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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 21. Februar 2016 17:24 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 16. April 2014 12:03
Beiträge: 911
Wohnort: bei München
NFP seit: April 2014
Fatima hat geschrieben:
[...] Zahl der Verwandtschaft [...] wollte damit zeigen, dass wir eine große Zahl beschnittener Jungen und Männer kennen und da doch die Komplikationen irgendwann mal auftreten müssten. Irgendjemand hatte bei Akutkomplikationen eine Zahl bis 55 % in den Raum geworfen.

Aaah ja *lichtaufgeh* , ok, sorry, dieser Zusammenhang war mir nicht klar.

Fatima hat geschrieben:
Und warum sollte man keine erfüllte Sexualität haben? ich finde das sehr überheblich und stimme da völig mit dem Artikel von Hendryk Broder überein (de rwurde oben irgendwo verlinkt): Der Sex der anderen ist immer irgendwie besser oder irgendwie schlechter. Auf jeden Fall interessant.
Bei Männern sind Zeugunsfähigkeit und Orgasmusfähigkeit ja durchaus miteinander verknüpft.

Ja, eine physiologische Notwendigkeit, richtig. Ich wollte aber nicht überheblich rüberkommen, sondern in die Richtung zielen, die hier auch schon angesprochen wurde: dass im Kindesalter beschnittene Männer ja eigentlich keinen Vergleich haben... *nixweiss*

Der Hintergrund, weshalb ich überhaupt Interesse an diesem Faden habe, ist der, dass vor ein paar Monaten mein *mann* Probleme mit seiner Vorhaut hatte und ich mir schon Sorgen gemacht habe, ob das erst mit einer Beschneidung behoben sein würde (andere Fäden zum Thema hab ich gelesen). Hoffentlich war das nur vorübergehend und wird nicht mehr auftreten.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 21. Februar 2016 18:23 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 20. Februar 2015 17:43
Beiträge: 312
NFP seit: 02/2015
Bezüglich des Themas Geschlechterindentität: Danke Linette und Alana fürs Teilen - bestürzend, was da passiert ist, ich konnte es zunächst wirklich nicht glauben :shock: ist aber wahrscheinlich OT.

Fatima, zwei Dinge möchte ich gerne aufgreifen:
Fatima hat geschrieben:
Und auch Hygiene ist mir sehr wichtig.

Fatima hat geschrieben:
Ich denke, es spielt auch eine Rolle, ob ich in einem Industrieland aufwachse und im Falle einer Phimose dann erst mit Cremes, Behandlung etc herumprobieren kann und dann im "Notfall" immer noch eine Beschneidung machen kann.
Ich denke, Religion setzt da anders an: Weil man nicht überall die oben genannten medizinischen Möglichkeiten hat, werden alle beschnitten. Denjenigen, die eine Phimose gehabt hätten, nützt es und den anderen schadet es nicht. Und man hat sogar die Vorteile bei Hygiene; übertragung von Krankheiten


Wenn man so argumentiert, dann sucht man zunächst mal logische Argumente für das Ritual. Und gerade die, die du anbringst, finde ich hinreichend entkräftigt (siehe die verlinkten Infos aus einem früheren Post):
1. es gibt keine hygienischen Vorteile oder Vorbeugung vor Krankheitsübertragung, sondern tw. sogar Nachteile;
2. doch, es schadet so gesehen durchaus - u.U. hygienische Nachteile, Schmerzen [selbst zwei Tage Schmerzen würde ich nicht in Kauf nehmen ohne Nutzen], Infektionsrisiko nach dem Eingriff, Veränderungen beim Sex, Verlust des empfindsamsten Bereichs der Genitalien;
3. gerade hier bei uns gibt es aber medizinische Möglichkeiten, das würde ja bedeuten dass die Beschneidung unter diesem Aspekt zumindest in allen Ländern mit ausreichender medizinischer Versorgung unnötig wäre - eine prophylaktische Beschneidung für den Fall einer eventuellen, sehr seltenen pathologischen Phimose würde ich ähnlich sinnlos einstufen wie prophylaktische Dammschnitte bei der Geburt.

