Ich grabe diesen Threat mal aus, weil ich immer mal wieder hier im Forum lese "Hätte ich NFP/Gynefix schon früher gekannt, hätte ich niemals zu Hormonen gegriffen". Ich möchte ein wenig darüber schreiben, wie einige Mädels in meinem Alter, die alle über NFP und Gynefix bestens informiert sind, die Verhütung handhaben. Ich denke das passt hier ganz gut, weil bei allen die Eltern eine Rolle spielen.
Ich mache in meinem Umfeld eigentlich kein Geheimnis daraus, dass ich NFP seit ich 15 bin mache, einige Zeit auch damit verhütet habe und, dass ich Kupfer zur Verhütung sehr empfehlen kann. So gut wie alle finden es "cool", dass ich mich so gut mit Alternativen auskenne. Die allgemeine Meinung über NFP ist eher "kann mir schon vorstellen, dass das sicher ist, aber ich wäre dafür wohl nicht konsequent/interessiert genug ect."

. Die Gynefix bzw. Kupferspiralen finden die meisten genial wegen der Unkompliziertheit.
Die meisten in meinem Umfeld haben zumindest anfangs nur mit Kondomen verhütet und einige haben in Betracht gezogen, sich in der nächsten Beziehung eine Gynefix/Spirale legen zu lassen.
Freundin A (17) trägt eine Goldspirale seit sie 15 ist und ist absolut glücklich damit. Sie wäre auch mit Kondomen als alleinige Verhütung einigermaßen zufrieden gewesen, ihre Mutter bestand aber auf eine zusätzliche Absicherung, also eigentlich ursprünglich auf die Pille. Als sie mich nach ihrer Meinung fragte, drückte ich ihr einen Flyer über IUPs in die Hand und seither ist sie überzeugt, sich keine Hormone antun zu wollen. Für ihre Mutter war das IUP ein Kompromiss, sie bezahlte auch die Hälfte des Preises. Ich hatte ihr auch eines meiner Bücher über die STM geborgt, allerdings hat sie nach einigen Seiten aufgegeben, es zu lesen, weil sie es langweilig fand
Freundin B (18) wurde noch vor ihrem ersten Mal von ihrer Mutter zur FÄ geschleppt, um vorbeugend die Pille zu erhalten. Ihre FÄ meinte, dass alles andere in ihrem Alter unpassend/unsicher wäre und propagierte die Pille. Trotzdem entschied sich B vorerst nur Kondome zu benutzen. Sie bat mich auch, ihr eines meiner STM-Bücher zu borgen und praktizierte einige Zyklen lang NFP inklusive Freigaben. Auf Druck ihrer Mutter und weil sie Kondome als störend empfand, ließ sie sich eine KS legen, die sie allerdings nach wenigen Wochen verlor, ebenso wie die Gynefix, die ihre FÄ ihr gleich danach legte. Das Ende von Lied ist, dass sie nun doch widerwillig die Pille schluckt (inklusive 3x vergessen gleich beim ersten Blister), weil ihre Mutter ihr Druck machte, dass sie mit NFP ohnehin in Null komma Nix schwanger wäre und sie dann keine (finanzielle) Unterstützung erwarten könnte

. Sie redete immer wieder auf sie ein, dass Temperatur messen etwas für den KiWu sei und interessierte sich einen Dreck für die Methode im Detail.
Bekannte C (16) hätte, wenn es nach ihrer Mutter ginge, die Pille ab der ersten Mens nehmen sollen, um ja sicher zu gehen

. Damals hielt sie es aber noch nicht für nötig, weil sie ohnehin noch keinen Sex wollte. Als Verhütung ein Thema wurde, dachte sie über eine Gynefix nach. Für NFP hätte sie weder das nötige Interesse (da von ihrem Körper keine Ahnung), noch Konsequenz. Da ihrer Mutter nicht bereit war, die Gynefix oder Kondome zu bezahlen, schluckt sie nun doch die Pille, die ihre Eltern finanzieren (in Österreich bezahlt die Kasse sie nicht). Vielleicht sollte ich erwähnen, dass C extrem unorganisiert, naiv und schlampig ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie keine Einnahmefehler mit der Pille macht (Blister verlieren würde richig gut zu ihr passen) bzw. sich über die Folgen Gedanken machen würde.
Bekannte D (16) bekommt die Dreimonatsspritze seit sie 13 ist, weil ihre Eltern damals schon "vorsorgen" wollten. Sie kann sich nicht vorstellen, dass hormonfreie Verhütung funktioniert.
Kurz zu meiner Situation: Meine Mum hat selbst noch nie hormonell verhütet und macht seit 30 Jahren erfolgreich NFP. Sie ist absolut froh, dass meine Schwester (15, bisher kein Verhütungsbedarf) und ich nicht aus Gruppenzwanggründen oder "weil es alle machen" künstliche Hormone zuführen wollen. Über Gynefix/KS wusste sie bevor ich mich darüber informiert habe nicht besonders viel, unterstützt diese Langzeitverhütung aber finanziell und ist dennoch froh über die Absicherung, keine Fehler machen zu können.
Was ich damit sagen will: Auch wenn der Großteil der Mädels in meinem Bekanntenkreis sehr selbstständig und relativ unabhängig von den Eltern ist, fällt auf, dass niemand ohne die (finanzielle) Unterstützung der Eltern bzw. insbesondere der Mutter ohne Hormone verhütet. Klar, Hormone sind nicht nur "böse" aber viele Mütter sehen die Pille als das Nonplusultra, selbst wenn für ihre Töchter möglicherweise andere Methoden viel geeigneter wären.