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 Betreff des Beitrags: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2015 00:39 
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Registriert: 6. August 2015 08:53
Beiträge: 15
NFP seit: 2012
Tauchte gerade in meinem Newsfeed auf. Ich bin noch am Anfang aber bisher ist die Berichterstattung noch recht ausgewogen.

Link zur Doku hier: http://www.ardmediathek.de/tv/Menschen-hautnah/Das-tote-Kind-Eine-Hebamme-vor-Gericht/WDR-Fernsehen/Video?documentId=31357774&bcastId=7535538icht


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2015 00:45 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 24. Januar 2011 23:46
Beiträge: 171
Ich hab es auch gesehen und bin hängen geblieben, weil ich selbst eine BEL Geburt hatte. Allerdings mit Kaiserschnitt. Ich und Kind wären bei einer Hausgeburt gestorben, weil mein Becken zu klein ist (BMI 38, soviel dazu). Das erkannte man erst nach dem zweiten Not-KS.
Ich kann die Eltern nicht verstehen. Spätestens wo die Frau apathisch war hätte ich den Krankenwagen gerufen! Und dann noch klagen? Der Verlust ist hart, aber sie tragen auch eine gewisse Schuld. Und die 6 Jahre bringen das Kind nicht wieder. Berufsverbot hätte auch gereicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2015 01:19 
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Registriert: 6. August 2015 08:53
Beiträge: 15
NFP seit: 2012
Es klang sehr danach als wäre auf beiden Seiten einiges schief gelaufen und keiner wollte die Schuld alleine tragen, weshalb die Sache dann eskaliert ist.

Sechs Jahre ist tatsächlich etwas heftig, obwohl die Gutachter dafür verantwortlich sein dürften :-(


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2015 13:17 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 3. September 2014 21:55
Beiträge: 452
NFP seit: Oktober 2014
mist, hab diesen Thread leider übersehen,
daher poste ich hier nochmal aus meinen vorhin eröffneten Thread:
pinki hat geschrieben:
Ich muss sagen, dass mich diese Sendung echt zum Nachdenken gebracht hat. Ich würde mir für meine zukünftigen Kinder später auch gern eine Hausgeburt wünschen, aufgrund der Ruhe, Atmosphäre, Geborgenheit und Intimität, die ja auch die o.g. Hebamme an einer Hausgeburt schätzt und diese daher auch eine Klinikgeburt vorzieht.
Bei einer BEL oder sonstigen Risikofaktoren würde ich allerdings eine Klinkgeburt vorziehen (aber dennoch eine vaginale Geburt versuchen)!

Ich fand es sehr erschreckend, wie der Prozess war (bzw. dargestellt wurde), nämlich einseitig, befangen und PRO klinischer Geburtshilfe. Sämtliche Experten, die im Prozess hinzugezogen wurden, kamen ausschließlich von diesem Lager. Vorgeschlagene Experten der Verteidiger wurden nicht gehört. Die Verteidiger haben gegen das Urteil (ich glaube, es waren 9,xy Jahre wegen Todschlags, also nicht fahrlässige Tötung, sondern Inkaufnahme des Todes, damit die Hausgeburt durchgezogen werden kann) natürlich Revision eingelegt, und ich HOFFE sehr für unseren Rechtsstaat, dass die Beweisaufnahme dann im Revisionsprozess etwas weniger mit Scheuklappen betrieben wird.

Ich möchte hier allerdings gar nicht Schuld oder Unschuld diskutieren, das kann ich mit meinem Laienwissen ja auch gar nicht.
Die Hebamme selbst kam mir persönlich auch nicht so sympathisch rüber, sie wirkte sehr kühl und distanziert zu der ganzen Geschichte. Erst ganz zum Schluss wurde gezeigt, dass sie es sehr bedauert, dass es den Eltern nicht möglich war, ein Andenken an das Kind mitzunehmen, das Kind im Arm zu halten, usw.
Aber auch die Eltern (die im Film nicht vorkamen, sondern nur ihr Anwalt), bei denen habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wenn sie so gut informiert waren (und das MUSSTEN sie sein, da bereits mehrere Ärzte und Hebammen zuvor eine Klinikgeburt angeraten haben, trotzdem haben sie weiter recherchiert und die o.g. Hebamme gefunden. Da MUSS man doch zwangsläufig auch mal auf die Risiken gestoßen sein?!)... warum sie so "unbesorgt" einfach weiter abgewartet haben, als nichts passierte? Aber das sagt sich hinterher so leicht. Sie haben sich ja wirklich gut bei der Hebamme aufgehoben und beraten gefühlt. Und warum hat die Hebamme nicht konkret nachgefragt, ob eine Verlegung gemacht werden soll, sondern einfach "keine Antwort" in ihrem Sinne interpretiert?