Du hattest geschrieben, die Studien würden dich nicht beeindrucken. Ich weiß nicht ob du damit die Zahlen bezüglich Komplikationsraten meinst oder die Studien über hygienische Aspekte. Ich bin nur der Ansicht, man kann nicht mit alten Studien bezüglich Hygiene argumentieren und dann diejenigen neueren ignorieren, die diese Theorie widerlegen. *hä*

Insgesamt bin ich aber der Meinung, dass all diese logischen Argumente unter religiösen Gesichtspunkten egal sein müssten: wenn ich glaube, dass Gott die Beschneidung fordert, dann muss es mir als Gläubigem letztlich egal sein, warum er dies tut, oder? Dann akzeptiere ich, dass es einen Grund gibt der mir mit meinem irdischen Verstand nicht ersichtlich ist oder sein kann, denn von meinem irdischen Standpunkt aus gibt es keine nachvollziehbaren Pro-Argumente und viele dagegen.
Vielmehr ist es für mich Religionsfreiheit, zu sagen "ja, es gibt viele Nachteile; aber ich entscheide mich dafür meinem Gott/meinem Glauben/meiner Religion zuliebe dieses "Opfer" zu bringen/diese Nachteile in Kauf zu nehmen, weil das für mich die Nachteile aufwiegt". Wenn jemand Gott zuliebe auf die vielen Nervenenden in seiner Vorhaut verzichten will, sozusagen. Dann ist der Nutzen für die Person aber weder hygienischer noch sonstwie medizinischer, sondern spiritueller Natur. Wichtig finde ich dabei eben, dass das jeder Mensch für sich selbst entscheidet, was er von sich für seine Religion hergeben möchte.

Ich hoffe es ist verständlich, worauf ich hinaus will. :oops: Ich finde es falsch, zu versuchen etwas logisch zu rechtfertigen, was man aus religiösen Gründen tut. Religion entzieht sich für mich der Logik. Ehrlicher wäre es in meinen Augen, die sachlichen Argumente objektiv zu betrachten und dann frei seine Entscheidung zu treffen. Da darf dann freilich jeder aus Religionsfreiheit auch gegen die sachlichen Argumente handeln, und das muss dann respektiert werden.
Anders formuliert: wenn jemand fordern würde, Beschneidung soll weiterhin wie gehabt durchgeführt werden dürfen weil sie ja so viele Vorteile bringt, würde ich diese Forderung absolut ablehnen wenn all diese vermeintlichen Vorteile empirisch untersucht und damit widerlegt werden können. Keine objektiven Vorteile, keine Beschneidung.
Wenn aber jemand klipp und klar sagt es ist egal, dass es keine objektiven, empirisch belegbaren Vorteile gibt weil es hier um eine religiöse Frage geht, dann kann man dem im Rahmen der freien Religionsausübung nur wenig entgegensetzen.

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Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag. B. Brecht ---- freut sich mit kleinem Hobbit 10/18 und Frühlingssternchen 04/21 * über das Frühlingskäferchen 04/22 und sucht aktuell Wildling Federn Fuchsia in Gr.33
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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 21. Februar 2016 18:54 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Guildenstern hat geschrieben:
Ich hoffe es ist verständlich, worauf ich hinaus will. :oops: Ich finde es falsch, zu versuchen etwas logisch zu rechtfertigen, was man aus religiösen Gründen tut. Religion entzieht sich für mich der Logik. Ehrlicher wäre es in meinen Augen, die sachlichen Argumente objektiv zu betrachten und dann frei seine Entscheidung zu treffen. Da darf dann freilich jeder aus Religionsfreiheit auch gegen die sachlichen Argumente handeln, und das muss dann respektiert werden.



Viele religiöse Gebote sind sehr gut logisch erklärbar, ein Teil davon ist heute noch genauso wichtig wie zu ihrer Entstehung, ein Teil ist es nicht.
Rauschmittel sind immer noch gefährlich, gute Küchenhygiene ist noch wichtig, Schweine sind heute kaum noch Krankheitsüberträger, da sie besonders streng kontrolliert werden. Mord, Ehebruch, Diebstahl etc. sind aus gutem Grund verboten.

Die logische Argumentation in religiösen Fragen bedeutet für mich immer, die Regeln hatten ursprünglicheinen Sinn und man kann sich fragen, ob er heute in der aktuellen Lebenssituation noch gegeben ist. Die Alternative wäre sie als unumstößlich und für den Menschen nciht nachvollziehbar zu sehen. Dann kann ich aber auch nicht logisch argumentieren.

Wenn ich hinterfrage, muss ich die Frage stellen, wo der Sinn der Beschneidung liegt und ob er heute noch gegeben ist. Wenn ich so frage, hält die Beschneidung von Jungen dieser Betrachtung nicht stand.

