Der Einfachheit halber verwende ich im Folgenden "Mann" und "Frau" in der Vorstellung von cis-identen Personen, auch wenn ich das eigentlich nicht mag und hiermit z.B. einen Transmann, der schwanger werden könnte, unter den Tisch fallen lasse.
So, dann mal zurück zum Missverständnis.
Ich schrieb, dass ich es wichtig finde, eine Verhütungsmethode zu finden, mit der beide bzw alle zufrieden sind und das es keinesfalls das Recht der Frau allein ist, über die Verhütungsmethode zu entscheiden. Ich sagte an keiner Stelle, dass die Frau ihre Bedürfnisse zu Gunsten des Mannes zurückstellen soll - ich beharrte lediglich darauf, dass sich auch der Mann mit der Wahl der Verhütungsmethode wohl fühlen muss und nannte auch Verzicht auf GV als mögliche Verhütungsmethode.
Daraufhin hatte ich den Eindruck, dass mir vehement widersprochen wird und dass der Mann kein Recht darauf hat, sich bei der Wahl der Verhütungsmethode wohl zu fühlen.
Regentänzerin hat geschrieben:
Aber ich würde da trotzdem sehr auf das Recht der Selbstbestimmung was den eigenen Körper angeht pochen.
Wenn das jemand nicht will dann muss er ja keinen Sex mit mir haben.
Estreya hat geschrieben:
Eben. Da gibt es keine Kompromisse.
Estreya hat geschrieben:
Wenn er nicht will, kann er ja gehen. Ist ja seine Entscheidung.
Selbst als ich das extreme Beispiel nannte
Düse hat geschrieben:
Du findest: "Wir verhüten so, wie ich will, auch wenn du dich dabei unwohl fühlst! Deine Meinung dazu interessiert mich nicht! Natürlich verlange ich GV! Geh doch weg, wenn du das nicht willst!" nicht gewaltsam? Wow!
Stell dir mal vor, dein Freund würde das zu dir sagen. Fändest du das dann nicht gewaltsam?
wurde darauf beharrt, dass an dieser Aussage nichts gewaltsam sei. Ein Mann dürfe nicht über den Körper seiner Partnerin entscheiden (behauptete ich ja auch nie) und ein Mann habe absolut nichts mit der Schwangerschaft zu tun. Klar hat auch n Mann die Folgen einer SS zu tragen. Immerhin wäre er dann Vater.
Ich hatte das Gefühl, dass mir widersprochen wird, als ich schrieb, dass auch der Mann das Recht hat, den GV zu verweigern, wenn er sich mit der gewählten Verhütungsmethode nicht wohl fühlt, durch diese Aussage:
Regentänzerin hat geschrieben:
Düse hat geschrieben:
Die Sichtweise "Das ist mein Körper und deshalb bestimme ich!" finde ich daneben.
Letzten Endes läuft es aber darauf hinaus, oder? Wenn es eine dritte Kompromisslösung gibt ist es sicher gut, aber in diesem speziellen Fall hat dann finde ich doch die Frau das letzte Wort.
Nein. Letzten Endes läuft es wohl darauf hinaus, dass kein GV stattfindet, wenn sich eine*r der Partner*innen nicht wohl fühlt. Aber dass der Mann diese Option in Anspruch nehmen kann, dieser Gedanke word nicht formuliert. Daraus las ich die Erwartung, dass der Mann zu den Bedingungen der Frau den GV durchführen muss, auch wenn er das nicht will. Das ist Gewalt, das ist Vergewaltigung.
Die_Erdbeere hat geschrieben:
Mein Partner hat die Verhütungsentscheidung von sich aus mir überlassen. Wüsste nicht inwiefern ich ihn damit zu irgendwelchen sexuellen Handlungen zwinge

