Achtung, ewig langes Posting
Da das Forum heute offline war, habe ich den Text vorbereitet und er wurde immer länger ...Sol hat geschrieben:
Ich habe bei der Telefonsprechstunde der AG NFP angerufen und mein "Problem" geschildert. Die freundliche Dame hat mir gesagt, dass ich in diesem Fall ihrer Meinung nach die BD anwenden könne, wenn der optische und gefühlte Umschwung (Eiweißschleim und glatt bis glitschig zu nichts) so deutlich sei. Meine Sorge, dass Wasserschleim ja als höchste Qualität gelte, teilte sie nicht in diesen Fall und wies auf die hohe Subjektivität des Empfindens hin.
Ich wende also ab jetzt wie geplant die BD an und gebe frei, wenn zusätzlich die Temperatur nach Döring auswertbar ist. Das Muster werde ich natürlich weiterhin beobachten und bei Veränderung meine Vorgehensweise wieder überprüfen.
Ich bin mit der Lösung jetzt zufrieden und sie erfüllt mein Sicherheitsbedürfnis.
Meghann hat geschrieben:
Danke Sol, für diesen Beitrag. Ich habe diesen Zyklus mal wieder dasselbe Problem und hadere die ganze Zeit mit mir, die BD wirklich anzuwenden, obwohl der Schleim nur S-Konsistenz hat und allein mein Gefühl auf S+ verweisen würde...
Ich werde jetzt die BD anwenden!

So, da mich das Thema "rinnend", S oder doch S+, regelkonform oder doch schon Freestyle-NFP, Binnendifferenzierung oder doch nicht ... nicht losgelassen hat dachte ich, ich rufe auch einfach mal bei der telefonischen Sprechstunde an. Hier mein Bericht:
Ich habe dort erzählt, dass ich NFP mittlerweile seit 11 Zyklen mache, die Temperaturauswertung immer gut funtioniert, ich seit ungefähr 5 Zyklen auch ein deutliches Schleimmuster ausmachen kann (vorher war es ansatzweise auch da, aber da pp noch nicht so ausgeprägt) und der Schleimumschwung mit Begleitsymptomen für mich deutlich wahrnehmbar ist. Mich verunsichert jedoch, dass ich auch in der Hochlage immer mal rinnend empfinde, was ja als S+ zählt, auch wenn mein Beobachten dann entweder S oder nichts ist.
Die
Antwort der Beraterin war ganz eindeutig: Wenn ich drei Tage nach dem Schleimhöhepunkt keinen Schleim derselben Qualität finde, kann ich meine Auswertung abschließen (natürlich nur in Verbindung mit der Temperatur). Schleim derselben Qualität = Schleim, der der
Art meines individuell festgestellen hochfruchtbaren Schleims entspricht. Bei mir ist das glasiger spinnbarer Schleim, der von der Konsistenz von Glibberschleim bis Eiweißschleim reicht.
Zum Rinnen hat sie gemeint, dass das vor allem am Zyklusanfang wichtig ist, nicht dass man noch freigibt, weil man noch keinen Schleim sieht, aber er ist schon im Anmarsch. (Aber am Zyklusanfang gehe ich eh lieber auf Nummer sicher.) Da mein Hochlagenschleim trüb, weißlich bis gelblich und cremig ist, spricht das ja eindeutig für S.
Die Beraterin hat auch darauf hingewiesen, dass ja immer Scheidenfeuchtigkeit da ist, wenn man es also drauf anlegt, immer etwas Nasses finden könnte (weil ich schon oft über dem Spiegel hockend kontrolliert habe, ob da nicht doch irgendwas Ominöses rinnt).
Außerdem hat sie gesagt, dass man nicht vergessen darf, dass ja auch die reine Temperaturmethode eine sehr hohe Sicherheit hat. Wenn ich mich also schon deutlich in der Hochlage befinde (ich war ja bereits am siebten Hochlagentag), dann sichert mich das ja auch ab.
Das Wort "Binnendifferenzierung" ist übrigens im Gespräch nicht gefallen.
Um ehrlich zu sein, hat mich erst das Forum im Punkt "rinnend" so verunsichert. Nach dem Lesen von N&S kam für mich schon gut rüber, dass ich mein Schleimmuster finden muss, und meins ist ja Gott sei Dank auch "lehrbuchmäßig". Dazu meinte die Beraterin am Telefon, dass sie ja auch öfter im Forum mitliest und sie den Eindruck hat, dass es sich einige Mädels unnötig schwer machen.
Ich nehme für mich aus diesem Gespräch mit:- Ich habe mein individuelles Schleimmuster und die Körpersignale beim Umschwung gefunden und kann damit gut auswerten, vor allem auch deshalb, weil sich das in der Temperatur gut widerspiegelt.
- Ich muss mich nicht von jedem rinnenden, blubernden, kitzelnden oder Was-auch-immer-Gefühl verunsichern lassen.
- Ich werde auch in Zukunft in meinen Schleimkürzeln keine Binnendifferenzierung einführen. Wenn ich in der Hochlage meinen Schleim sehe, dann ist das S, wenn nicht, dann ist das f oder nichts. Klar könnte ich immer, wenn ich das Gefühl habe, es rinnt etwas, (S+) schreiben, aber das würde an der Auswertung nichts ändern.
- Wenn mein typisches Schleimmuster ausbleibt, die Signale beim Umschwung undeutlich sind oder ich mein Hochlagenniveau nicht eindeutig erreiche, bin ich natürlich äußerst kritisch in der Auswertung. (Aber das ist ja sowieso klar).
Damit dass jetzt niemand falsch versteht, ich möchte das Forum nicht kritisieren, ohne das Forum wäre ich ja auch nie zu NFP gekommen. Und natürlich ist es in einem Internetforum, bei dem niemand weiß, wer was wann liest und es auf sich bezieht, wichtig, besonders kritisch auf die Regeln hinzuweisen. Aber vielleicht muss man nicht jeden Schleimfitzel stundenlang mit anderen diskutieren und sich dadurch verunsichern lassen, sondern sollte mehr auf die eigenen Körpersignale hören. (Und das beziehe ich jetzt nicht auf die anderen Nutzer dieses Forums, sondern auf mich!)
Für mich war es auf jeden Fall gut, meine Zweifel in einem persönlichen (wenn auch nur telefonischen) Gespräch zu zerstreuen. Danke, Sol, dass du geschrieben hast, dass es die Beratungsgespräche gibt!
Und wenn ihr euch fragt, was ich euch mit meinem Riesenposting eigentlich sagen will: Vielleicht ist bei mancher alles viel klarer als sie im Moment denkt, bin für mehr Bauchgefühl und weniger Grübeleien, das nehme zumindest ich mir jetzt fest vor.
Liebe Grüße
Litus