Die Beschneidung kann aus heutiger Sicht nicht logisch erklärt werden. Man muss ohne dieses Mittel entscheiden ob man diesem religiösen Gebot folgt oder nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 00:11 
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Kurven-Rätslerin

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Beiträge: 312
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Alana, ich denke wir meinen das Gleiche. Du fasst nochmal gut in Worte was ich nur schwer ausdrücken konnte. *freunde*

Und ja, viele religiöse Gebote sind für mich logisch zu erklären (meiner Überzeugung nach gab uns Gott die Gebote ja zu unserem Nutzen, nicht zu unserem Schaden oder um zu ärgern - daher auch mein Problem mit der Beschneidung unter religiösen Gesichtspunkten: was wollte Gott mit diesem Gebot? Oder ist es tatsächlich als Opfergabe zu betrachten? Aber das sind eher theologische Fragen, hier wahrscheinlich OT). Manche aber eben nicht, und da stellt sich mir als religiösem Menschen ja die Frage, inwiefern ich mir anmaße das zu trennen. Ob ich also nur noch solche Gebote befolge, die sich mir logisch erschließen bzw. die unter logischen Gesichtspunkten auch heute noch von Wert sind. Oder ob ich der Autorität meines Glaubens (Gott oder auch religiösen Führungspersönlichkeiten) die Rolle zugestehe, mir Dinge vorzuschreiben die ich nicht einsehe oder die heute keinen Nutzen mehr bringen.

Beim Schweinefleischkonsum ist das so ein Fall: wir vermuten, dass es dabei um die Rolle als Krankheitsüberträger ging (klingt auch für mich sehr überzeugend). Da dieser Faktor heute vom Tisch ist, könnten ja theoretisch alle Juden und Muslime bedenkenlos Schweinefleisch verzehren. Wenn sie das nicht tun, dann aus dem Grund, dass sie das göttliche Gebot nicht in Frage stellen (wollen), und wir alle respektieren das. Wenn ein Jude oder Muslim jetzt in der Sache Schweinefleisch herginge und das Gebot als heute nicht mehr bedeutsam interpretierte, müsste das in meinen Augen auch mit der Beschneidung so gemacht werden: auf heutige Bedeutung und Nutzen hinterfragen und dann konsequenterweise nicht mehr durchführen. Wer hingegen der Auffassung ist, dass das warum des Schweinefleischverbots irrelevant ist, der wird auch in Sachen Beschneidung sehr wahrscheinlich dieser Auffassung sein. Das müssten wir dann genauso respektieren und landen damit in dem Dilemma, dass wir es hinsichtlich der weitreichenden Konsequenzen des Eingriffs und der übergangenen Selbstbestimmung der betroffenen Minderjährigen nur schwer akzeptieren können.

Insofern schließe ich mich da Marit an: aus religiösen Gründen muss es wohl toleriert werden.
Was mich nicht los lässt: was machen wir dann mit der weiblichen Beschneidung/Genitalverstümmelung? Konsequenterweise müssten wir doch auch diese dann tolerieren, da auch sie kulturell-traditionell oder tw. religiös motiviert ist (wer entscheidet denn, wann eine kulturelle Tradition oder Praxis den Namen "Religion" bekommt?) Oder geht es dabei um rein juristische Begrifflichkeiten: irgendwer in Deutschland hat mal irgendwann irgendwie Religion definiert, und nur deswegen geht das eine aus religösen Gründen in Ordnung, obwohl es unter einigen Gesichtspunkten genauso schlimm ist wie das andere, welches aber verboten werden kann weil es nicht "religiös", sondern "kulturell"/"traditionell" motiviert ist? *hä* Weiß da irgendwer von euch weiter?

