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BeitragVerfasst: 22. August 2007 15:24 
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NFP-Kaiserin

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Beiträge: 10333
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das.kraeuterhexi hat geschrieben:
Und das ist der Punkt wo ich an dem Sozialsystem in Deutschland zweifle, weil für mich persönlich würde mehr Geld rausspringen, wenn ich arbeitslos wäre.

Sag ich doch: es muß sich wieder lohnen, arbeiten zu gehen! Hut ab, dass Du Dich trotz netto weniger Geld jeden Tag aufrappelst!!!!

Leider haben aber viele Deine Einstellung nicht und gammeln sich lieber durchs Leben ... Und genau das ist es, was mich so wahnsinnig ärgert - ich unterstütze durch meine Steuergelder nicht nur Menschen wie Miranda, sondern zahle auch den bequemen Lebenswandel von anderen. *zunge*


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BeitragVerfasst: 22. August 2007 15:28 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 1. Oktober 2006 10:08
Beiträge: 658
Danke für die Tips Miranda *freunde*

Mit Wohngeld hab ichs schon versucht, da hab ich keinen Anspruch drauf. Dafür verdien ich lustigerweise schon wieder zu viel :roll:

Ich hab auch schon überlegt ALGII nebenbei zu beantragen, wie du schon gesagt hast, es gibt die 100 Euro Einkommens-Freibetrag und zusätzlich 20% ab dem 101. Euro ;-) Im Endeffekt würd ich dann vielleicht noch ein paar Euro dazu bekommen.

Nur bin ich nicht gerne von anderen abhängig, außerdem ich würde dort als Nicht-Vollzeit-beschäftigt gelten und müsste mich somit alle 3 Monate beim Vermittler vorstellen, müsste Bewerbungen schreiben und hätte nur Gerenne um den Papierkram zu erledigen. Ich weiß bei meinen derzeitigen Arbeitszeiten garnicht ob ich überhaupt Zeit hätte mal zum Amt zu gehen, ich hab auch abends nicht mehr den Nerv noch Anträge auszufüllen und Bewerbungen zu schreiben usw. Also solange das noch ohne Hilfe geht, werd ich lieber finanziell bissel kürzer treten.

Wegen der Hort-Beiträge: ich zahl ja auch nicht den Höchstbetrag, bei uns ist das nach Einkommen gestaffelt. Nur zahlt ein ALGII-Empfänger bei uns generell nichts, während ein Angestellter mit dem selben Einkommen was zahlen muss.

Naja Deutschland eben :roll:

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BeitragVerfasst: 22. August 2007 15:42 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 1. Oktober 2006 10:08
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Püppi hat geschrieben:
das.kraeuterhexi hat geschrieben:
Und das ist der Punkt wo ich an dem Sozialsystem in Deutschland zweifle, weil für mich persönlich würde mehr Geld rausspringen, wenn ich arbeitslos wäre.

Sag ich doch: es muß sich wieder lohnen, arbeiten zu gehen!


Seh ich auch so, manchmal frag ich mich auch, warum ich mir das überhaupt antue. Um mich herum wohnen soviele Leute, die den ganzen Tag zu Hause sind und Zeit für sich und ihre Familie haben, während ich mich jeden Tag abracker und genausoviel krieg wie die.
Und von den ALGII-Empfängern die ich kenne, sind ca. 50 % meiner Meinung nach zu faul zum arbeiten. Kenne da z.B. ne Frau, die hat bei jeder Arbeit die ihr angeboten wird eine andere Ausrede. Mal ist es eine Allergie, so dass sie z.B. nicht an der frischen Luft arbeiten kann, mal ist es ihr Rücken der angeblich weh tut und nu hat se sich noch ein Attest vom Arzt geben lassen, dass sie nervlich nicht belastbar ist. Aber jeden Tag draußen sitzen, quatschen, abends ausgehen usw., das geht komischerweise. Und dann am liebsten noch jeden Tag lautstark über das böse böse Amt meckern, was zu wenig Geld zahlt und sie hat ja nix mehr zu essen und kann sich keine Kippen mehr holen usw. *zunge* Sowas sieht man hier leider oft.

Und leider schauen sich die Kinder das von ihren Eltern ab. Sie fangen 3 Ausbildungen an und fliegen jedesmal raus, weil sie früh nicht pünktlich sind oder weil sie nur rumjammern, dass es zu anstrengend ist. Die kriegen das Nichts-Tun schon anerzogen.

