eierknopp hat geschrieben:
Änne hat geschrieben:
aber eine Beweissicherung und die Pille Danach zu verweigern ist grässlich den Betroffenen gegenüber.
Pille danach und Beratungsgespräch waren schon erledigt, es fehlte echt nur noch die Beweissicherung und damit ist die überweisende Notärztin gleich bei zwei Häusern abgeblitzt.
Jein, das ist im konkreten Fall etwas komplizierter. Die beiden Kliniken, um die es geht, haben mal an dem System zur Beweissicherung mitgearbeitet, sind aber schon vor einiger Zeit ausgestiegen. (Detaillierte Infos dazu auf der Seite des Kölner Notrufs für vergewaltigte Frauen, der das Beweissicherungssystem in Köln betreut:
http://www.notruf-koeln.de/blog/)
Dämlicherweise stehen aber auf der Seite der Stadt Köln beide Kliniken noch drauf (
http://www.stadt-koeln.de/2/frauen/gegen-gewalt/08774/). Würde mich also nicht wundern, wenn die behandelnde Ärztin, die die Frau zur Spurensicherung schicken wollte, auch einer Fehlinformation aufgesessen ist.
So wie es der Frauennotruf beschreibt, hätten beide Kliniken die Beweissicherung rein praktisch gar nicht (mehr) machen
können, weil dazu ein Untersuchungsset gehört, das von denen aber mit dem Ausstieg zurückgegeben wurde. Es sind auch nicht alle städtischen oder evangelischen KH an diesem System beteiligt, es sind nur ein paar von den vielen, die es in Köln gibt.
Und da nerven mich gerade die Artikel mit entsetzten Stimmen von anderen katholischen Krankenhäusern, die sagen, sie würden natüüüüürlich die Beweissicherung machen. Nur halt nicht die Pille danach verschreiben, ups. Joah, dann sollen die Frauen also bei ihnen die Beweissicherung machen und dann an einer anderen Stelle noch mal die ganze Geschichte erzählen, damit sie die PD bekommen? Sehr sensibel.
Laut Kölner Frauen-Notruf haben die gescholtenen Kölner KH ihren Ausstieg aus dem System damit begründet, dass sie es sinnlos finden, nur einen Teil (nämlich die Beweissicherung) anzubieten, sie wollten den Frauen genau diese Prozedur ersparen. Das finde ich logisch richtig.
Der Skandal liegt m.E. ganz woanders, dass in Regionen ohne nicht-katholische KH die Frauen im Verhütungsnotfall echt auf dem Schlauch stehen, aber das ist ein ganz anderes Thema.