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 00:34 
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Kurven-Rätslerin

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Beiträge: 226
Irgendwie fehlt mir gerade in dieser Debatte das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Religionsfreiheit hin oder her, jeder sollte das machen, was er/sie meint das richtige für einen selbst zu sein. Aber doch bitte nicht bei Kindern. Wenn sie die Ansichten ihrer Eltern in der Glaubensfrage übernehmen, werden sich Männer der Prozedur der Beschneidung freiwillig unterziehen und das ist dann auch in Ordnung. Kindern diese Entscheidung abzunehmen und ihnen absichtlich eine irreparabele Verletzung zuzufügen, halte ich, aus welchen Gründen auch immer für nicht vertretbar. Prinzipiell wäre ich dafür, dass Kinder generell erst mit dem Ausübungsrecht ihrer Religionsfreiheit (mit 14).in eine Glaubensgemeinschaft eingeführt werden dürften mit Ritualen, "Opfern" und Verpflichtungen (zum Beispiel durch eine Taufe mit all seinem Zeremoniell). Aber das ist ja nicht die Frage hier. Aber Beschneidung bleibt bei aller Verherrlichung oder Verharmlosung eine Körperverletzung, die absolut ok ist, wenn ich sie mir wünsche (ist bei Tattoos, Piercings, Schönheitsoperationen auch nicht anders) und mich bewusst zu diesem Schritt entscheide, aber Eltern sollten diese Entscheidung nicht über den Kopf eines Kindes hinweg entscheiden dürfen. Und wenn sich jemand bewusst dazu entschließt sollte es auch als kosmetischer Eingriff behandelt werden.

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"Und wenn du friedlich gegen die Gewalt nicht ankommen kannst, ist das letzte Mittel, das uns allen bleibt, Militanz" Danger Dan


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 11:08 
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NFP-Guru

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@ stubentiger

Im Judentum ist die Beschneidung von Jungem am 8. Lebenstag unumstößlich laut Zentralrat der Juden.
Muslime haben keine enge zeitliche Begrenzung.

Allerings kommt für mich hier wieder ins Spiel, dass die Heilung im Säuglingsalter wohl besonders gut verläuft, auf der andren Seite Einsicht und Wille des Kindes völlig fehlen, wenn man diesen EIngriff so früh durchführt. Auch das könnte Teil einer Güterabwägung sein. Allerdings, je früher der Eingriff stattfindet umso weniger ist das Kind an der Entscheidung beteiligt.

Ich finde es nicht richtig Kinder zu beschneiden, aber natürlich habe ich leicht reden, es nicht nicht meine Religion, die das vorschreibt.
Religiöse Rituale, die dauerhafte Folgen haben erst mit der Religionsmündigkeit zuzulassen finde ich schon eine ziemlich krasse Forderung, auch wenn es im Kern meine Meinung trifft, dass das Kind die Entscheidung selbst treffen sollte. 14 ist ein ziemlich hohes Alter als frühester Zeitpunkt für diese Entscheidung. Zumal mit einer Taufe auch wenig Schaden entstehen kann. Schlimmstenfalls schluckt jemand ein bisschen Wasser, bei Ritualen, bei denen man komplett ins Wasser geht.

@ Guildenstern
Nochmal zur Frage, ob man religiöse Gebote darauf prüfen sollte, ob sie noch aktuell sind. Ich finde das gar keine so einfache Frage. Die Frage ist ja auch, akzeptiert man, dass diese Regeln von Menschen in ihrer damaligen Zeit aufgestellt wurden und damals sinnvoll waren? Oder sieht man ale Regelungen als direkt von Gott kommend und unumstößlich? Wer darf das auslegen und auf welcher Grundlage?
Das regelt jede Religionsgemeinschaft verschieden.
Wer aus einer evangelischen oder katholischen Landeskirche kommt, hat eine Gemeinschaft als Hintergurnd, die die Wissenschaftliche Auseiandnersetzung mi ihrer Schrift anerkennt, weiß, dass zu verschiedenen Epochen Menschen verschiedener Herkunft an der Schrift beteiligt waren.
Christen lernen meist schon sehr früh, das mindestens 4 Menschen an der heiligen Schrift beteiligt waren.

Für den Koran gilt diese Ansicht nicht. Es ist ein Schriftstück, nach dem Glauben so diktiert worden, wie Gott diese Schrift gewollt hat. Ein perfektes, unumstößliches Werk. Manche Gläubigen lehnen auch die Übersetzung ab, sogar in ihre Muttersprache. Man beschäftigt sich durchaus mit der Auslegung des Koran, aber die Grundlage ist eine völlig andere als bei der Bibel. Das kann man nicht so einfach wegwischen, bei aller Kritik, die Muslime währen nicht Kritisch genug mit ihrer Schrift, darf man das, m. E. nicht vergessen, dass die Grundlage eine völlig andere ist.


Im Judentum haben Diskussionen über die Schrift eine lange und wichtige Tradition. Aber auch hier, es wird anders gehandhabt als viele von uns es kennen.

