Hallo zusammen,
das ist ja der ideale Thread für einen Einstandsbeitrag...
Ich habe mal "Das wäre mir viel zu unsicher!" angeklickt, obwohl mein Umfeld es eher vorsichtiger formuliert: "Ist das nicht unsicher?" und sich daraufhin auch (zumindest scheinbar) interessiert die Erklärung anhört. Liegt wahrscheinlich daran, dass sie meine sehr rationale und technikbegeisterte Einstellung kennen und wissen, dass es auf keinen Fall etwas mit esoterischer Verklärtheit zu tun haben kann. Aber nachmachen wollte es dann bisher noch keiner. Die Argumente sind meistens "Komme mit der Pille/Nuva-Ring/etc. gut klar", "Ist mir zu aufwändig" oder "Mein Lebensrythmus ist zu unregelmäßig". Gerade das letzte Argument sollte sie eigentlich stutzig machen, denn mein unregelmäßiger (und bisweilen auch ungesunder

) Lebenswandel ist eigentlich schwer zu toppen. Aber was soll's, mir ist es eigentlich nur wichtig dass Menschen die mir wichtig sind überhaupt davon erfahren, ich hätte es gerne früher davon gewusst.
Ich beschränke es aber auf gute Freundinnen und Familie. Interessanterweise sind in meiner Familie alle hormonskeptisch. Meine Mutter habe ich im Verdacht, seit Jahrzehnten mit STM zu verhüten, denn sie hat ein Thermometer auf dem Nachttisch und uns Mädels schon früh den Zervixschleim erklärt. Muss ich mal nachfragen. Mein Vater findet es super, dass wir keine Hormone mehr nehmen. Weiter nachfragen tut er aber nicht, er ist noch auf dem Kondome-only-Stand. Meine Schwestern sind komischerweise, obwohl inzischen beide hormonabstinent, nicht besonders an STM interessiert auch wenn sie mir glauben, dass das ne gute Sache ist.
Ich habe nach jeweils zwei "Pillenphasen" mehrfach intensiv nach Alternativen gesucht, weil ich es abgesehen von der Teeniezeit mich nie richtig wohl damit gefühlt habe (die typischen, schleichend steigenden Nebenwirkungen halt). Spiralen, Gynefix o.ä. kamen aber auch nicht infrage, bei dem Gedanken mir Metallteile einbauen zu lassen gruselt es mich noch mehr. Also bin ich schon vor Jahren während der damaligen festen Beziehung konsequenter Kondomfan geworden und hatte damit auch bis heute keine Probleme oder Unfälle. Lange Zeit kam wegen eines etwas ausschweifendem Singlelebens auch sowieso nichts anderes infrage. Seit ich wieder eine Beziehung habe kam die Verhütungsfrage aber wieder auf den Tisch (Hormone aber ausgeschlossen - wer einmal ohne war...

). Also wieder recherchiert, Sensiplan gefunden - und innerhalb von Stunden überzeugt gewesen (mit Daten und Zahlen kriegt man mich sofort

).
Mein

(um wieder auf's Thema zu kommen) ist noch ziemlich jung, ein recht unbeschriebenes Blatt und war natürlich erstmal skeptisch. Hat aber sofort eingesehen dass Hormone Mist sind und dass er mir eh vertrauen muss, wenn er nicht ständig ein Gummi benutzen will. Ich weiß gar nicht, wieviel er inzwischen darüber weiß, da ich es ihm nur die Grundlagen und die Sicherheit erklärt habe. Meinetwegen kann er da unwissend bleiben, solange er seinen Beitrag (Kondom richtig benutzen wenn ich es sage) dazu leistet. Außerdem zuckt er bei Ausdrücken wie "Muttermund" oder "Gelbkörper" zusammen

. Er ist es halt nicht gewohnt, über sowas zu sprechen, aber da bin ich stumpf. Beim Messen kommen dann manchmal kleine Scherze wie "zeigt es jetzt an dass wir Drillinge bekommen?". Aber ich glaube heimlich findet er es doch faszinierend, wie man den Körper "ausnutzen" kann. Neulich sind ihm mal größere Mengen S-Schleims begegnet und da hat er mal nachgefragt, was dass denn sei. Da habe ich dann einen kleinen Zervixschleimvortrag gehalten und natürlich erwähnt, dass der als Wohlfühlmedium für das Sperma dient. Darauf kam nur ein anerkennendes "Nice..."

anstatt das erwartete "Ihh". Ich glaube das wird noch was mit ihm und der STM.
Aber jetzt kommt der Knüller: Ich kann ja noch verstehen, wenn mir Leute sagen, dass STM für sie nichts zur Verhütung ist. Jeder Mensch ist anders und ich finde nur, dass man seine Entscheidung gut informiert treffen sollte. Aber zwei sehr gute Freundinnen von mir wollen seit längerem (1.5-2 Jahre und beide gerade mal Ende 20)

werden und werden es nicht. Da kamen schon Zweifel auf, beide sind inkl.

schon beim Check gewesen etc. Ich habe ihnen STM zum Schwangerwerden nahegelegt, mehrfach. Es der Parkuhr zu erzählen hätte wohl ähnlich viel Erfolg gebracht.

Nö, lieber viel Geld bezahlen für Tests, Ultraschalls etc. Die eine erzählt mir heute sogar dass die KiWu-Klinik ja dann auch medikamentöse Behandlung anbietet und das ja die nächste Möglichkeit wäre... Hallo?

Ich verstehe es nicht. Ich bin echt kein "Öko" oder Medikamentengegner. Aber das ist doch Schwachsinn, es kann soviel einfacher, billiger und frustfreier gehen. Aber die hören mir gar nicht richtig zu.
Ich weiß nicht, meine Erfahrung bisher ist, dass beim "Anstecken" mit STM egal ob zur Verhütung oder zum Kinderwunsch vor allem an einem scheitert: Die Leute sind zu faul, um sich mit den Zusammenhängen zu beschäftigen. Sie wollen eine bequeme Lösung geliefert bekommen. An den Vorurteilen hängt es in meinem Umfeld gar nicht so sehr...
Wie auch immer, erstmal genug geschwallert :). Ich lese hier schon länger mit und finde die Stimmung und Hilfsbereitschaft hier im Forum toll!
Liebste Grüße!