Und was ist daran schockierend, wenn ich der Meinung bin, dass nur ich alleine das Recht habe, darüber zu entscheiden, was mit meinem Körper passiert?
Wenn er bspw. nicht mit Kondomen zurechtkommt, kann er doch zusätzlich CI praktizieren (wenn sie ihm zu unsicher sind) oder wir beschränken uns in der fruchtbaren Zeit auf alternative Praktiken (wenn er sie unbequem ect. findet). Wenn er selbst für Alternativen sorgt, zwinge ich im garantiert kein Verhütungsmittel auf. Allerdings sehe ich es absolut nicht ein, warum ich die Konsequenzen SEINER Unzufriedenheit auf Kosten MEINER Gesundheit an MEINEM Körper tragen soll.
Die erste Frage hab ich jetzt hoffentlich so beantwortet, dass du meinen Gedankengang nachvollziehen kannst.
Es ist nichts daran schockierend, dass du über deinen Körper entscheiden darfst. Schockiert hat mich, dass ich den Eindruck hatte, dass dieses Recht dem Partner nicht zugesprochen wird. Auch Männer dürfen entscheiden, was mit ihrem Körper passiert - und wenn sie ihren Penis nicht in eine Vagina stecken wollen, weil sie nicht Vater werden sein wollen und sie sich mit der Verhütungsmethode, die die Frau bestimmt, nicht wohl fühlen, dann müssen sie es nicht.
Du zeigst da ja schon Möglichen, die beide zufrieden stellen sollten. Und gern nochmal: An keiner Stelle sagte ich, dass die Frau die Pille nehmen muss, weil der Mann das will. Das habt ihr in meine Aussage gedeutet, dass alle Beteiligten mit der Wahl der Verhütung zufrieden sein sollte. Ich habe mit "beide bzw alle" mit Sicherheit nicht die Frau ausgeschlossen. Wenn für sie die Pille nicht in Frage kommt, darf sie nicht dazu gezwungen werden. Wenn für einen Mann eine bestimmte Methode nicht in Frage kommt, darf er nicht dazu gezwungen werden.
Regentänzerin hat geschrieben:
Düse hat geschrieben:
Ich bin nur dagegen, dem Menschen mit dem Penis jedes Recht an der Entscheidung abzusprechen. Es sollten sich halt beide wohl fühlen.
Da sagt ja auch keiner was dagegen.
Ich Idealfall sind ja auch beide mit NFP einverstanden. Aber im Zweifelsfall ist mir meine eigene Gesundheit dann doch wichtiger, als die Meinung eines Mannes. Sex kann immer zu Schwangerschaft führen. Das muss jedem bewusst sein, der Geschlechtsverkehr hat. Und wem NFP aufgrund nebuloser Statistiken oder Geschichten, die er irgendwo gehört hat, zu unsicher ist, der muss halt entweder auf Kondome zurückgreifen oder auf Sex mit mir verzichten. Das ist nicht gewalttätig, das ist einfach eine Reihung meiner Prioritäten.
Gut, dass da keiner was gegen sagt

Ich hab ja auch nie behauptet, dass du deine Gesundheit gefährden musst, damit der Mann zufrieden ist.
Es ist auch nicht gewalttätig, auf sein Recht zu pochen, keinen GV zu haben. Es ist gewalttätig, dem anderen dieses Recht nicht auch zu zu gestehen. Wie oben erläutert.
Estreya hat geschrieben:
Düse, irgendwie hast du finde ich da ein recht merkwürdiges Bild von Gewalt und Zwingen. Du denkst da völlig falsch.
Ich zwinge doch niemanden zu sexuellen Handlungen (bitte???), nur weil ich nur bereit bin, eine bestimmte Verhütungsmethode zu verwenden. Das ist meine private Angelegenheit und wer damit nicht zurechtkommt, muss mit mir nicht sexuell verkehren, hat also überhaupt keine Chance, überhaupt sexuell an mich ranzukommen. Sex gibt es nur unter meinen Bedingungen und wer etwas anderes will, kann sich einen anderen Partner suchen.
Ich hatte noch nie irgend ein Problem damit, Männer haben sich immer sofort an meine Wünsche angepasst und es ist noch keiner dran gestorben oder wurde vergewaltigt *kopfschüttel*
Abgesehen davon möchte ich nachdrücklich betonen, dass es nur ein einziges Verhütungsmittel gibt, das gegen Krankheiten schützt. Jeder Mann, der Kondome ablehnt ist für mich komplett untendurch. Es ist das recht einer jeden Frau lebenslang auf Kondome zu beharren, weil keine Frau sich sicher sein kann, dass ihr Mann sie nicht betrügt. (Damit will ich nicht sagen, dass es nicht ok ist, auf Kondome zu verzichten, natürlich ist das ok!). Aber es ist genauso ok jeglichen GV ohne Kondom grundsätzlich abzulehnen (!)
Ich bin halt für Gleichberechtigung, und so hat auch jeder Mann das Recht, auf Kondome zu beharren. Und das Recht, GV zu verweigern, wenn er sich bei einer Verhütungsmethode unsicher fühlt. Und das Recht, jede sexuelle Handlung zu verwehren, die er nicht will, warum auch immer. Mehr sagte ich doch nicht, und da wird mir so widersprochen. Und das schockte mich.
Wie mein Gedanke zu dem "zwingen" kam, habe ich ja schon erwähnt - dass an keiner Stelle dem Mann das Recht zugestanden wird, GV zu verweigern, und alle Beteiligten immer nur sagten, dass die Frau dieses Recht habe. Du schriebst: "Sex gibt es nur unter meinen Bedingungen". Ich appelliere dafür, eine Methode zu finden, mit der sich alle wohlfühlen.
Du findest Kondom und NFP okay. Dein Freund würde z.B. sagen, er findet Dia und Kondom okay. Dann nehmt ihr n Kondom. Damit habt ihr die Entscheidung getroffen, die Verhütungsmethode zu nutzen, mit der sich beide wohl fühlen.
Ein anderes Beispiel wäre: Ein Paar ist ne Weile zusammen. Die Frau mag Kondome nicht, will die Pille aber absetzen, findet n Dia okay. Dem Mann kommt n Dia zu unsicher vor, er fand die Pille okay, aber er würde nun lieber Kondome nehmen. Die beiden werden sich nicht einig. Wenn nur die Frau über die Verhütung entscheiden darf und der Mann kein Mitspracherecht hat, dann müsste er ja Sex mit ihr haben, auch wenn er sich dabei schlecht fühlt. Dass da irgendwas nicht stimmt und dass das gewaltsam ist doch offensichtlich.
AkZee hat geschrieben:
Düse hat geschrieben:
Die_Erdbeere: Und für mich käme kein Mensch in Frage, der mich zu sexuellen Handlungen und Verhütungsmethoden zwingen wollen würde, die ich nicht will.
Sag mal, willst du diese falsche Aussage mit Gewalt unbedingt in die hier geschriebenen Posts hineininterpretieren?

