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Hallo Januarygirl,
zuerst einmal: Ich würde dir, genau wie Ponyfee, den lifeline expertenrat empfehlen! Den Experten zum Thema Wechseljahre "TomDoc" (Dr. Dossler) aus den Links von Ponyfee gibt es leider dort nicht mehr! Die Nachfolgerin gibt, finde ich, nicht besonders konkrete Ratschläge, d.h. sie richtet sich ganz allgemein nach den offiziellen Richtlinien. Ergiebigere und hilfreichere Ratschläge zum Thema Wechseljahre und Hormontherapie gibt auf Lifeline der Expertenrat "Hormontherapie", Prof. Bohnet, (allerdings klar Schulmediziner). Aber dort würde ich an deiner Stelle die Fragen für deine Mutter nochmal stellen.
Aus meinem bescheidenen Wissen kann ich dir Folgendes sagen: Es gibt bei den Wechseljahrspflastern sowohl kombinierte Pflaster, also solche mit Östrogen und Gestagen und es gibt Pflaster mit nur Östrogenen, z.B. für Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben. Das Östrogen in den Pflastern ist m.W.n. immer naturidentisches Östradiol, also biochemisch so, wie es auch vom Körper selbst produziert wird bzw. wurde. Im Gegensatz dazu ist das Östrogen in den Verhütungspillen ja ein biochemisch völlig verändertes (sog. synthetisches) Östrogen (Ethinylestradiol), das eben im Körper ganz anders abgebaut wird, und viel "stärker" ist, was aber für die Verhütungssicherheit der Pille gebraucht wird. Das Östradiol in den Wechseljahrspflastern ist also nicht dasselbe, wie in der "Pille", sondern es gilt als wesentlich ungefährlicher, weil es quasi als "natürliches Östrogen" gilt. Außerdem gilt die Hormongabe über die Haut oder (Schleimhaut) nach umfangreichen Studien als nahezu nebenwirkungsfrei und "ungefährlich".
Die andere Sache ist das Gestagen. Das ist auch in den Wechseljahrspflastern leider kein naturidentisches Progesteron, sondern ein synthetisches Gestagen, wie in der Pille, und das birgt natürlich gewisse Risiken. Die risikoärmste Hormontherapie ist, nach heutigen Stand des Wissens, eine transdermale Therapie mit einem naturidentischen Östradiol (also per Pflaster oder Gel) und mit naturidentischem Progesteron. Progesteron gibt es als "Utrogest" in Kapselform zum oralen oder vaginalen Einnehmen. Progesteron wirkt über die Haut nicht oder nicht sehr gut, da es vereinfacht gesagt, so "große Moleküle" hat - deshalb wird es auch nicht im Pflaster verwendet. Über die Schleimhäute wirkt es aber sehr gut. (Manche Frauen nehmen es allerdings trotzdem über die Haut und spüren eine Wirkung - bei mir hat das nicht funktioniert.)
Die naturidentische Hormontherapie soll also ziemlich ungefährlich sein und man kann sie durchaus viele Jahre machen. Es gibt sogar Verfechter (z.B. Rimkus u.a.), die eine naturidentische (!) Hormongabe bis zum Lebensende vertreten und da sogar für vorteilhafter halten, als den Körper an Hormonen vollkommen verarmen zu lassen.
Wahrscheinlich würde man deiner Mutter also raten, falls sie ein Pflaster mit Gestagen nimmt, auf eine rein naturidentische transdermale Therapie umzusteigen, also Östradiol per Pflaster oder Gel und dazu Progesteronkapseln, falls sie ihre Gebärmutter noch hat. Der Übergang von einer höheren zu einer niedrigeren Dosierung ist natürlich immer blöd, weil der Körper meistens mit Entzugserscheinungen reagiert, denn er hat sich ja auf eine bestimmte Dosis, die er bekommt, eingestellt. Langsam herunterdosieren oder ausschleichen ist sowieso immer besser, als abruptes Absetzen.
Die Funktion der Eierstöcke erlischt natürlich unabhängig davon, ob man Hormone zuführt oder nicht. Aber ich bin auch immer skeptisch, ob man die Umstellung von viel Hormone zu wenig/gar keinen Hormone, und nichts anderes sind ja die Wechseljahre, nicht durch Hormongabe hinauszögert und die Umstellungssymptome eben dann auftreten, wenn man die Hormone einige Jahre später absetzt. Laut Erfahrungen der Frauenärzte soll das aber nicht unbedingt so sein. Ihrer Erfahrung nach werden die starken Symptome durch die vorübergehende Hormongabe abgefedert und irgendwann hat sich der Körper "im Hintergrund" dann trotzdem umgestellt und hat dann auch ohne jegliche Hormongabe keine Symptome mehr.
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