Wie gesagt, ich möchte das bei weitem nicht verallgemeinern, natürlich gibts solche und solche. Aber irgendwas läuft doch hier schief, dass es einem Arbeitslosen besser geht als jemandem der jeden morgen um 5 aufsteht und zur Arbeit geht.

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BeitragVerfasst: 22. August 2007 16:24 
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NFP-Gräfin

Registriert: 31. Dezember 2006 22:35
Beiträge: 4146
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NFP seit: 1989-2008
Hm, ich verstehe schon euren Frust Püppi und Hexi,


aber Hexi, wenn du kein Wohngeld bekommst, kann dein Einkommen so niedrig nicht sein, denn fürs Wohngeld kann man schon wesentlich mehr verdienen, als Hartz IV.

Ich habe auch zu Zeiten, als ich noch verdient habe(Teilzeit) immer Wohngeld bekommen, auch als es 1,5 Verdiener in der Familie gab.

Und da kam ich mir nicht so super arm vor, ehrlich gesagt.

Das ist jetzt also nicht ganz glaubhaft für mich, deine Aussage, du bekämst soviel wie ein Arbeitsloser, zumal Kindergeld auf Wohngeld nicht angerechnet wird.

LG, Anne

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Tuscany, neurodivers , 60, mit Mann und 4 erwachsenen Kindern, seit 2009 ohne Eierstöcke, Brustkrebs 08 und 25


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BeitragVerfasst: 22. August 2007 17:16 
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nicht mehr ganz so neu

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Also ich verstehe den Frust nur zur Hälfte...

man sollte meinen, in einem reichen und hochtechnisierten Land wie dem unsrigen (in dem inzwischen z.B. vor allem im Bereich der Arbeiten, für die keine besonders hohe Qualifizierung benötigt wird, Maschinen verwendet werden) es doch möglich sein sollte, jedem Bürger eine angemessene finanzielle Lebensgrundlage zu sichern!

Aus meiner Sicht fehlt es den allermeisten StaatsgeldbezüglerInnen definitiv NICHT am Willen zum Arbeiten!! Ich kenne beruflich und privat etliche Leute die auf HarztIV angewiesen sind oder es waren und es hat den wenigsten Spaß gemacht "auf der faulen Haut" zu liegen. Im Gegenteil - wie hier ja auch schon geschrieben wurde - waren die meisten äußerst betroffen davon, wie man aus dem gesellschaftlichen Leben so rausfällt, weil für viele Dinge, die das Leben lebenswert machen, eben auch das Geld vorhanden sein muss (wie zum Beispiel auch der gesundheitsbewusste und verhütete Geschlechtverkehr, aber auch Kino, Wandertag für die Kids, Geburtstagsgeschenke ETC...).

Ich könnte sofort in die Tischkante beißen, wenn ich mir überlegen, wie Firmen Unmengen von Knete einstreichen, Vorstände sich die Bezüge erhöhen und Geld am Staat mit allen erdenklichen Mitteln vorbeischleusen.

Der wahre Fortschritt wäre, wenn man die Leute, die keine Lust haben zu arbeiten, weil sie lieber Bilder malen oder Musik in Bahnhöfen machen oder in Hauseingängen Gedichte schreiben oder ein Ehrenamt wahrnehmen wollen oder einfach keinen Bock auf den Materialismus und Konsum haben - sprich: einen alternativeren Lebensentwurf für sich gern praktizieren mögen - sie in Herrgottsnamen dies machen lassen.

Ich geh ganz gern arbeiten, mal mehr mal weniger, und nehme dafür auch gern Geld. Aber wer darauf keine Lust hat, dem sei das meines Erachtens gegönnt.

Es ist peinlich, dass "wir" nicht in der Lage sind/ sein wollen, dies zu stemmen.
Natürlich finde ich nicht, dass ein so genanntes bedingungsloses Grundeinkommen 3000 Euro netto sein müssen... aber für ein WÜRDIGES soziales Dasein sollte es schon reichen. Und was Miranda und andere betroffene hier schreiben, klingt danach nicht.
Ich ziehe ehrlich den Hut vor Euch, wie Ihr das schafft, mit dem bisschen Geld zu leben, zu lieben und die schönen Seiten des Lebens trotz allem zu genießen!

