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 Betreff des Beitrags: Meine Mutter, die Wechseljahre und Hormone
BeitragVerfasst: 5. Januar 2014 11:37 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 4. November 2006 18:05
Beiträge: 190
Hallo ihr,

da hier so viele kluge Frauen unterwegs sind, stelle ich mal eine Frage für meine Mutter. Die ist Anfang 60 und nimmt seit 6 (!!) Jahren Hormone in Form von Pflastern gegen Wechseljahresbeschwerden. Sie leidet vor allem unter Hitzewallungen nachts.
Ich habe das Gefühl, dass ihre FÄ sie nicht gut berät. Meine Mutter hatte mal wegen pflanzlicher Präparate nachgefragt, worauf die Ärztin nur müde lächelte und sagte, die wären viel zu niedrig dosiert, das müsse sie erst gar nicht probieren. Deswegen nimmt sie schon so lange die Pflaster, probiert auf Anraten ihrer Ärztin ab und zu mal einen Absetzversuch (aber nur für eine Woche oder so), dann kommen die Hitzewallungen wieder und sie klebt die Pflaster wieder öfter.

Ist das nicht ziemlich lang mit den 6 Jahren? Ich hab ihr vor längerer Zeit schon mal die Broschüre von profamilia geschickt, die ja nicht hormon-unkritisch ist, aber ich glaub, die hat sie nicht beeindruckt (wenn sie sie überhaupt richtig gelesen hat). Aber mittlerweile ist sie selber am Zweifeln, ob das mit den Hormonen über so lange Zeit eine gute Idee ist.

Und ich frage mich: laufen denn die Wechseljahre völlig unbeeindruckt sozusagen "im Hintergrund" ab, während man künstliche Hormone einnimmt? Oder könnten die künstlichen Hormone die Wechseljahre sogar verlängern, da in den Hormonhaushalt eingegriffen wird?
Könnten die Beschwerden während der kurzen Pausen nicht Umstellungserscheinungen sein, also aufgrund des (künstlichen) Hormonentzugs? Ich frage mich, ob ein bis zwei Wochen reichen, um wirklich zu merken, ob die Beschwerden noch da sind und es sich nicht nur um Absetzsymptome handelt. Bei der Pille dauert es ja auch oft Monate, bis sich das natürliche Hormongleichgewicht wieder eingestellt hat. Da kann man ja auch nicht die Pille mal für ne Woche absetzen und sagen "oh, mein Zyklus ist immer noch unregelmäßig, da nehm ich sie lieber wieder".

Eigentlich ist meine Mutter niemand, der gerne und unkritisch Medikamente einnimmt, aber hier ist sie erstaunlich unselbständig, holt keine anderen Informationen ein und verlässt sich einfach auf das, was die Ärztin ihr sagt. Und ich mach mir schon Sorgen wegen der möglichen NW von so langer Hormoneinnahme.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Mutter, die Wechseljahre und Hormone
BeitragVerfasst: 5. Januar 2014 14:07 
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Kurven-Entwirrerin

Registriert: 19. August 2007 13:24
Beiträge: 1229
Wohnort: Nordhessen
Meine Mutter hat auch sehr mit Hitzewallungen zu kämpfen, sie nimmt das dagegen, das hilft ihr gut: http://www.sonnenberg-apotheke.com/Heilpflanzen/Cimicifuga/cimicifuga.html (gibt es von verschiedenen Anbietern)
Sie nimmt es nicht permanent, immer nur einige Tage, dann ist es wieder bessser.
Bäh, ich will keine Wechseljahre bekommen *zunge*

_________________
Loreley mit geliebtem Wirbelwind (Nov. 2011) - Besucht mich auf meiner Seite :tee:


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Mutter, die Wechseljahre und Hormone
BeitragVerfasst: 7. Januar 2014 16:36 
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Registriert: 3. Mai 2010 19:58
Beiträge: 17
Hallo Januarygirl

zum Thema Absetzen von Hormonpflastern habe ich vor einiger Zeit mal was Interessantes im Expertenrat von lifeline gelesen. Dort wurde geraten, das Pflaster nicht abrupt abzusetzen, sondern auszuschleichen.
Zusätzlich könnte mal parallel mit Traubensilberkerze anfangen. Die Wirksamkeit ist wohl auch wissenschaftlich belegt.Salbeitee soll auch gut helfen.

Eine transdermale Tharapie ist im übrigen die nebenwirkungsärmste Therapie, so dass diese über viele Jahre möglich ist. Im Gegensatz zu den chemischen Mittel als Tabletten.


Hier mal die Links:
www.lifeline.de/expertenrat/frage/Wechs ... dId=142386

www.lifeline.de/expertenrat/frage/Wechs ... dId=142511

Vielleicht gelingt aus diesem Weg das Ausschleichen der Hormontherapie besser, als wenn es schlagartig wegegelassen wird.
Möglich ist aber auch, das Pflaster in einer niedirigeren Dosierung im gleichen Rhythmus wie bisher nach Vorschrift zu kleben.Wenn keine Beschwerden mehr auftauchen, dann nach einigen Monaten die Dosierung weiter senken und erst mit dem niedrigst dosierten Pflaster ausschleichen wie oben beschrieben.