Und dabei bitte nicht vergessen, dass es auch christliche Gemeinschaften gibt, die einer logisch- wissenschaftlichen Bewertung ihrer Relgion nicht positiv gegenüber stehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 11:12 
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nicht mehr ganz so neu

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Beiträge: 93
Zitat:
Du hattest geschrieben, die Studien würden dich nicht beeindrucken. Ich weiß nicht ob du damit die Zahlen bezüglich Komplikationsraten meinst oder die Studien über hygienische Aspekte. Ich bin nur der Ansicht, man kann nicht mit alten Studien bezüglich Hygiene argumentieren und dann diejenigen neueren ignorieren, die diese Theorie widerlegen. *hä*


Mit welchen Studien habe ich denn argumentiert? *kopfkratz*

Zitat:
Insgesamt bin ich aber der Meinung, dass all diese logischen Argumente unter religiösen Gesichtspunkten egal sein müssten: wenn ich glaube, dass Gott die Beschneidung fordert, dann muss es mir als Gläubigem letztlich egal sein, warum er dies tut, oder? Dann akzeptiere ich, dass es einen Grund gibt der mir mit meinem irdischen Verstand nicht ersichtlich ist oder sein kann, denn von meinem irdischen Standpunkt aus gibt es keine nachvollziehbaren Pro-Argumente und viele dagegen.
Vielmehr ist es für mich Religionsfreiheit, zu sagen "ja, es gibt viele Nachteile; aber ich entscheide mich dafür meinem Gott/meinem Glauben/meiner Religion zuliebe dieses "Opfer" zu bringen/diese Nachteile in Kauf zu nehmen, weil das für mich die Nachteile aufwiegt". Wenn jemand Gott zuliebe auf die vielen Nervenenden in seiner Vorhaut verzichten will, sozusagen. Dann ist der Nutzen für die Person aber weder hygienischer noch sonstwie medizinischer, sondern spiritueller Natur. Wichtig finde ich dabei eben, dass das jeder Mensch für sich selbst entscheidet, was er von sich für seine Religion hergeben möchte.

Ich hoffe es ist verständlich, worauf ich hinaus will. :oops: Ich finde es falsch, zu versuchen etwas logisch zu rechtfertigen, was man aus religiösen Gründen tut. Religion entzieht sich für mich der Logik. Ehrlicher wäre es in meinen Augen, die sachlichen Argumente objektiv zu betrachten und dann frei seine Entscheidung zu treffen. Da darf dann freilich jeder aus Religionsfreiheit auch gegen die sachlichen Argumente handeln, und das muss dann respektiert werden.
Anders formuliert: wenn jemand fordern würde, Beschneidung soll weiterhin wie gehabt durchgeführt werden dürfen weil sie ja so viele Vorteile bringt, würde ich diese Forderung absolut ablehnen wenn all diese vermeintlichen Vorteile empirisch untersucht und damit widerlegt werden können. Keine objektiven Vorteile, keine Beschneidung.
Wenn aber jemand klipp und klar sagt es ist egal, dass es keine objektiven, empirisch belegbaren Vorteile gibt weil es hier um eine religiöse Frage geht, dann kann man dem im Rahmen der freien Religionsausübung nur wenig entgegensetzen.


Das habe ich viellciht schlecht formuliert. Ich suche keine logischen Argumente für die Beschneidung. (E sging hier ja von vorneherein um religiöse Beschneidungen). Für mich gilt (und das trifft auch auf andere Bereiche und Gebote zu), dass ich zuerst das befolge, was mir als Gläubiger von Gott vorgeschrieben wurde. E sKÖNNTE aber sein, dass es darin eine Weisheit gibt. Manchmal ist sie offensichtlich, manchmal nicht.
Und du sprichst indirekt ein Problem der Studien an: Studien widersprechen sich. Was früher als absolut belegt galt, ist heute überholt, egal in welchen Bereichen. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren wieder ganz andere Studien zum Thema Beschneidung. Insofern vertraue ich da meiner Religion absolut, dass sie mir nichts vorschreiben würde, was irgendwie schädlich wär, sondern im Gegenteil Gutes und Nützliches.
Und wenn du eine rein religiöse Argumentation akzeptierst, dann freut mich das. Aber wenn man die posts auch hier am Anfang des Threads liest, ist für viele eine religiöse Argumentation eine Argumentation 2.Klasse und man solle doch jetzt bitte mal "ein richtiges Argument" bringen. Damit kann ich leben. Aber mir ging es in meinen Posts vor allem auch darum zu zeigen, dass eine Beschneidung nicht automatisch "barbarisch" ist und die Eltern hirnlos und brutal sich am Kind vergreifen ohne darüber nachgedacht zu haben. Ich finde das sehr verletzend, denn das unterstellt mir eine grenzenlose Gefühlskälte meinen Kindern gegenüber.
Natülrlich ist mir klar, dass eine Beschneidung ein medizinischer Eingriff ist und z.B. Entzündungen auftreten könnten. Aber ich hoffe, dass das nicht passieren wird.