Grüße

Luh


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BeitragVerfasst: 22. August 2007 17:31 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 1. Oktober 2006 10:08
Beiträge: 658
Miranda hat geschrieben:
Hm, ich verstehe schon euren Frust Püppi und Hexi,

aber Hexi, wenn du kein Wohngeld bekommst, kann dein Einkommen so niedrig nicht sein, denn fürs Wohngeld kann man schon wesentlich mehr verdienen, als Hartz IV.

Ich habe auch zu Zeiten, als ich noch verdient habe(Teilzeit) immer Wohngeld bekommen, auch als es 1,5 Verdiener in der Familie gab.

Und da kam ich mir nicht so super arm vor, ehrlich gesagt.

Das ist jetzt also nicht ganz glaubhaft für mich, deine Aussage, du bekämst soviel wie ein Arbeitsloser, zumal Kindergeld auf Wohngeld nicht angerechnet wird.

LG, Anne



Ich kenne die Wohngeldtabelle nicht, die in deinem Landkreis existiert, aber da wo ich wohne bekomme ich lt. Berechnung nichts. Glaub es oder glaub es nicht, es ist leider so.

Edit: Man muss dabei allerdings auch noch berücksichtigen, dass bei der Wohngeldberechnung das Bruttoeinkommen berücksichtigt wird, also da interessierts nicht was ich im Endeffekt raus hab :roll:

Naja über das Thema kann man glaub ich Stunden debattieren, ändern können wir doch eh nix dran *nixweiss*

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BeitragVerfasst: 22. August 2007 18:31 
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NFP-Kaiserin

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miss_luh hat geschrieben:
Der wahre Fortschritt wäre, wenn man die Leute, die keine Lust haben zu arbeiten, weil sie lieber Bilder malen oder Musik in Bahnhöfen machen oder in Hauseingängen Gedichte schreiben oder ein Ehrenamt wahrnehmen wollen oder einfach keinen Bock auf den Materialismus und Konsum haben - sprich: einen alternativeren Lebensentwurf für sich gern praktizieren mögen - sie in Herrgottsnamen dies machen lassen.

Ich geh ganz gern arbeiten, mal mehr mal weniger, und nehme dafür auch gern Geld. Aber wer darauf keine Lust hat, dem sei das meines Erachtens gegönnt.

Ähm, habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Du bereit wärst, von Deinem verdienten Geld jemanden zu bezahlen, der als "alternativen Lebensentwurf" im Hauseingang des Bahnhofs aus Spaß an der Freude Gedichte schreibt???

Nee, ich definitiv nicht! Ich liebe zwar meinen Job, aber wenn ich vom Staat ausreichend Geld bekommen würde, hätte ich dann auch gern jedes halbe Jahr eine Auszeit von 4 Wochen bei annähernd gleichem Geld ...

Wer wirklich aus irgendwelchen Gründen nicht arbeiten kann, soll jede mögliche Unterstützung bekommen, aber garantiert nicht der faule Jungspund von nebenan, der lieber den ganzen Tag vor seinem Rechner hockt anstatt sich selber mal in den Hintern zu treten und arbeiten zu gehen!

"Alternative Lebensentwürfe" soll von mir aus ruhig haben wer will - aber bitteschön nicht mit meinem Geld! Wer sowas will, soll selber zusehen, wovon er Lebensmittel kauft!


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BeitragVerfasst: 22. August 2007 21:56 
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NFP-Gräfin

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Hallo Ihr ,

miss_luh, hab Dank für deine warmen Worte!!!

das.kraeuterhexi hat geschrieben:
Edit: Man muss dabei allerdings auch noch berücksichtigen, dass bei der Wohngeldberechnung das Bruttoeinkommen berücksichtigt wird, also da interessierts nicht was ich im Endeffekt raus hab :roll:



Beim Wohngeld werden vom Brutto Abzüge gemacht, um das bereinigte Einkommen zu berechnen. Pauschal eine Summe(etwas über 70 Euro (76?) Werbungskosten bzw. soviel wie das Finanzamt anerkennt, da kannst du z. auch die Kinderbetreuung zum großen Teil abziehen, dann extra noch 30% wenn du KK, RV und Steuern(und da kommst du als Alleinerzieehnde sicher günstig, da das auch gilt, wenn du weniger Steuern bezahlst) bezahlst, wenn eins davon nicht, dann 10% weniger usw.

