Meine Lieben,
ich bekomme vierteljährlich eine (kostenlose) Zeitschrift für Heilpraktiker, Tierheilpraktiker und Heilpraktiker der Psychotherapie und lese meist sehr interessiert, aber bei der jetzigen Ausgabe bin ich fast hintenübergekippt, als ich folgendes lesen musste:
Zitat:
Die Vor- und Nachteile hormonaler Kontrazeption sind schulmedizinisch gut erforscht. Auch die naturheilkundlichen Überlegungen zu synthetischen Hormongaben werden immer wieder kontrovers diskutiert, dennoch wird auch im Rahmen der naturheilkundlich orientierten Gynäkologie nach Abwägung verschiedenster Faktoren immer wieder eine Pillen-Empfehlung ausgesprochen. Bei vielen PCOS-Patientinnen ist eine antiandrogene Pille zunächst einmal Mittel der Wahl, wenn auch alternative Methoden wie Akupunktur hinsichtlich psychischer Begleitsymptomatik wirksam sein können.
Schulmedizinisch gut erforscht? Bis heute weiß man nicht genau, wie die Pille überhaupt wirkt.
Zitat:
Natürliche Methoden wie Basaltemperatur- und Zervixschleim-Methode haben sich insbesondere bei jungen Frauen kaum durchgesetzt, zu unzuverlässig – oder subjektiv aufwendig – ist ihre Anwendung. Ebenso wird eine gute Kenntnis des eigenen Körpers vorausgesetzt sowie genügend Zeit zur Beschäftigung mit genannten Methoden. Dies ist zwar wünschenswert, entspricht bislang jedoch nicht der gesellschaftlichen Realität.
Zu unzuverlässig, ja?
Zitat:
Frauen, die auf niedrigstmöglicher Hormonbasis verhüten möchten, kann mit einem vaginalen Monatsring (z.B. Nuvaring® von Merck MSD, Circlet® von Pfizer) nun ein Angebot gemacht werden, das zuverlässig und einfach zu handhaben ist und gleichzeitig die systemische Estrogenbelastung deutlich niedriger (15 μg EE/d Ethinylestradiol, 120 μg ENG Etonogestrel) hält, als es die Pille tut (30 μg EE/d).
Der Verfasser bekommt sicher Geld für seine hervorragende Werbung.
Zitat:
Im Rahmen einer psychosomatisch orientierten, sanften Gynäkologie erscheint der Monatsring als eine interessante Alternative zur Pille und zu weniger zuverlässigen Methoden. Letztlich wird es in der Kontrazeptions-Beratung aber immer darum gehen müssen, die passende Methode für die individuelle Patientin im jeweiligen Kontext zu finden, also das kontrazeptive Dreieck zu berücksichtigen. Es wäre vermessen, aus ideologischen Gründen auf einer vermeintlich richtigen Methode zu beharren.
Ich finde es dagegen vermessen, den Nuvaring und seine Geschwister als "sanft" zu bezeichnen.
Ich überlege noch, wie ich den Leserbrief an den Verfasser formuliere. Dass er einen Brief bekommt, steht jedoch fest.
Die Quelle findet sich hier:
http://www.paracelsus-magazin.de/alle-a ... ative.html
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Gut feelings are guardian angels.
