Nachdem ich vor meiner Sterilisation hauptsächlich das Forum als Informationsquelle genutzt habe, möchte ich nun auch meine Erfahrungen hier lassen. Da ich keine eigene Seite habe, folgt nun an dieser Stelle mein langer Bericht:
Gründe für mich waren sowohl gesundheitliche als auch, dass ich nie Kinderwunsch hatte. Auf Grund von Hypermenorrhoe wollte ich in diesem Zusammenhang auch eine Endometriumablation machen lassen, sodass ich die Sterilisation gleich damit zusammen machen lassen wollte. Ich war zu diesem Zeitpunkt 32 und hatte keine eigenen Kinder. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt keinen der Eingriffe einzeln durchführen lassen, so dass für mich klar war, entweder beides oder keine OP.
Ich hatte mir also einen Termin beim meinem Gynäkologen ausgemacht und gleich gesagt, dass ich komme, weil ich eine Sterilisation und Ablation machen lassen möchte. Er hat mir daraufhin gesagt, in welches Krankenhaus er mich schicken würde und ist eigentlich gar nicht groß eingegangen darauf, dass ich weder Kinder habe noch, dass ich evtl. zu jung sein könnte. Alternativen wurden für die Ablation nur in einem Halbsatz angesprochen, für die Sterilisation gar nicht. Meine Diagnose schließt eine Schwangerschaft nicht komplett aus, so dass hier auf jeden Fall Diskussionsmöglichkeit gegeben wäre. Er meinte dann noch, wie ich es mit der gesetzlichen Krankenkasse wg. Kostenübernahme regeln solle und dass er sich über das genaue Procedere (welche Methode diese Klinik macht) der Ablation kümmere.
Was mich bei diesem Gespräch sehr erstaunt hat war, dass er wirklich kaum etwas hinterfragt hat.

Er hatte mich zuvor erst einmal in der Sprechstunde gesehen und da auch nur für einen Kontroll-PAP-Abstrich. Vielleicht habe ich so einen entschlossenen Eindruck auf ihn gemacht oder es ist ihm tatsächlich nicht wichtig, da er die OP ja auch nicht durchführt.
Ein paar Tage später hat er mir noch telf. die Methode mitgeteilt und mir einen Ansprechpartner in der Klinik genannt. Ich hatte dort an einem Donnerstag angerufen, sollte am Montag drauf zur Aufklärung kommen und hätte am Dienstag schon den Eingriff haben sollen. Da ich mich gut informiert fühlte, wär mir das auch recht gewesen, ich konnte mir jedoch nicht vorstellen, dass das tatsächlich so sein wird, da ich mich an einem für die Ablation ungünstigen Zyklustag befinden würde.
Beim Aufklärungsgespräch war ich bei einer Gynäkologin in der Klinik, die nun aber mehrmals mein junges Alter und die Absolutheit dieses Eingriffs ansprach. Sie entschuldigte sich irgendwann sogar dafür, dass sie die Thematik sooft anspreche, aber sie seien dazu angehalten. Ich muss sagen, dass ich das auch gut fand, dass sie es mehrmals angesprochen hat. Klar, macht man sich im Vorfeld so eines Eingriffs viele Gedanken und sollte sich damit auseinander gesetzt haben, allerdings weiß sie als Ärztin ja auch nicht, was für eine Patientin sie vor sich hat und wie sicher sich diese Person tatsächlich ist. Die OP wurde dann wegen dem richtigen Zeitpunkt für die Ablation tatsächlich noch um zwei Wochen verschoben.
Am Tag vor der Sterilisation wurde ich nachmittags noch vom Anästhesisten angerufen und aufgeklärt und ich musste dann am OP Tag morgens nüchtern um halb neun im ambulanten OP-Zentrum der Klinik sein. Dort wurde ich sehr nett empfangen, und nach einem negativen Schwangerschaftstest gings dann auch gleich zum Umziehen. Ab da musste ich meine Brille abgeben, was für mich tatsächlich das unangenehmste am ganzen Aufenthalt in der Klinik war.