Und wenn eine Beschneidung aus religiösen Gründen akzeptiert wird, möchte ich bitte auch keine gutgemeinten Vorschläge à la "naja, man könnte doch eine Ersatzhandlung erfinden, z.B. eine kleine Mandarine schälen" . Das habe ich als Leserkommentare in Zeitungen mehrmals gelesen. Da würde ich mir als Jüdin veralbert vorkommen.

Körperliche Unversehrtheit /Entscheidungsfreiheit:
Ich entscheide als Elternteil doch tagtäglich über und für mein Kind. Nur weil es ein medizinischer Eingriff ist, heißt es nicht automatisch, dass diese Entscheidung schwerwiegender ist.
Religion fängt für mich übrigens auch nicht erst mit 14 an. Wir erziehen unsere Kinder auch in vielen anderen Bereichen religiös.
Zumal ich glaube, dass in diesem Alter eine Beschneidung wesentlich komplizierter wäre. Darauf wurde ja auch eingegangen, z.B. Erektionen, vorhandenes Schamgefühl.

Zitat:
Und ja, viele religiöse Gebote sind für mich logisch zu erklären (meiner Überzeugung nach gab uns Gott die Gebote ja zu unserem Nutzen, nicht zu unserem Schaden oder um zu ärgern - daher auch mein Problem mit der Beschneidung unter religiösen Gesichtspunkten: was wollte Gott mit diesem Gebot? Oder ist es tatsächlich als Opfergabe zu betrachten? Aber das sind eher theologische Fragen, hier wahrscheinlich OT). Manche aber eben nicht, und da stellt sich mir als religiösem Menschen ja die Frage, inwiefern ich mir anmaße das zu trennen. Ob ich also nur noch solche Gebote befolge, die sich mir logisch erschließen bzw. die unter logischen Gesichtspunkten auch heute noch von Wert sind. Oder ob ich der Autorität meines Glaubens (Gott oder auch religiösen Führungspersönlichkeiten) die Rolle zugestehe, mir Dinge vorzuschreiben die ich nicht einsehe oder die heute keinen Nutzen mehr bringen.

Ja, ich glaube, das ist der Kernpunkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 12:18 
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NFP-Gräfin

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Ich schrieb ja, dass es bei der Beschneidung um eine Güterabwägung geht. Bei der männlichen Beschneidung kann man da durchaus zu anderen Ergebnissen kommen, als bei der weiblichen. Bei der männlichen Beschneidung gibt es zwar Risiken und Nebenwirkungen, aber bei der weiblichen Beschneidung sind diese deutlich schwerwiegender. Ich habe daher keine Schwierigkeiten, die eine zu tolerieren und die andere nicht.
Ich würde ja z.B. auch keine Menschenopfer dulden, nur weil es eine Religion vorschreibt. Darin besteht ja eben die Natur der Güterabwägung: Wieviel Schaden und Nutzen entsteht jeweils durch die Maßnahme bzw. deren Verbot? Und offenbar ist bei uns eine politische Mehrheit bereit, die männliche Beschneidung unter bestimmten Voraussetzungen zu tolerieren, die weibliche aber nicht, weil die Risiken im einen Fall als geringer angesehen werden als der Gewinn an religiöser Identität, während dies im anderen Fall anders ist.

Es gibt übrigens durchaus eine historisch-kritische Auseinandersetzung von Muslimen mit dem Koran, der Islam ist genausowenig einheitlich wie Christentum und Judentum, genauso von Traditionen beeinflusst und von Menschen gelebt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 12:49 
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NFP-Guru

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Marit hat geschrieben:
Es gibt übrigens durchaus eine historisch-kritische Auseinandersetzung von Muslimen mit dem Koran, der Islam ist genausowenig einheitlich wie Christentum und Judentum, genauso von Traditionen beeinflusst und von Menschen gelebt.