Steuerrückzahlungen werden wie das Kindergeld nicht als Einkommen gezählt, Unterhalt dagegen schon.

Also da kommt als Berechenungsgrundlage schon viel weniger raus, als dein Brutto. Wenn das immer noch über der Wohngeldgrenze ist, dann ist dein Einkommen definitiv weit über Hartz IV Niveau.

Hier:

http://www.wohngeldantrag.de/geld/einkommen.htm

kannst du es dir anschauen und auch online berechnen lassen bzw. dich tel. beraten lassen.

Bei uns gibt es übrigens nur Befreiung oder voller Satz bei den Kita gebühren, da bist du mit einer Staffelung schon gut dran, finde ich.

Ich bekomme für mich und 3 meiner Kinder für Leben und Wohnen(also alles) 322,00 Euro von Amt ausgezahlt. Ich schreibs nur mal, weil oft viel mehr vermutet wird. Rest ist Kindergeld und Unterhalt, also Zahlungen, die andere Mütter, die nicht vom Amt leben, auch bekommen! Da bekommt manch Verdiener-Familie mehr an staatlichen Mitteln(z.B.Eigenheimzulage, Subventionierung von Kinderkrippenplätzen z.B. ist sehr teuer!).

So, und wer das gerne zum Leben bekommen will, der kann sich das ja besorgen :mrgreen: . Vel Freude damit!

GEZ habe ich übrigens nur wenig, da wir keinen Fernseher haben.

Ich bin trotz des wenigen Geldes glücklich, wenn ich will 8-), aber ich habe wirklich sehr zu jonglieren. Würde sehr gerne arbeiten gehen und Geld verdienen!

LG, Anne

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Tuscany, neurodivers , 60, mit Mann und 4 erwachsenen Kindern, seit 2009 ohne Eierstöcke, Brustkrebs 08 und 25


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BeitragVerfasst: 23. August 2007 07:35 
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Hochlagenjunkie

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Hallo Mirande!

Es ist schade, dass ich dir den Wohngeldbescheid nicht zeigen kann und dass du meine Lohnzettel nicht kennst. Ich glaub hier kann ich schreiben, was ich will du glaubst mir doch eh nicht.

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BeitragVerfasst: 23. August 2007 08:57 
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NFP-Kaiserin

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Miranda hat geschrieben:
Würde sehr gerne arbeiten gehen und Geld verdienen!

Miranda, darf ich mir mal die persönliche Frage erlauben woran es liegt? Kannst Du aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten oder wegen Deiner kleinen Kinder oder gibt es bei Euch einfach keine Jobs?


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BeitragVerfasst: 23. August 2007 10:19 
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NFP-Gräfin

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das.kraeuterhexi hat geschrieben:
Hallo Mirande!

Es ist schade, dass ich dir den Wohngeldbescheid nicht zeigen kann und dass du meine Lohnzettel nicht kennst. Ich glaub hier kann ich schreiben, was ich will du glaubst mir doch eh nicht.


Hexi,

ich glaub dir, daß du recht wenig Geld hast und kein Wohngeld bekommst,
saß es aber im Hartz IV Bereich ist, glaub ich nicht.

LG, Anne

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BeitragVerfasst: 23. August 2007 10:35 
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NFP-Gräfin

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Püppi hat geschrieben:
Miranda hat geschrieben:
Würde sehr gerne arbeiten gehen und Geld verdienen!

Miranda, darf ich mir mal die persönliche Frage erlauben woran es liegt? Kannst Du aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten oder wegen Deiner kleinen Kinder oder gibt es bei Euch einfach keine Jobs?


Hallo Puppi,

ich bin alleinerziehend mit 3 Kindern, die Kleinsten 5 und 7 Jahre alt, ohne Führerschein und ohne Auto, auf einem Dorf, von dem aus 6 Busse täglich in die nächste Stadt fahren.(12km, mit Fahrrad nicht bei jedem Wetter zu schaffen).

Ich kann nicht wegziehen, bevor die Scheidung nicht durch ist und die Eigentumsfragen geklärt sind. Bezahle noch ein Haus ab und gemeinsame Schulden 8-) .

Die Sitation entstand so, da ehem.Ehemann sich anders orientierte(andere Frau).
Er ist mitlerweile obdachlos. Hat die Kinder in den letzten 10 Monaten 3 Tage hier betreut, also von daher kommt nicht viel.

