Ich war heute beim FA und muss mich jetzt echt mal auskotzen:
Ich habe 14 dokumentierte Zyklen und davon sind 9 (!) anovulatorisch gewesen. Ich führe einen sehr regelmäßigen Lebenswandel und habe auch sonst wenig Stress, also Störfaktoren gibt es so gut wie keine. Ich kann euch die Kurven leider nicht verlinken, da ich sie auf Papier habe und das bei den vielen Werten das Übertragen Ewigkeiten dauern würde.
Die anovulatorischen sind 20-45 Tage lang, die ovulatorischen 24-39 Tage (wobei ich diese Extreme in 2 aufeinanderfolgenden Zyklen waren.) Meinen letzten Eisprung hatte ich im Mai.
Also bin ich zum Arzt und hab mein Problem geschildert:
Sie wollte meine Aufzeichnungen nicht mal sehen (die ich extra für sie nochmal neu geschrieben habe!!), und meinte nur: "Die Basaltemperaturmessung ist völlig veraltet, man kann daraus nicht ablesen, ob ein ES stattgefunden hat oder nicht" " Sie können auch einen Eisprung ohne Temperaturanstieg haben."
und dann kam der Hammer: "Aber sie haben eine Blutung?"
Ich: "Ja, aber sehr unregelmäßig und oft kein richtiges Blut, sondern so bräunliche Schleimhautstücke.
Sie: " Wenn sie bluten, haben sie auch Eisprünge."
Aj, klar... und Leute, die hormonell verhüten oder schwanger sind, und aus irgendwelchen Gründen Blutungen haben, haben natürlich auch Eisprünge

wohl noch nie was von Durchbruchsblutungen und dergleichen gehört
und: "es ist normal unregemäßige Zyklen zu haben"
ja natürlich, aber Zyklen zwischen 20 und 45 Tagen sind ja sooo gar nicht auffällig.
ich habe sie aber überreden können einen Hormonstatus zu machen und ratet mal, wann ich Blutabnahmen habe: Am 10. und am 20. Zyklustag. Dass mein späteste eHM an ZT 26 lag, interessiert sie nicht.
Wie kann man nur so inkompetent sein?? ich bilde mir das doch nicht nur ein, dass schon über vier Monate meine Temp fast jeden Tag bei 36.55 liegt??
in NFP heute steht zu dem Thema (Eisprung ohne Tempanstieg) auch noch:
In der Literatur gibt es Angaben, wonach es in bis
zu 20 % der Fälle trotz Ovulation nicht zu einer
Temperaturerhöhung kommt [6]. Diese Temperaturkurven
wurden jedoch fälschlicherweise als
»monophasisch« und damit als anovulatorisch
fehlinterpretiert. Ursachen sind:
- falsche Messtechnik (7 Kap. 4.2.3)
- nicht dokumentierte Störfaktoren (7 Kap. 4.2.3)
- mangelnde Erfahrung in der Kurveninterpretation
(7 Kap. 4.3.1)
In Korrelationsstudien (mit täglichem Ultraschall
bzw. Hormonmessungen) konnte keine Ovulation
nachgewiesen werden, die nicht auch mit einer
Temperaturhochlage verbunden waren (7 Kap. 7).
Bei richtiger Kurveninterpretation liegt der Anteil
der monophasischen Zyklen mit lediglich 2–3 % im
physiologisch zu erwartenden Bereich [5, 8].