(Ja, ich bin sehr blind

)
Dann lag ich also nichts sehend in meinem OP Hemdchen in einem Bett, wurde irgendwann zum OP gebracht, dort haben der operierende Arzt, das Anästhesieteam und verschiedene OP-Schwestern noch den ein oder anderen Small-Talk mit mir geführt. Auf die berühmte "Leck-mich-am-A..." Pille habe ich verzichtet, da ich jetzt nicht sooo aufgeregt war. Es war zwar meine erste bewusst miterlebte OP, aber da ich im medizinischen Bereich arbeite, waren mir die Abläufe doch alle sehr bekannt. Einzig der Gedanke an die Narkose machte mir ein wenig zu schaffen, da ich ein Problem habe mit Kontrollverlust. Aber es hilft ja nichts.
Die OP dürfte etwa gegen halb elf begonnen haben und kurz nach eins war ich wieder wach, aber noch überwacht. Wie lange der tatsächliche Eingriff ging, weiß ich nicht. Ich hatte wohl eine relativ hohe Herzfrequenz, sodass ich ein wenig länger dort bleiben durfte, als es normal gewesen wäre. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei Schmerzen. Irgendwann wurde ich dann raus aus dem OP-Trakt in den "normalen" Aufwachraum gebracht, habe dort noch ne Weile gedöst und irgendwann gabs Tee und Breze. Um halb vier am Nachmittag bin ich nach Hause gegangen. Ausgestattet war ich mit einem orangen Bauch, einem Pflaster über dem Nabel, einem mittig im Schambereich und zwei megadicken Binden.
Zu Hause angekommen habe ich dann aber doch gemerkt, dass da wohl etwas gemacht wurde: Ich bekam langsam Schmerzen an den beiden Wunden und jede Lageveränderung machte Probleme. Das CO2 drückte doch ganz schön. Ich hatte den Eingriff an einem Dienstag und dachte ich gehe evtl. Ende der Woche wieder arbeiten, aber das war mir nicht möglich. Ich bin erst am Dienstag drauf, also genau eine Woche nach der OP wieder arbeiten gegangen, da ich vermutlich durch das CO2 doch noch einige Probleme hatte. (Dies ging auch ziemlich genau zwei Wochen). Die Fäden sind nach sechs Tagen gezogen worden und die beiden Narben haben mir keinerlei Schwierigkeiten bereitet.
Von meinen zuvor gekauften dicken Binden, habe ich nur zwei gebraucht, was allerdings durch die Ablation und nicht die Sterilisation bedingt war. Schmerzmittel habe ich an den zwei Tagen nach der OP eingenommen.
Zur Blutung nach Sterilisation kann ich keine wirkliche Aussage treffen, da ich durch die Ablation nun eine deutlich geringere Blutung habe. Sie ist jetzt ca. 1/4 gemessen am vorherigen Stand. Ich habe ein wenig mehr Mensschmerzen, als zuvor, aber durchaus auszuhalten. Es dauert aber wohl bis zu einem halben Jahr, bis man so zu sagen den "Endzustand" erreicht hat. (Soweit bin ich noch nicht)
Mein Fazit bisher: Ich würde es in der Kombi wieder machen, auch wenn ich mir die Schmerzen nach OP tatsächlich nicht so heftig vorgestellt habe. Ich hatte das etwas unterschätzt.. ist ja nur ambulant... (so war mein Gedanke).
Und noch etwas am Rande: Ich hatte tatsächlich noch nie Kinderwunsch, habe allerdings kürzlich das erste Mal davon geträumt, dass ich schwanger wäre. Es war weder ein positiver noch ein negativer Traum. Das hat mich tatsächlich etwas irritiert, aber ich bin weiterhin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung.
Ich hoffe mein Bericht ist für andere auch so hilfreich, wie das Forum für mich im Vorfeld der Entscheidung war.