Schade, dass so etwas in Zeiten passiert, wo die außerklinische Geburtshilfe sowieso schon kurz vor dem Aus ist. :-( Ich bin sehr gespannt wie es damit weitergeht, und ob die Hebamme tatsächlich ins Gefängnis muss.

_________________
Pinki ist überglücklich mit dem großen Fußballer (08/16), kleinem Fußballer (08/19) und Minipinki (06/25)
unvergessen ★ ★ ★(2018, 2023, 2024)

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2015 22:09 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 15. November 2011 21:37
Beiträge: 393
Wohnort: Sachsen
NFP seit: 2011
Wow, ich bin echt schockiert. Wenn der Prozess wirklich so abgelaufen ist, wie er dargestellt wurde, dann ist das ein starkes Stück. Der Richter sollte mal dringend drüber nachdenken, ob er nicht vielleicht zum Steuerberater und Schuhputzer umschulen möchte, das Richteramt scheint nicht das richtige für ihn zu sein. Ich selbst bin ja auch kein Verfechter der HG, aber ein Gericht sollte neutral sein. Beschämend für das deutsche Rechtssystem.

Die Hebamme fand ich gar nicht unsympathisch. Klar, sie wirkte sehr stolz und resolut. Aber wer vertraut schon einer Hebamme, die ängstlich und unentschlossen wirkt. So eine würde wahrscheinlich keine Kunden finden.

Ich sehe die Schuld tatsächlich auch bei beiden Parteien. Die Eltern des Kindes wollten sich einfach nicht auf eine Klinikgeburt einlassen. Und ich sehe das wie pinki, sie MUSSTEN um die Gefahren wissen, wenn sie schon so viele Ärzte und Hebammen konsultiert haben. Und die Hebamme konnte sich im Moment der Gefahr nicht von ihrem Codex lösen, die Mutter entscheiden zu lassen. Sie hätte das Zepter in die Hand nehmen müssen. Auch wenn die Mutter dann vielleicht sauer gewesen wäre, weil es nix mit der schönen HG geworden wäre. Na und? Aber ihr Kind hätte vielleicht noch gelebt.

Warum ist nun eigentlich das Baby gestorben? So richtig klar war das nicht, oder? "Das Gericht geht von Sauerstoffmangel aus" ... sowas muss sich doch gerichtsmedizinisch nachweisen lassen. Oder nicht? Komisch ist das schon. Auch dass sich die Experten uneins waren, ob es nun Organschäden gab oder nicht. Bei Aussage gegen Aussage holt man doch eigentlich noch einen neutralen dritten Sachverständigen ins Boot, oder?

Traurig für die Eltern ist es allemale. Auch, dass sie ihr Kind nicht gescheit verabschieden konnten. :-( Bestimmt machen sie sich jetzt auch Vorwürde, nicht in die Klinik gegangen zu sein. Schade, dass sie nicht zu Wort kamen bei der Doku. Andererseits hätte ich mich an ihrer Stelle wohl auch nicht freiwillig vor die Kamera gesetzt ...

_________________
Es grüßt Wolke mit Mann (⚭2011), Mädel (*2012),Wolkerich (*2014) und Minimädchen(*2017). Seit kurzen mit Kyleena ausgestattet.
Mit unvergessenem
★ (12.SSW, 08/15). Patin von miss-ellis Bärli (04/14) auf Gegenseitigkeit und Schnatterinchen09s Zuckerpüppchen (06/16).


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 30. Oktober 2015 22:23 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 24. Januar 2011 23:46
Beiträge: 171
Ich muss ehrlich sein, ich verstehe das Vermeiden des Kaiserschnittes um jeden Preis total lebensfremd. Klar ist natürlich toll aber es lieber gesundes Kind ist wichtiger.