Sie haben mir auf dem Arbeitsamt knallhart gesagt, daß sowieso niemand mich nimmt. Ich soll mal gucken, ob ich vllt, irgendwo Geld erben kann :shock: , damit ich mich evtl. selbstständig machen kann. :mrgreen: , ansonsten können sie mich nur verwalten, bei mir lohnt nicht mal ne Fortbildung aus Amtssicht *zunge* .

Ein Euro Job scheiterte wegen Depression im Zuge posttraumatischen Belastungssyndroms(Gewalterfahrungen). Sobald ich wieder fit bin, kümmere ich mich weiter, ist nur schwierig, da ich nur sehr begrenzt Busfahrkarten kaufen kann(1-2x wöchentlich), dann ist das Etat schon alle und ich muß auch noch zu Behandlungen, und die Kinder auch mal zum Arzt, bzw. in die Stadt.

Da muß man wirklich jeden Euro rumdrehen.

Ja, alles selbst eingebrockt natürlich, wie das ganze Leben ;-).

Dazu gibt es hier offiziell 23% Arbeitslosigkeit(inoffiziell etwa die Hälfte, sind halt viele in Maßnahmen oder rausgerechnet), da hat man schon mit einem Kind und nicht alleinerziehend kaum Chancen ;-) .

Ich denke, in max. 2 Jahren streiche ich hier meine Segel und ziehe nach Franken, aber vorher muß ich eben noch abwarten und klären. Der 2te Sohn kann ohne größere Probs nur hier in Sachsen Abi machen.
Die Kleinen kann ich mitnehmen, Grundschule geht ja noch zum umziehen.

Jaja, ist alles nicht so einfach, wie von außen betrachtet!

Bin trotzdem ein glücklicher Mensch!

LG, Anne

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BeitragVerfasst: 23. August 2007 10:59 
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Püppi hat geschrieben:
miss_luh hat geschrieben:
Der wahre Fortschritt wäre, wenn man die Leute, die keine Lust haben zu arbeiten, weil sie lieber Bilder malen oder Musik in Bahnhöfen machen oder in Hauseingängen Gedichte schreiben oder ein Ehrenamt wahrnehmen wollen oder einfach keinen Bock auf den Materialismus und Konsum haben - sprich: einen alternativeren Lebensentwurf für sich gern praktizieren mögen - sie in Herrgottsnamen dies machen lassen.

Ich geh ganz gern arbeiten, mal mehr mal weniger, und nehme dafür auch gern Geld. Aber wer darauf keine Lust hat, dem sei das meines Erachtens gegönnt.

Ähm, habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Du bereit wärst, von Deinem verdienten Geld jemanden zu bezahlen, der als "alternativen Lebensentwurf" im Hauseingang des Bahnhofs aus Spaß an der Freude Gedichte schreibt???

Nee, ich definitiv nicht!


Ja Püppi, mir ist das echt piepe.

Ich finanziere ja auch auf andere Art und Weise den Staat, Straßenbau, das Kiezcafé, Forschung usf., da würde es mir nichts ausmachen auch ein paar Leute zu finanzieren, die keine Lust aufs Arbeiten haben.

Außerdem gibt es diese Leute so oder so, zum Arbeiten zwingen kann man auch mit noch niedrigeren Versorgungsgeldern (Kürzung von HarztIV, damit sich der Anreiz erhöht) eh keinen. Wer wirklich nicht arbeiten will, der drückt sich, wie es nur geht. Das aber unter diesem Stigma "arbeitslos" dann auch all diejenigen leiden, die herzlich gerne arbeiten würden, es aber nicht genug Arbeit gibt für die und die dann auch noch mit einem vermeintlich motivierenden Niedrigstgeld abgespeist werden, das finde ich schlimm.

