Bayer ist in dieser Woche vom Ethikrat dafür gerügt worden, dass eine Agentur im Auftrag und im großen Stil Fake-Postings verfasst hat, in denen u. a. die Mirena gelobt wurde:
Coordination gegen Bayer-Gefahrenapotheke adhocCBG hat geschrieben:
Die Agentur aus Wien hatte über Jahre hinweg mit Hilfe erfundener Identitäten hunderttausende gefälschter Kommentare gepostet, unter anderem bei Facebook, YouTube und Spiegel.de. Auch Einträge bei wikipedia frisierte mhoch3.
Solche Postings landen ja auch bei uns, auch wenn sie bei uns keine große Überlebenschance haben. Ich bin trotz allem überrascht, in welchem Umfang das stattfindet. Also, dass Bayer da einen so großen Etat bereitstellt und eine Agentur das Netz in diesem Ausmaß und auf zig Wegen damit zuspammt. Bisher hatte ich irgendwie doch so eine naive Vorstellung gehabt, dass sich große Firmen da nicht in dem Maße die Hände schmutzig machen (sondern dann eher auf Werbe-Webseiten und so setzen). Die Agentur hatte neben Bayer noch andere Kunden (die Bank Austria, die win2days/Österreichische Lotterien, die Partei ÖVP Wien, der Postbus, TUI Österreich und Universal Music).
CBG hat geschrieben:
Insgesamt gehen rund 10 Prozent des Marketing-Budgets großer Unternehmen in Social Media. Täglich werden Millionen Postings gescannt, um das Verhalten der KonsumentInnen in Echtzeit zu erfassen und personalisierte Werbung zu ermöglichen. Wegen ihrer erhöhten Glaubwürdigkeit nehmen dabei private Internet-Kommentare einen immer größeren Raum ein. Angesichts der Vielzahl von „Social Media Agenturen“ muss jedoch davon ausgegangen, dass die Mehrzahl solcher Bewertungen gefälscht ist.
Besonders hübsch finde ich ja die Begründung, warum es nicht strafrechtlich verfolgt wird:
CBG hat geschrieben:
Zwar verbiete es das Heilmittelwerbegesetz, „eine aus fachkundigen Kreisen vorgegebene objektive Informationsvermittlung vorzutäuschen“. Im vorliegenden Fall handele es sich jedoch nicht um Experten, sondern um Laien (wenn auch fingierte), weswegen das Gesetz nicht greife.
Damit ist das Werbeverbot dann ja komplett ad acta gelegt!

Solange keine Experten drin vorkommen, passt ja alles.