Aoi, das war exakt die Kritik, die ich bei meiner Ausbildung angebracht habe, und zwar, dass auf andere Religionen nicht eingegangen wurde. Und grad, wenn man in Wien in einer Familienberatungsstelle sitzt, ist es sehr wahrscheinlich, dass man Klientinnen mit islamischen Hintergrund hat. Da hätte ich gerne gewusst, was für sie wichtig ist.
Ansonsten lasse ich Moraltheologie in meinen Beratungen außen vor (außer, die Klientin würde explizit danach verlangen). Dadurch, dass ich ja noch Verhütungsberaterin bin, kann ich die Kondome und Co. aus meiner Sicht als Verhütungsberaterin einbringen. Auf meiner Homepage findet sich zB auch ein Bild von Kondomen - aus dem Grund bin ich auch bei meinem Ausbildungsinstitut nicht verlinkt, so what? Meine Kundinnen finden trotzdem zu mir.
w/ Moraltheologie: die grundsätzliche Idee dahinter (also, dass die Frau nicht jederzeit und uneingeschränkt dem Mann "zu Willen" sein soll) finde ich ja durchaus begrüßenswert. Allerdings überwiegen für mich die Nachteile. Was für mich nicht heißt, dass ich nicht Cherrypicking betreiben kann, dieses Recht hab ich als Agnostiker ja, ich betrachte die katholische Sicht der Dinge als durchwegs interessanten philosophischen Zugang, aber genauso, wie ich den Buddhismus als interessante Philosophie betrachte

. Was ich aber in jedem Fall explizit ablehne ist JEDE Art von religiösem Fanatismus und da ists mir herzlich wurscht, ob die betreffenden Fanatiker katholisch, muslimisch oder was-auch-immer sind.