Meghann, das läuft sicher sehr unterschiedlich.
Es gibt natürlich auch Ärzte die sich viel Zeit nehmen und super beraten.
Ich habe manchmal schon 15 Minuten gebraucht um aus einer Frau herauszubekommen WAS sie denn jetzt wirklich falsch gemacht hat bei der Pilleneinnahme und vor allem in welcher Einnahmewoche, wann es Verkehr gab und wie lange der Einnahmefehler her ist. (Egal ob privat oder beruflich)
Wenn man dann noch Verständnisproblemen begegnet, die Anwendung der Pille danach erklären muss usw.,glaube ich nicht, dass z.B. ein ärztlicher Bereitschaftsdienst hier die Möglichkeit hat ausreichend zu beraten.
Oft muss man wohl mit einer Standpauke wegen der Panne rechnen, auch Beratung rund um die Wahl des Verhütungsmittels generell (oft mit Empfehlung einer "Langzeitmethode") ist bei dieser Gelegenheit sehr üblich. Und genau das ist ja auch ein Argument, dass ständig zur Sprache kommt. Dass genau diese allgemeine Verhütungsberatung in diesem Fall so wichtig und nur durch Gynäkologen zu leisten wäre.
Die Beurteilung der konkreten Panne erfordert meiner Meinung nach aber keinen Gynäkologen. Wenn ein Verweis an den Arzt nötig ist (z.B. Spirale verrutscht, erhöhtes Thromboserisiko bekannt...) sollte er auch kommen, wenn die Apotheke ihre Arbeit ordentlich macht. Nach Vorerkrankungen und anderen Medikamenten fragen sollte selbstverständlich sein.
Zumal auch andere Ärzte die Pille danach verschreiben dürfen, es aber oft nicht tun.
Mit einem gut ausgearbeiteten Leitfaden und evtl. auch Testkäufen könnte man sicher eine sehr gute Beratungsqualität erreichen. Vor allem wären damit unnötige Verzögerungen ein viel kleineres Problem.
Ich habe es sicher schon oft in disversen Threads geschrieben, wenn man z.B. unter 16 ist, auf dem Land wohnt und dann noch Wochenende ist hat man viel vor sich, wenn man an Notfallverhütung kommen will. Und gerade hier finde ich Verzögerungen und damit auch erhöhte Schwangerschaftsraten unverantwortlich.
Da gibt es so nette Hindernisse wie schlechte Verbindungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, Bereitschaftsdienste, die unter 16 Jährige wieder wegschicken, Krankenhäuser, die einen erst am nächsten Tag sehen wollen, weil das ja nun wirklich kein Notfall ist usw. Dann kommt noch der Weg zur (Notdienst)apotheke hinzu und die Stunden vergehen.
Zitat:
Bei einer Einnahme innerhalb der ersten 24 Stunden lässt sich eine Wirksamkeit von bis zu 95% nachweisen. Nach 24 Stunden sind es 85%, zwischen 48 und 72 Stunden sind es 58% (Quelle: The Lancet, Vol. 352, August 8, 1998).
Ich bin ganz auf der Seite von profamilia und der WHO.
Ultraschalluntersuchung:
Bei der Pille danach wird normalerweise nicht körperlich untersucht. Manche Ärzte wollen eine vorher bestehende Schwangerschaft mit einem Urintest ausschließen, eine gynäkologische Untersuchung (Tasten, Ultraschall usw.) ist ganz sicher nicht die Regel.
Edit: Ein Kontrollultraschall nach 2-3 Wochen wird von manchen Ärzten gemacht. Also sicher gehen, dass die Pille danach funktioniert hat.