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2015 13:16 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 12. Juni 2009 17:51
Beiträge: 420
Ich als Hebamme habe den Prozess sehr ausführlich beobachtet. Da ist so viel abgelaufen, dass es mein Vertrauen in unseren Rechtsstaat wirklich erschüttert hat!
Eine Fetalpathologin hat z.B. festgestellt, dass das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen der im Beitrag genannten Organschäden überhaupt nicht lebensfähig war - wurde nicht anerkannt.
Kolleginnen, die für Anna ausgesagt haben, wurden vom Richter verbal niedergemacht und schikaniert - bis hin zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen privater Handys und PCs.
Die Placenta wurde ohne jede Untersuchung einfach entsorgt, man konnte also nie feststellen, ob sie Fehlbildungen oder Schädigungen aufwies.
Anna kam mitten im Prozess in Untersuchungshaft, weil sie angeblich Beweise verschleiern wollte - nur, weil sie NACH der ersten Obduktion, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft schon abgeschlossen war (das Kind war bereits zur Einäscherung freigegeben) MIT EINVERSTÄNDNIS DER ELTERN dafür gesorgt hat, dass das Kind erneut obduziert und die vergrößerten Organe gesichert werden.
Eltern, die für Anna ausgesagt haben und selbst z.T. von ihr in eine Klinik verlegt wurden während der Geburt, wurden auf persönlichster Ebene vom Richter angegriffen.
Und noch einiges mehr...

Man mag von Anna halten, was man will. Wie im Beitrag gesagt wurde - diese Frau polarisiert.
Auf der anderen Seite gibt es kaum eine Geburtshelferin, die so unglaublich kompetent ist und so viel für den Hebammenberuf erreicht, erkämpft und erstritten hat. Und damit natürlich seit Jahrzehnten vielen Menschen (Männern? Ärzten?) ein Dorn im Auge war.

Totschlag ist einfach eine unglaubliche Anklage! Niemals hätte sie den Tod "billigend in Kauf genommen".
Sie war schon verurteilt, bevor sie den ersten Fuß in den Gerichtssaal gesetzt hat.
Der Rest war ein Hexenprozess.
Ich will hier nicht über Schuld oder Unschuld urteilen - aber dieser Prozess, allein diese Anklage, waren unglaublich :-(



Edit: Es ist übrigens derselbe Richter wie in diesem Fall:
http://www.zeit.de/2015/42/gerichtsmedi ... ess-urteil

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Das Pflichtgefühl erreicht Stellen im Hirn, da kommt Entspannung gar nicht hin. - Maximilian Buddenbohm


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2015 14:09 
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alte Häsin

Registriert: 27. Dezember 2009 16:01
Beiträge: 1364
Wohnort: Ruhrgebiet
Ich habe den Beitrag auch gesehen und war und bin entsetzt über die Dinge, die Du auch schilderst, Antje. :-(

_________________
Do it the heart way. Mit singendem Novemberwind unterwegs (*11/20).


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2015 14:16 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 22. März 2008 16:10
Beiträge: 502
NFP seit: März 2008
Ich stehe gerade völlig neben mir - mich hat das alles so getriggert...