Ja, natürlich. Dennoch ist diese Sichtweise nicht so verbreitet wie im Christentum und das darf man meiner Meinung nach einfach nicht vergessen in der Diskussion.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 14:01 
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Inventar

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Ich finde, das hat aber auch gar keine Bewandtnis in der Diskussion. Ich kann für den Islam nicht so ganz sprechen, aber für Christentum und Judentum. Die Beschneidung wie auch die Taufe sind zentrale Bestandteile der jeweiligen Religion. Ohne diese Akte gehört man nicht dazu. Es sind Zueignungsrituale. Das Kind wird damit in den Machtbereich Gottes gebracht. Nur das getaufte/beschnittene Kind hat Anteil an der besonderen Zuwendung Gottes im Diesseits oder Jenseits. Egal wie aufgeklärt oder historisch-kritisch-reflektierend (dabei heißt kritisch übrigens nicht "negativ eingestellt" oder "trennend", sondern urteilend bzw. entscheidend und meint, dass eine Auslegung den historischen Kontext der Entstehung beachten muss) eine Religion ist, wird sie nicht von ihren Grundfesten absehen. Übrigens empfinde ich Region nicht per se als unlogisch und finde eine solche Annahme auch beleidigend. Religionssysteme sind in sich oft sehr logisch. Nur muss man halt die Prämissen annehmen oder nicht. Manchmal versteht man die Logik auch nicht gleich, weil es sich um Jahrhundertealte Systeme handelt, die uns nicht mehr sofort zugänglich sind. Und zu den Logiken der Religionen gehört in der Regel, dass das Seelenheil über sehr moderne Werte wie körperliche Unversehrtheit gestellt wird. Das liegt zum einen im Alter der Systeme begründet und zum anderen dahin, dass der Körper als vergänglich angenommen wird. Mit der Seele oder wie man das auch immer in der jeweiligen Systemen nennen kann, hat man wesentlich länger zu tun.
Zu den medizinischen Wirkungen kann ich mich mangels Kenntnissen nicht wirklich äußern, weiß aber mittlerweile, dass Studien immer nur so gut sind, wie die, die sie erstellt haben. Bei einem Gespräch mit einem Rabbiner, das sehr ehrlich war, kam raus, dass die Nebenwirkungen sehr auf das Können des Mohel ankämen, aber trotzdem sehr selten seien. Es gibt sie aber.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 14:46 
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NFP-Gräfin

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Oh, es gibt durchaus Juden, die auf die Beschneidung ihrer Söhne verzichten und andere Symbolhandlungen vornehmen. Und im Urchristentum gab es Auseinandersetzungen, ob Nichtjuden überhaupt Christen sein können. Das Christentum wurde von vielen als Weiterentwicklung des Judentums aufgefasst. Wenn diese Richtung sich durchgesetzt hätte, müssten Christen sich an alle jüdischen religiösen Vorgaben halten, solange sie dem Gebot der Nächstenliebe nicht widersprechen. Da aber letztlich auch Nichtjuden als Christen akzeptiert wurden, hat sich das Christentum weiter vom Judentum wegentwickelt. Es hat aber Gründe, dass die Bibel nicht nur aus dem neuen Testament besteht.
Langer Rede kurzer Sinn: Religionen können sich durchaus auch in ihrem Kernbestand verändern, sind darin aber natürlich sehr träge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 15:39 
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Moderatorin

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Ich finde es an der Stelle auch wichtig, dass die genannten Religionen sehr heterogen sind. In der Diskussion klingt es teilweise so, als ginge es hier um eine Sache, die an Judentum und Islam gebunden wäre. Dass das nicht aufgeht, sieht man ja bspw. mit einem Blick in die USA oder zu den koptischen Christen. Europa ist da mit seiner geringen Beschneidungsrate halt auch nicht das Maß aller Dinge. Das zeigt sich - um den Blick mal über den europäischen Tellerrand hinaus zu heben - u. a. auch in den befürwortenden Positionen der American Academy of Pediatrics (AAP) und der WHO zur Beschneidung.*)