Meine Vision von Staat sieht so aus, dass jede/r ein akzeptables Geld bekommt, sagen wir mal 800 Euro im Monat, Kinder bis 14 vielleicht 400 Euro. Wer sich was Besonderes leisten will, geht zu diesen 800 Euro dazuverdienen. Es gibt einen Einheitssteuersatz von, sagen wir 40 %. Das wäre dann vielleicht ein Anreiz, nur halbtags zu arbeiten oder dreiviertel und schon wären wieder Arbeitsplätze frei für Leute, die momentan keine Arbeit finden. Muttis könnten ohne finanziell schlechtes Gewissen zu Hause bleiben; man könnte auch Arbeiten gehen ohne erwerbstätig zu sein.. in der Nachbarschaftshilfe oder ähnliches..., weil einfach die Grundversorgung stimmt.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die es sich leisten kann, tolerant gegenüber allen möglichen Lebensentwürfen zu sein... Gedichteschreiber, Pöbler, Workaholics, Inhaftierte, Alte, alleinerziehende Muttis, Arbeitnehmer, Raucher, Verliebte, NFPlerinnen :mrgreen: ... je vielfältiger, desto inspirierender - für mich jedenfalls. Warum eigentlich sollten alle Erwerbsarbeit leisten?

Ich weiß - große Töne und auch nicht bis ins letzte Detail durchdacht (was sollen die ganzen FinanzamtsmitarbeiterInnen machen, wenn es einen einheitlichen Steuersatz gibt? Könnte man eine solche staatreformierende Entscheidung rückgängig machen, wenn es nicht funktioniert, weil sich - entgegen meiner These - dann plötzlich die meisten Leute nicht arbeiten gehen wollen und sich das Ganze dann nicht mehr finanzieren lässt? Gäbe es die Möglichkeit, ein 10jähriges Modellprojekt dieser Art bspw. im Großraum Hamburg mal zu simulieren und zu schauen, ob es klappt? Würden Firmen in großem Stil abwandern, wenn man die Unternehmensgewinne hier auch mit 40 % besteuert??).

Leider kennen wir nur die Demokratie und den Kapitalismus als einigermaßen freiheitliche und langfristig friedliche Gesellschaftsordnung.
... und leider haben die Gegenwartsphilosophen dazu auch kaum Ideen oder beschäftigen sich anscheinend mit anderen Diskursen.


@hexi und Miranda:
Vielleicht kann man es auch so sagen, dass es in diesem Land die Möglichkeit gibt, mit und ohne Erwerbstätigkeit über scheißewenig Geld zu verfügen. Beides ist wohl gleichermaßen *zunge* . LohnzettelwohngeldhartzIV hin oder her.


Luh


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BeitragVerfasst: 23. August 2007 11:24 
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Miranda hat geschrieben:
Hexi,

ich glaub dir, daß du recht wenig Geld hast und kein Wohngeld bekommst,
daß es aber im Hartz IV Bereich ist, glaub ich nicht.



Doch wirklich Miranda. Also zum Vergleich: Ich hätte einen ALGII-Anspruch von 897 Euro, wenn ich nicht arbeiten gehn würde und ich bin mit Kindergeld (Unterhalt bekomm ich keinen mehr) gerade mal 50 Euro drüber im Monat.
miss_luh hat geschrieben:

@hexi und Miranda:
Vielleicht kann man es auch so sagen, dass es in diesem Land die Möglichkeit gibt, mit und ohne Erwerbstätigkeit über scheißewenig Geld zu verfügen. Beides ist wohl gleichermaßen . LohnzettelwohngeldhartzIV hin oder her.


Zustimm *zustimm*

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BeitragVerfasst: 23. August 2007 11:46 
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NFP-Gräfin

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Hexi, das ist wirklich knapp,

aber es kann eigentlich nicht sein, daß es da kein Wohngeld gibt. Bei 800 Euro bereinigtem!!! Einkommen hast du schon Anspruch drauf(wenn du nicht grade nur 100 Euro Miete hast, oder so) ich würde da einen Fehler bei der Berechnung vermuten. Wenn du mal auf die Tabellen schaust, siehe link oben, kannst das ganz leicht ausrechnen.

Ich hatte schon mehrere fehlerhafte Wohngeldbescheide, damals, als ich noch welches bekam. Bei Miete von z.B 400 Euro bekommst du dann 135 Euro Wohngeld. Habe früher für verschiedene Leute die Wohngeldrechnungen vorher überschlagen und es hat eigentlich immer in etwa gestimmt.

Ich wünsch dir, daß doch noch was für dich und dein Kind rausspringt *daumendrücken* .

Mir erkennen sie nur 128 Euro Wohnkosten an, da Eigenheim *zunge* , man rechnet halt runter, wie es nur geht. Als ob man zu 4t für 128 eEier wohnen könnte und nie mal irgendwas erneuert werden müßte.

Wir nehmens als Surviveltraining 8-) .



LG, Anne

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