Vor einiger Zeit habe ich einen gerichtlichen Prozess miterlebt, bei dem es zwar um einen völlig anderen Umstand ging - der aber ganz genau so ablief:
1. schienen sämtliche Richter ihr Urteil eigentlich schon vor dem Ende des Prozesses gefällt zu haben - wenn nicht sogar vor Beginn.
2. benahmen sich die Richter genau so, nämlich in der Form, dass sie entweder an den Aussagen, die etwas Gegenteiliges ins Spiel gebracht hätten, völlig uninteressiert oder offenkundig ablehnen und zum Teil sogar abwertend.
3. wurden entsprechend alle Versuche der Verteidigung, so etwas in den Prozess einzubringen, was das Bild vielleicht verändert hätte, rigoros abgelehnt. Das Gericht darf das.
4. wurde ein Gutachter vom Gericht beauftragt, dessen Aussage im Gutachten vorher schon absehbar war - und genau zu der Urteilsbegründung passte. Es wurden vom Gericht nur Fragen an den Gutachter gestellt, die das Urteil bekräftigten, aber nicht solche, die ebentuell hätten entlasten könne.
5. wurde jedes Befangenheitsgesuch der Verteidigung abgelehnt, ebenso wie der Antrag auf ein weiteres/anderes Gutachten
6. schwieg auch die Person auf der Anklagebank, aus den gleichen Gründen: es war ein Gefühl, eigentlich nichts dazu beitragen zu können, ein eigentlich neutrales Gericht in irgendeiner Weise zu einem Blick auf die andere Seite bewegen zu können - weil es eben nicht neutral war, sondern schon auf einer Seite stand. Zyynismus war das Resultat, denn man fühlt sich nur ausgeliefert.
7. geben Anwälte einen solchen Stuss von sich, der lediglich darauf basiert, dass sie bezahlt werden - oder glauben sie das wirklich, was sie zum Teil sagen? Ich habe das Gefühl, sie nehmen manchmal überhaupt nicht wahr, wie unglaubwürdig manche Dinge sind, die sie äußern, um ihren Mandaten Vorteile zu verschaffen.
8. ein Gerichtsprozess spielt sich in einer Art Parallelwelt ab, die nichts mit der Realität zu tun hat - in diesem Falle die klinisch begleiteten Geburten, die scheinbar die einzige Wahl seien.
9. begibt sich die angeklagte Person unter enormer psychischer Belastung in diese Parallelwelt, in der man das Gefühl hat, unterzugehen, weil man als gesamte Person bewertet wird, nein: abgewertet. Und dann verurteilt.
10. ist eine Gefängnisstrafe etwas, was in meinen Augen unvorstellbar ist für Richter, Staatsanwälte und auch die Allgemeinheit, weil sie tabuisiert wird. Ich weiß, dass Alternativen schwer sind, aber für mich sollte jede/r Jurist/in mal diese Erfahrung für einen Monat machen, um entsprechend Strafen einschätzen zu können.

Ich könnte die Liste noch ewig weiterführen, aber nach meinen Erlebnissen reicht es mir manchmal, ein bisschen Transparenz zu schaffen über unser Gerichtssystem...

ismi82 hat geschrieben:
Ich muss ehrlich sein, ich verstehe das Vermeiden des Kaiserschnittes um jeden Preis total lebensfremd. Klar ist natürlich toll aber es lieber gesundes Kind ist wichtiger.

Das hat die Hebamme so nicht geäußert. Sie sagte, dass es zu viele Kaiserschnitte gebe, die nicht notwendig seien, und dass sie die Mütter davor schützen wolle. Und ihre Meinung basiert auf ihren Erfahrungen, die genau das zeigen. Wenn in NRW tatsächlich so viele Kinder bei der Geburt sterben (waren es 2 pro Tag?) und bei dieser 60jährigen Hebamme war es bisher ein einziges, bei dem nicht mal gesagt wurde, warum, dann spricht das schon auch für ihre Auffassung. Und es gibt noch viel mehr, was dafür spricht.

Ich finde einfach entsetzlich, welche Auswirkungen ein solcher Prozess für unsere Gesellschaft haben kann. Von der Berufsgruppe Hebamme ganz zu schweigen.

edit: Ich würde mir wünschen, dass der Thread wieder in den Small Talk wandert, damit er einfach mehr Personen erreicht. Ich bin darauf nur gestoßen wegen pinkis Versehen - hier hätte ich ihn eher nicht gefunden.

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Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug.
(Jean-Paul Sartre)
:arrow: Jubiläumstreffen im Norden


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2015 14:34 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 12. Juni 2009 17:51
Beiträge: 420
In der Klinik wird es eher als "schicksalhaft" anerkannt, wenn ein Kind stirbt.
Und es wird vertuscht, Dokumentation gefälscht, eine Disziplin schiebt die Schuld auf die andere... das kann sich keiner vorstellen, was da im Hintergrund abgeht.

Zum Fall Anna Rockel-Löhnhoff:
Der vor Ort agierende Notarzt hat einen eigens herbeigerufenen Neonatologen weggeschickt, bevor er das Kind überhaupt einmal sehen konnte in dem Hotelzimmer - hatte keine Konsequenz.
Prof. Feige hat in seinem Gutachten gegen Anna widersprüchliche Aussagen zu seinen eigenen Veröffentlichungen in der Fachliteratur (Bücher, Zeitschriften...) gemacht - der Einwand vonseiten der Verteidigung wurde nicht gehört.

