Ich bin mit Geburt als Thema bislang nicht befasst, aber beim Lesen des Urteils stieß mir öfter auf, dass die Ansichten der Hebamme permanent als ideologisch verblendet formuliert wurden, während im Gegensatz dazu die medizinische Sichtweise unhinterfragt als Fakt dargelegt wurde. Wie Standards zustandekommen wurde nicht hinterfragt, obwohl das genauso ideologisch ist, nur eben an einem anderen Ideal orientiert – das (soweit ich das mitbekommen hab zB in der
Ausschusssitzung gestern) oft genug an Profiten orientiert zu sein scheint.
Bezüglich der Meldepflicht von folgeschweren Komplikationen klang in der Petitionsanhörung auch an, dass das eh ein totales Chaos ist, denn niemand erhebt zB überhaupt Statistiken dazu, wieviele Hebammen es gibt. Es gibt nicht sowas wie einen Dachverband zB. Und auch die Kliniken werden nicht erfasst, das heißt, man kann überhaupt keine wirklichen Vergleiche ziehen dazu, welche Art der Betreuung unterm Strich besser funktioniert.
Dass von der Hebamme entsprechende Fälle nicht gemeldet wurden und somit die Datenlage verfälscht wurde, finde ich damit eines der wichtigsten Details.
Ohne entsprechende Datenlage ist es natürlich auch schwer, sich von ideologisch gefärbter Urteilsfindung freizumachen. Und so denke ich, dass das kein fairer Prozess war, aber dass dies nicht allein den Richtern in die Schuhe zu schieben ist, sondern der allgemeinen Situation geschuldet.
Und auch die Eltern hatten nicht wirklich die Möglichkeit, sich entsprechend zu informieren und haben daraufhin einer Person vertraut, mit der sie offenbar nicht die selbe Einstellung zu Leben, Geburt und Tod teilten.
Mich interessiert gerade noch: gibt es ähnliche Klagen gegen Ärzte in Krankenhäusern? Wie gehen die aus?
edit: übrigens ein Unding, dasss bei den öffentlich-rechtlichen die Sendungen nach ner weile depubliziert werden. *schnaub*