielle Wirkstoffe nur sofort von den Pharmafirmen patentiert werden (sollten), bleibt bei der Einführung des Präparats nur diese kurze Zeit noch übrig. Ansonsten wirklich interessanter Beitrag *daumenhoch*


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 3. Oktober 2007 21:22 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Der Patentschutz für einen entwickelten Wirkstoff bzw eine Wirkstoffkombination gilt 5 Jahre ab Markteinführung. Der Patentschutz für die Gesamtzusammensetzung eines Medikamentes, also welcher Füllstoff, wieviel Fließ-und Pressmittel usw, auch dies beeinflusst die Wirkung maßgeblich, läuft (glaube ich) 20 Jahre (oder 30 *kopfkratz*, meine Pharmarechtlernzeit ist zu lange her) ab Markteinführung.
Nach 5 Jahren können also Generikafirmen die Wirkstoffe ebenfalls nutzen, müssen sich aber eine neue "Verpackung" für den Wirkstoff einfallen lassen.
(Das ist auch der Grund, warum einige Leute sagen, Generika wirken bei ihnen anders als das "Original".
Denn auch die sogenannten "Hilfsstoffe" in der Tablette, beeinflussen die Resorption.)
Aus diesem Grund ist es für forschende Pharmafirmen wichtig, neue Wirkstoffe zu entwickeln.

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BeitragVerfasst: 3. Oktober 2007 21:33 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 25. August 2007 21:12
Beiträge: 299
Hallo honigbienchen, hab Dir eine PN geschickt.


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