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2015 14:41 
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Kurvenjunkie

Registriert: 14. September 2009 13:35
Beiträge: 1879
Wohnort: überall und nirgendwo
Oh ja Ärzte dürfen Fehler machen und es hat nur seltenst Konsequenzen, denn sie sind ja Götter in weiss....

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Liebe Grüße Ira mit M.
“Es ist so leicht, andere, und so schwierig, sich selbst zu belehren.”- Oscar Wilde


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2015 15:00 
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Kurven-Entwirrerin

Registriert: 1. Oktober 2008 12:53
Beiträge: 1197
Wohnort: Da wo immer schlechtes Wetter ist
NFP seit: Oktober 2008
Naja, aber eine beckenendlage zuhause zu entbinden ist schon relativ ..... Fahrlässig ist vielleicht ein Wort, was gut passt. Auch als Koryphäe muss man da schon eine sehr ablehnende Einstellung gegenüber Krankenhäusern haben, wenn man das doch erhöhte Risiko auf sich nimmt. Sowohl als gebärende, als auch als Hebamme, die ja wie man an diesem Beispiel sieht, am Ende so schnell die Gelackmeierte sein kann.
Der Aufschrei für Anna Rockel L. Ist groß ( ich glaube eh dass hier auf beiden Seiten die extremfronten agieren). Aber objektiv gesehen frage ich mich schon:
- etwa 120 bel Geburten zuhause betreut und nichts ist passiert, bedeutet immer noch ein Risiko von etwa 0,8 dass etwas passieren kann. Den Wert finde ich dann schon noch beträchtlich hoch um eine bel hausgeburt anzustreben
- woher wusste die Hebamme bitte, dass die Organe des Kindes vergrößert waren bzw dass es nicht lebensfähig war? Auch wenn sie Ärztin ist, ist das ja so einfach nicht ersichtlich. Und wenn sich das zB an den herztonen unter Geburt gezeigt hätte, hätte sie ja trotzdem etwas tun müssen.

Ich finde es ganz furchtbar, dass wegen dieser Situation jetzt die gesamten Hebammen leiden. Das anhand dieses Beispiels, das ja nicht auf die normale hausgeburt passt und schon gar nicht auf die Nachsorge, ein Exempel statuiert werden soll, ist einfach nur schrecklich.
Aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass alle Umstände dermaßen verdreht wurden und Frau Rockel wirklich nichts mit dem Tod von Greta zutun hatte. Wenn bei einer bel Geburt lange nichts voran geht, geht man einfach ins KH. Hier hat dann auch ganz klar die Einstellung mit rein gespielt und so kam dann das gefundene fressen für die Gegner der natürlichen Geburtshilfe

Und ja, ich bin zwar nicht vom Fach, habe aber selber spontan in bel entbunden. Hands Off wie im Bilderbuch.....

_________________
Glückliche Königin in Männer WG mit Männlein 10/14, Wombat 09/17 und Zimtstern 12/19


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2015 16:37 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Ein paar Ergänzungen:

Nach dem bisherigen Ausschlusskatalog ist eine Hausgeburt bei Beckenendlage in Anwesenheit von Hebamme und Arzt möglich. Wie mit Doppelqualifikationen unzugehen ist, ist bisher nicht ausreichend geregelt gewesen, allerdings wirft man Anna R. vor, dass sie nur eine der beiden Funktionen erfüllen kann zur selben Zeit und deshlab nie alleine die Geburt hätte begleiten dürfen.

Darüber hinaus kann man die Beckenendlage als Normvariante angesehen werden, als prinzipiell geburtsmögliche Lage, die allerdings besondere Kenntnisse der Geburtshelfer erfordert, insbesondere seit aufgrund einer mangelhaften Studie der Trend sehr stark zum Kaiserschnitt ging und viele Geburtshelfer das nicht mehr leisten können, auch in der Klinik.

Die Frage ist immer noch warum das Kind tot ist. Sie ist ungeklärt. Die Plazenta wurde nicht untersucht, eigentlich ist das unerlässlich, wenn ein Ungeborenes stirbt.