Niemand hier hat geschrieben, dass er andere zu einer Verhütungsmethode zwingen will. Sondern nur, dass derjenige
selbst nur (und ausschließlich!) seine erwünschten Verhütungsmethoden zulässt.
Daraus kann sich der Partner dann etwas raussuchen und wenn nichts dabei ist, was demjenigen auch gefällt, dann gibts eben keinen Sex.
Wo genau liest du da irgendwelchen Zwang oder Gewalt heraus?

Es geht lediglich um eine Vorauswahl der möglichen Verhütungsmethoden, nämlich die, die man selber bereit ist anzuwenden. Das ist das Gegenteil von Zwang und die Grundlage jedes Konsens.
Wie beschrieben: An keiner Stelle wurde gesagt, dass auch der Mann das Recht hat, GV zu verweigern, wenn er sich unwohl fühlt. Und mir wurde widersprochen, als ich schrieb, dass es wichtig ist, dass sich beide/alle wohl fühlen sollten.
Camilla hat geschrieben:
Wenn Du ein Problem mit dem Wort Gebärmutter hast, könntest Du Dich dann vielleicht zu "Uterus" durchringen? Ich fühle mich von dem Begriff "Gebärmutti" leicht verarscht.
Ich wollte lediglich verhindern, dass der Text sich ausschließlich auf cis-idente Menschen bezieht (oder der Mann mit dem Frauenkörper in diesem Text als "Frau" erscheint). So richtig wohl fühle ich mich jetzt auch nicht dabei, wieder auf "Mann" und "Frau" zurück zu greifen, fand meine Umschreibung aber sperrig und für das Verständnis nicht förderlich :/
Menschen zu verarschen liegt mir fern. Es tut mir leid, wenn du dich durch meine Wortwahl verletzt gefühlt hast.
Estreya hat geschrieben:
Wir drehen uns im Kreis ;). Wie soll man denn eine gemeinsame Entscheidung treffen, wenn für die Frau eben nur eine Methode in Frage kommt? Ich als Frau werde ungewollt schwanger, ich als Frau muss evtl. Nebenwirkungen ertragen und ich als Frau würde mir evtl. Krankheiten einfangen. Also habe ich ale Frau auch alleiniges Bestimmungsrecht. Der Mann kann nur eins machen: auf Kondome beharren. Das ist sein Recht als Mann. Oder auf GV verzichten.
Da ist es doch

Was anderes sage ich doch die ganze Zeit nicht! Dass sich beide wohl fühlen müssen. Andere Praktiken als vaginalen Verkehr halte ich für ne gute Verhütungsmethode.