LG
Ponyfee

_________________
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Seit Endometriumablation mit Nova Sure im Juni 2013 keine Blutungen mehr!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Mutter, die Wechseljahre und Hormone
BeitragVerfasst: 10. Januar 2014 19:33 
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neu hier

Registriert: 29. März 2011 22:54
Beiträge: 39
Hallo Januarygirl,

zuerst einmal: Ich würde dir, genau wie Ponyfee, den lifeline expertenrat empfehlen! Den Experten zum Thema Wechseljahre "TomDoc" (Dr. Dossler) aus den Links von Ponyfee gibt es leider dort nicht mehr! Die Nachfolgerin gibt, finde ich, nicht besonders konkrete Ratschläge, d.h. sie richtet sich ganz allgemein nach den offiziellen Richtlinien. Ergiebigere und hilfreichere Ratschläge zum Thema Wechseljahre und Hormontherapie gibt auf Lifeline der Expertenrat "Hormontherapie", Prof. Bohnet, (allerdings klar Schulmediziner). Aber dort würde ich an deiner Stelle die Fragen für deine Mutter nochmal stellen.

Aus meinem bescheidenen Wissen kann ich dir Folgendes sagen:
Es gibt bei den Wechseljahrspflastern sowohl kombinierte Pflaster, also solche mit Östrogen und Gestagen und es gibt Pflaster mit nur Östrogenen, z.B. für Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben. Das Östrogen in den Pflastern ist m.W.n. immer naturidentisches Östradiol, also biochemisch so, wie es auch vom Körper selbst produziert wird bzw. wurde. Im Gegensatz dazu ist das Östrogen in den Verhütungspillen ja ein biochemisch völlig verändertes (sog. synthetisches) Östrogen (Ethinylestradiol), das eben im Körper ganz anders abgebaut wird, und viel "stärker" ist, was aber für die Verhütungssicherheit der Pille gebraucht wird.
Das Östradiol in den Wechseljahrspflastern ist also nicht dasselbe, wie in der "Pille", sondern es gilt als wesentlich ungefährlicher, weil es quasi als "natürliches Östrogen" gilt. Außerdem gilt die Hormongabe über die Haut oder (Schleimhaut) nach umfangreichen Studien als nahezu nebenwirkungsfrei und "ungefährlich".

Die andere Sache ist das Gestagen. Das ist auch in den Wechseljahrspflastern leider kein naturidentisches Progesteron, sondern ein synthetisches Gestagen, wie in der Pille, und das birgt natürlich gewisse Risiken.
Die risikoärmste Hormontherapie ist, nach heutigen Stand des Wissens, eine transdermale Therapie mit einem naturidentischen Östradiol (also per Pflaster oder Gel) und mit naturidentischem Progesteron. Progesteron gibt es als "Utrogest" in Kapselform zum oralen oder vaginalen Einnehmen. Progesteron wirkt über die Haut nicht oder nicht sehr gut, da es vereinfacht gesagt, so "große Moleküle" hat - deshalb wird es auch nicht im Pflaster verwendet. Über die Schleimhäute wirkt es aber sehr gut. (Manche Frauen nehmen es allerdings trotzdem über die Haut und spüren eine Wirkung - bei mir hat das nicht funktioniert.)

Die naturidentische Hormontherapie soll also ziemlich ungefährlich sein und man kann sie durchaus viele Jahre machen. Es gibt sogar Verfechter (z.B. Rimkus u.a.), die eine naturidentische (!) Hormongabe bis zum Lebensende vertreten und da sogar für vorteilhafter halten, als den Körper an Hormonen vollkommen verarmen zu lassen.

Wahrscheinlich würde man deiner Mutter also raten, falls sie ein Pflaster mit Gestagen nimmt, auf eine rein naturidentische transdermale Therapie umzusteigen, also Östradiol per Pflaster oder Gel und dazu Progesteronkapseln, falls sie ihre Gebärmutter noch hat. Der Übergang von einer höheren zu einer niedrigeren Dosierung ist natürlich immer blöd, weil der Körper meistens mit Entzugserscheinungen reagiert, denn er hat sich ja auf eine bestimmte Dosis, die er bekommt, eingestellt. Langsam herunterdosieren oder ausschleichen ist sowieso immer besser, als abruptes Absetzen.

Die Funktion der Eierstöcke erlischt natürlich unabhängig davon, ob man Hormone zuführt oder nicht. Aber ich bin auch immer skeptisch, ob man die Umstellung von viel Hormone zu wenig/gar keinen Hormone, und nichts anderes sind ja die Wechseljahre, nicht durch Hormongabe hinauszögert und die Umstellungssymptome eben dann auftreten, wenn man die Hormone einige Jahre später absetzt. Laut Erfahrungen der Frauenärzte soll das aber nicht unbedingt so sein. Ihrer Erfahrung nach werden die starken Symptome durch die vorübergehende Hormongabe abgefedert und irgendwann hat sich der Körper "im Hintergrund" dann trotzdem umgestellt und hat dann auch ohne jegliche Hormongabe keine Symptome mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Mutter, die Wechseljahre und Hormone
BeitragVerfasst: 10. Januar 2014 21:08 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 4. November 2006 18:05
Beiträge: 190
Danke für eure Beiträge!

@freesie: das mit den verschiedenen Hormonarten (naturidentisch vs. synthetisch) wusste ich noch gar nicht. Ich werd meiner Mutter mal davon erzählen, so dass sie das bei ihrer Ärztin ansprechen kann. Ihre Gebärmutter hat sie noch. Danke für die ausführliche Antwort! *daumenhoch* Dann geht es ja nicht nur mir so, dass ich skeptisch bin, ob die Hormone den Ablauf der Wechseljahre nicht beeinflussen.

Ich schlag ihr auch mal das mit der Traubensilberkerze vor. Und geh auch gleich mal bei lifeline schauen.


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