Es ist unverantwortlich, dass man sich nicht an Anwendungsbeschränkungen und Indikationen hält. Wäre das der Fall, bräuchte man über ein Verbot vielleicht gar nicht nachdenken. Hätten die Frauen, die das Zeug nehmen auch Beschwerden würde die Nutzen-Risiko-Abwägung anders aussehen.
Für den Einsatz nur zur Verhütung ist Cyproteronacetat nicht gedacht bzw. sogar gefährlich. Zum einen ist der Wirkstoff stark Libidovermindernd (das kann nicht der Sinn eines "Verhütungsmittels" sein) zum anderen kann es zu Fehlbildungen an den Genitalien kommen, wenn das Präparat versehentlich in der Schwangerschaft genommen wird. Das geht bis hin zur Ausbildung einer Scheide und fehlendem Penis bei genetisch männlichen Föten.
Der Wirkstoff hat seinen Platz in der Therapie von Prostatakrebspatienten, Transsexuellen oder auch zur Triebminderung von Sexualstraftätern gefunden und ist auch da nicht unumstritten.
In einem Produkt, das eindeutig als Pille vermarktet wird, ist so ein Wirkstoff äußerst kritisch zu sehen. Hier behandelt man gesunde Frauen, oder welche mit ganz leichten Beschwerden.
Schade, dass man den Frauen die wirklich unter starker Akne oder männlicher Behaarung leiden eine Therapieoption nimmt. Frankreich scheint wohl keinen anderen Weg zu sehen zu einem vernünftigen Umgang mit dem Medikament zu kommen.
In Deutschland klappt das ja trotz aller Bemühungen auch nicht.
Es gibt viel zu viele gesunde Frauen, die die Tabletten über Jahre nehmen.

Edit: Hier kam das Thema auch schon auf:
http://www.nfp-forum.de/viewtopic.php?f=15&t=31315&start=285