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Ich habe mich jetzt zwar noch nicht durch den ganzen Thread gelesen, aber immerhin schon etwa die Hälfte ;)
Es war auf jeden Fall schon mal viel wert für mich, hier so viele Erfahrungsberichte lesen zu können und damit nochmals meine eigene Entscheidung (am Montag kläre ich den Termin für Endometriumablation und wahrscheinlich auch Steri) zu reflektieren.
Zum Hintergrund: Ich bin 32, habe einen angeborenen Herzfehler, der mehrfach operiert wurde und mittlerweile, wenn auch ganz gut medikamentös eingestellt, mit Herzrhythmusstörungen und Lungenhochdruck zu tun. Gerade der Lungenhochdruck würde für mich (und das Kind) eine Schwangerschaft äußerst gefährlich machen. Früher (etwa vor 6 Jahren) habe ich mal von einem Kardiologen zu hören bekommen "und nicht schwanger werden! das ist Selbstmord!" mittlerweile scheint die Strategie der Ärzte eine sanftere zu sein "also wenn Sie schwanger werden möchten, dann muss das sehr gut betreut werden und sollte vorab auch hier (in der Ambulanz für angeborene Herzfehler) nochmals geklärt und die Voraussetzungen gecheckt werden". Ich meine, wer einen wirklich intensiven Kinderwunsch hat, wird sich von solchen Horrorgeschichten wie dem Arzt vor 6 Jahren nicht abschrecken lassen und so ist es den Ärzten wohl lieber, das wirklich kontinuierlich mitbetreuen zu können.
In Summe habe ich mich auf jeden Fall mit Gedanken zu Kinderwunsch und Schwangerschaft notgedrungen seit Beginn meiner Fruchtbarkeit auseinander gesetzt.
Verhütet habe ich anfänglich mit Kondom (nach 2 Unfällen mit meinem damaligen Freund, mittlerweile weiß ich wegen falscher Kondomgröße, und entsprechend 2x Pille danach um sicher zu gehen, habe ich mich für hormonelle Verhütung entschieden (etwa mit 18)). Habe später aber einfach mit Kondomen verhütet und nach 2 neuerlichen Versuchen mit Hormonen (wegen starker Blutung) dem endgültig abgeschworen ;). Bin seit sicher über 8 Jahren Pillenfrei und komme mit Kondomen auch recht gut aus. NFP habe ich auch eine Weile begleitend gemacht, war da aber meist nicht ausdauernd genug. Habe nun vor einem Monat wieder angefangen, was auch wirklich gut funktioniert, da ich eine nette kleine App habe, die mich zum Messen und Eintragen motiviert, und statt der Schleimbeobachtung auf Gebärmutterhalstasten gewechselt bin.
Trotzdem wird für mich immer klarer, dass leibliche Kinder keine Option für mich sind. Wenn ich Freundinnen oder meine Schwester bei Schwangerschaft, Stillphase und Kinder"aufzucht" ;) sehe, bestärkt das meine Meinung nur noch mehr, als dass ich wehmütig werde. Tatsächlich steigt bei mir sogar die Angst, schwanger zu werden. Bislang ohne negative Auswirkungen auf das Sexleben mit meinem Freund, aber das könnte sich auch ändern.
Mit der Sterilisation habe ich also auch schon länger geliebäugelt. Nun habe ich zusätzlich auch eine immer stärker werdende Menstruation. Dank Gerinnungshemmer war die ohnehin stärker als normal (über durchschnittlich 65 ml Blutverlust pro Mens kann ich nur herzaft lachen), aber mittlerweile ist mit einer langen Phase von Schmierblutungen vor der tatsächlichen Mens, tw. durchgebluteten Hosen und ständigem Wechsel vom Mooncup, manchmal in Kombi mit Binden wirklich eine starke Einschränkung in meiner Lebensqualität gegeben. Meine FÄ hatte mir nach mehreren Terminen die Endometriumablation vorgeschlagen. Kinder kriegen war eh kein Thema für mich und nach der Ablation sollte man das auch besser lassen, weil das Kind sonst massiv unterversorgt wird. Habe mich informiert, die Goldnetzmethode mit NovaSure entdeckt und war mittlerweile auch schon bei der Klinik, die das machen kann zum Vorgespräch. Damit kann die Blutung deutlich reduziert werden und möglicherweise komplett ausbleiben, da das Endometrium verödet wird und sich nicht mehr jeden Zyklus aufbauen kann. Für mich war es logisch, im Rahmen des Eingriffs eine Sterilisation gleich mit zu machen (ich muss immer meine Gerinnungshemmer für solch einen Eingriff umstellen, das wollte ich mir nicht 2x geben, da so oder so mind. 5 Tage stationärer Aufenthalt für mich entstehen werden). Die Berichte über eine möglicherweise verfrühten Menopause haben mich die letzten Tage etwas verunsichert. Da werde ich den Arzt auf jeden Fall nochmals Löcher in den Bauch (no pun intended ;)) fragen, wie hoch er das Risiko einschätzt. Wenn ich da ein kleines Zweifeln habe, werde ich nur die Ablation machen lassen, da ich im Grunde ja mit den Kondomen gut zurecht komme.
Mein Freund hat auf die Frage, ob er sich einen Eingriff (nur ganz hypothetisch in ferner Zukunft) vorstellen könnte, mit einem entschiedenen Nein geantwortet. Zu allem anderen war er primär der Meinung "egal, wie du dich entscheidest, ich stehe hinter dir, aber ich bin "endgültigen" Verfahren eher negativ gegenüber eingestellt". Ich finde beides OK und kann ihn auch verstehen. Einerseits habe ich sehr viel mehr Erfahrung, was durch so eine OP auf mich zukommen kann/ wird und zum anderen bin ich es ja, die klar weiß, dass sie keine Kinder will. Bei ihm ist die Entscheidung noch nicht ganz endgültig getroffen (dass er sich dann eine andere Frau suchen müsste oder ich mich mit einer Leihmutterschaft anfreunden müsste (was ich nach derzeitigem Stand der Dinge eine grässliche Vorstellung finde, vor allem für die austragende Frau, als auch für die Eltern, die beim leiblichen Kind dann die ganzen Prozesse der Schwangerschaft nicht so miterleben können), ist ihm klar; sollte bei der Steri tatsächlich die Eierstöcke anschließend nicht mehr so funktionieren, wäre auch diese Option wohl nicht mehr gegeben).
Und jetzt weiß ich gar nicht mehr, welche Fragen ich eigentlich stellen wollte, aber es hat schon mal gut getan, nochmal meine Gedanken aufzuschreiben. Und nach den Foren mit den überwiegend negativen Berichten über Komplikationen, fand ich es erfrischend hier doch überwiegend positive Berichte zur Sterilisation zu finden. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass NFP-Anwenderinnen, sich einfach besser mit ihrem Körper auskennen und sich auch mehr Gedanken machen, bevor sie eine so gewichtige Entscheidung treffen (so im Mittel betrachtet, nicht allgemein gesprochen ;)).
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