Wenn man sich das bewusst macht, werden m. E. auch Argumentationslinien à la "westlich-aufgeklärte Welt vs. Religion" hinfällig. Eine amerikanische Studie aus den USA hat festgestellt, dass dort die Beschneidung v. a. davon abhängt, ob der Vater des Kindes beschnitten ist und nicht davon, wie aufgeklärt die Eltern sind: "The strongest factor associated with the circumcision decision was whether or not the father was circumcised". Und: "In addition, controlled trials of programs to educate parents about the lack of medical indications for routine newborn circumcision have shown that parental education has little impact on the circumcision decision." (Quelle für beides)

*) Beide Links habe ich diesem Interview entnommen: Beschneidungsdebatte: “Auf beiden Seiten durch heftige Polemik gekennzeichnet”

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 16:14 
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@ Akelei

Ist dir bewusst, dass Zellen aus abgeschnittene Vorhäuten in den USA auch vielfach genutzt werden und somit auch finanzielle Interessen mit im Spiel sind?
http://www.deutschmedizin.com/items/view/19678
Laut New York Magazine sollen Zellen aus Verhäuten auch für Schonheitsbehandlugnen genutzt werden. Auch in der Stammzellforschung werden sie gerne genutzt, da man so die Nutzung von Embryonen umgehen kann.

Ebenso wie bei der Entnahme von Nabelschnurblut bleibt die Frage, ob Eltern überhaupt darüber entscheiden dürfen Gewebe oder Körperflüssigkeiten dem Kind vorzuenthalten, nur weil sie irgendjemandem helfen könnten, oder sogar ganz ohne sinnvollen Grund. Ästhetik, Hygiene etc. sind aus meiner Sicht nicht haltbar. Alles wogegen eine Vorsorgliche Beschneidung hilft verhindern auch Hygiene und Kondome. AN seinem ästhetischen empfinden könnte man auch arbeiten, statt es sich mit einer Operation an einem anderen Menschen einfach zu machen.
Für so etwas harmloses wie Blutspende gibt es immerhin auch ein Mindestalter, ausreichende Gesundheit und auch Freiwilligkeit werden eigentlich überall vorausgestetzt.

Aber gerade in Bereichen, die wirklich Nachteile für das Kind bringen können, dürfen einfach die Eltern entscheiden? Wenn es Nachteile für das Kind haben kann, ein medizinischer Eingriff ist und weder mit Religion noch einem Medizinischen Befund begründbar ist sollte es verboten sein, finde ich. Beschneideung, Nabelschnurblutspende, alles, wovon das Kind eigentlich nur Nachteile hat.

Die USA sind doch nicht der Nabel der Welt.

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BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 16:22 
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Inventar

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Marit hat geschrieben:
Oh, es gibt durchaus Juden, die auf die Beschneidung ihrer Söhne verzichten und andere Symbolhandlungen vornehmen. Und im Urchristentum gab es Auseinandersetzungen, ob Nichtjuden überhaupt Christen sein können. Das Christentum wurde von vielen als Weiterentwicklung des Judentums aufgefasst. Wenn diese Richtung sich durchgesetzt hätte, müssten Christen sich an alle jüdischen religiösen Vorgaben halten, solange sie dem Gebot der Nächstenliebe nicht widersprechen. Da aber letztlich auch Nichtjuden als Christen akzeptiert wurden, hat sich das Christentum weiter vom Judentum wegentwickelt. Es hat aber Gründe, dass die Bibel nicht nur aus dem neuen Testament besteht.
Langer Rede kurzer Sinn: Religionen können sich durchaus auch in ihrem Kernbestand verändern, sind darin aber natürlich sehr träge.

Das ist mir durchaus bewusst, aber: 1. was einzelne Gläubige in ihrer Religion tun, ist in der Regel für die Gesamtheit/die Glaubensgemeinschaft irrelevant bzw. wird von der Gruppe ausgesondert. 2. was in der Entstehungszeit einer Religion passiert, ist nicht vergleichbar. Die Entstehung des Christentums hatte keinen Einfluss auf die Beschneidung im Judentum wegen 1.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 22. Februar 2016 16:26 
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Inventar

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Alana hat geschrieben:
Die USA sind doch nicht der Nabel der Welt.

Warum dann aber die europäische Meinung? Wir sind auch nicht der Nabel der Welt. Wenn man die USA und sie muslimischen Gebiete (ein großer Teil Afrikas und Teile Südostasiens) zusammen nimmt, ist es ein ziemlicher großer Teil der Welt, wo Beschneidung normal ist.

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