@ yumi

Die Lunge war nicht zu groß, sondern je nach Gutachter zu klein bzw. normal groß.

Eine protrahierter (verzögerter) Verlauf der Geburt kann bei Beckenendlagen als physiologisch gelten, da der Hintern einfach weicher ist als der Kopf und dadurch weniger Druck da ist. Auch die Abgrenzung zwischen einer Latenzphase und einem echten Geburtsstillstand ist schwierig und auch die Regeln, wie dieser Festzustellen ist, wurden vor einiger Zeit angepasst.

Sie hätte vielleicht die Geburt abbrechen sollen/müssen, als sie, wie sie sagt, auch nicht mehr weiter wusste. Aber ob dann ein lebendes Kind herausgekommen wäre weiß leider auch niemand. Es wird als erwiesen angenommen vom Gericht, obwohl das nicht möglich ist, da niemand die Todesursache kennt. Es kann nichteinmal jemand sagen, ob das Kind in der Klinik, die eine Geburt angeboten hatte, wenn zuvor ein MRT gemacht wird überlebt hätte.

Das hatten die Eltern abgelehnt aus Angst, dass das MRT dem Kind schaden könnte.
Was wäre denn nun, wenn sie es in einer anderen Klinik versucht hätten, ohne vorheriges MRT? Würde man einen solchen Fall genauso behandeln, wenn das Kind gestorben wäre?

Man hatte ihr auch vorgeworfen, sie hätte auch gegen den Willen der Eltern verlegen müssen, was ich sehr schwierig finde, dafür gibt es keine Gesetzesgrundlage.


Ich sage nicht, dass da alles richtig lief, oder dass es meine (Mit)schuld genen könnte.

Aber ein fairer Prozess war das nicht und darauf hat man einen Anspruch in Deutschland.

Und Herr Dr. Feige ist ein Thema für sich..

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Die Erde ist ein Nudelsieb


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 2. November 2015 12:46 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 2. August 2005 12:36
Beiträge: 17725
Wohnort: Berlin
NFP seit: 08/2005
Ich habe die Doku jetzt gesehen und ich hoffe inständig, dass ich niemals einem Gericht gegenüberstehe, das nicht Willens ist, sich mit meiner potenziellen Unschuld zu befassen, sondern nur darauf wartet, mich endlich wegsperren zu dürfen. Ich finde schon die Vorstellung davon unerträglich. In diesem Verfahren ist niemandem Gerechtigkeit widerfahren, auch dem Staat nicht.

_________________
Mein Herz ist Buchstabenliebhaberin (0707), ist Herzblutbiologensohn (0309), ist Herzwärmer (0913) und Weltherrscherin2b (0815). ✰ (1014). Bild
Genitiv ins Wasser, weil es Dativ ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 2. November 2015 13:14 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Mir tun die Eltern auch sehr leid, sie hatten ja keine Chance selbst zu entscheiden, ob gegen die Geburtshelferin vorgangen werden soll. Es passiert einfach, weil der Notarzt die Hebamme angezeigt hat. Die position des Nebenklägers hat so viele Vorteile, dass ich es schwer finde von den Eltern zu erwarten, dass sie diesen Weg nicht gehen um die Geburtshelferin weiter zu unterstützen. Immerhin stekcen auch sie in ihrem persönlichen Alptraum fest durch diesen ewig dauernden Prozess. Mir tun Eltern, Kind und Geburtshelferin unfassbar leid.

Und auch mein Vertrauen in den Rechtsstaat ist schwer beschädigt.

Und ich denke auch, wir brauchen in der Geburtshilfe sowieso eine ganz andere Fehlerkultur. Bisher ist es doch so, dass Fehler ohne erste Folgen nicht zu Konsequenzen führen, selbst wenn es sinnvoll wäre. Auch Rechtsverletzungen gegenüber der Mutter bleiben meist folgenlos. Es gibt keine sinnvolle Möglichkeit sich über Fehlervermeidung und beinahe Fehler anonym mit KollegInnen auszutauschen bzw, sie soagr statistsch zu erfassen. Und auch das Zugeben von Fehlern, die Dokumentation von Fehlern sind in unserem Rechtssystem furchtbar erschwert.
Da könnte man noch einiges tun.

_________________
Die Erde ist ein Nudelsieb


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