Mit 13 habe ich mit der Meliane angefangen. Fast von Anfang an im Langzeitzyklus, obwohl meine FÄ sich damit nicht auskannte. Alles bestens, außer Regelschmerzen eben, wenn ich doch mal eine Pause machen musste. Nach einem Vorfall mit dieser Ärztin habe ich mir mit etwa 15 eine neue Praxis gesucht.
Die Ärztin wollte mir nicht einfach weiter die Meliane verschreiben, ohne aufs Faktor-V-Leiden-Mutation testen zu lassen. (Das rechne ich ihr hoch an. Wusste damals nichts von FVL. Kurz darauf lag meine beste Freundin, deren Frauenarzt sie nicht testen lies, mit 3 tiefen Beinvenenthrombosen im Krankenhaus..) Ich bekam dann die Cerazette mit zum Ausprobieren, weil Östrogenfrei. Die Cerazette habe ich 2 Monate genommen, bekam extrem Pickel, fettige Haare, nahm an Gewicht zu und war dauernd in gereizter Stimmung.
Nachdem keine FVL-Mutation vorlag, bekam ich dann mit etwa 16 die Yasminelle verschrieben. Auch die nahm ich im Langzeitzyklus, meine Frauenärztin fand das auch "vernünftig", dh sie war der Meinung, dass eine Pause nicht notwendig ist, wenn Frau nicht will.
Betonen möchte ich, dass mir meine Frauenärztin die Pille nicht angedreht hat. Ich wurde auch über nichthormonelle Möglichkeiten informiert, zB Kupferspirale. Aber das wollte ich damals nicht, ich wollte unbedingt die Pille, um keine Blutungen zu haben.
Ich hab die Pille einfach immer so lange genommen, bis ich leichte SB bekam, und dann bei nächster Gelegenheit 7 Tage Pause gemacht. Hat alles knapp 6 Jahre gut funktioniert. Dann bekam ich plötzlich häufig Zwischenblutungen, öfter Pilzinfektionen, unerträgliche Regelschmerzen (hatte ich sonst auch, aber nie so heftig).
In der Zwischenzeit war ich umgezogen, musste mir also einen neuen Arzt suchen. Ich glaube, das war letztes Jahr im September, ich war (bzw bin noch immer) 22. Er erklärte mir, dass es leider sein kann, dass der Körper die Pille jahrelang problemlos verträgt und dann plötzlich rumspinnt. Da mir aber wichtig sei, meine Blutung kontrollieren zu können, wäre ein Versuch mit einem anderen Präperat möglich. Er hat mir dann die Valette verschrieben.
Leider haben sich meine Beschwerden eher noch verschlechtert. Ich hatte Ausfluss, alles war trocken, Juckreiz.. musste wegen einer HNO-Sache Antibiotika nehmen, darauf hin einen wirklich fiesen Pilz bekommen (bekam ich nach Antibiotika immer, aber der war besonders doof).. Zwischenblutungen, Kopfschmerzen und so weiter. Nach einer wilden Silvesternacht dann eine so fiese Infektion, dass ich kaum noch schlafen konnte, weil alles gebrannt und gejuckt hat..
Bin dann schnellstmöglich zum Frauenarzt und hab Medikamente dagegen verschrieben bekommen. Für mich war zu diesem Zeitpunkt klar - ich will das mit der Pille so nicht mehr, damit fühle ich mich nicht wohl. Habe dann mit meinem Arzt übers Absetzen und über meine Alternativen gesprochen. Er hat sofort akzeptiert, dass ich keine Hormone mehr möchte, und überhaupt nicht versucht, mir da reinzureden.
Beim Kontrolltermin eine Woche später hatte ich mich dann schon für ein IUP entschieden. Für die Kupferkette bin ich leider zu "verbaut"

, aber seit 4 Wochen trage ich eine Kupferspirale.
Das einzige, was ich mich frage..
Ich habe jahrelang unter Depressionen gelitten. War seit meinem 13. Lebensjahr mehrfach in Behandlung. Hab jahrelang mit einer Essstörung gekämpft. Und noch mehr Dinge, die ich hier nicht breittreten will.
In all diesen Jahren hat mir nie wer geraten, doch mal versuchsweise die Pille abzusetzen. Nicht die Ärzte, die gecheckt haben, ob die Schilddrüse dran schuld ist. Nicht die Psychiater, die aber drauf achten mussten, ob die Psychopharmaka nicht wechselwirken.
Ich wüsste einfach gern, ob die Pille einen Anteil an meiner persönlichen Horrorstory hat. Nicht mal unbedingt als Auslöser der psychischen Störungen, aber es reicht ja, wenn sie einfach zu deren Aufrechterhaltung beigetragen hat.
Nur das werde ich wohl nie rausfinden, fürchte ich.. und sich damit abzufinden, wird schwierig.
