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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:20 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 8. Januar 2009 14:07
Beiträge: 6890
Nunja, ich denke, die eine Frage ist die nach der Ethik und die andere die nach der Umsetzbarkeit im Rahmen der Gesellschaft und ihres historischen Kontextes (hihihi, so schön geschwollen schon lange nicht mehr formuliert).

Ethisch finde ich die Beschneidung nicht, ich kann auch keine der religiös motivierten Argumente nachvollziehen, aber umsetzbar finde ich ein Verbot auch nicht, da Religionsfreiheit im Grundgesetz verankert ist und ich dem anderen zugestehn muss, eine Lebensweise zu führen, die ich nicht verstehe. Oder: Ich kann akzeptieren, dass andere Leute Beschneidung als Bestandteil ihrer Religion praktizieren, muss es aber nicht einverstanden damit sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:22 
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Moderatorin

Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
Beiträge: 26849
Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
Estreya hat geschrieben:
Ich akzeptiere die Meinung, dass Beschneidungen erlaubt sein sollten nicht, nein. Und dagegen argumentiere ich auch.

Ja, und deine Beispiele machen auch richtig Lust darauf, weiter mit dir zu reden.

Sorry, aber es ging einfach "nur" darum, warum der Eingriff der Beschneidung unter anderem meiner Meinung nach nicht mit dem Eingriff der Genitalverstümmelung zu vergleichen ist. Ich frage mich, was es bringen soll, sowas dann in absurden Bezug mit phantasievollen Beispielen irgendwelcher Zwangshormonimplantate zu setzen.

Und auch ich frage mich, warum es diesen Thread gibt, wenn du doch augenscheinlich nur einen monothematischen Austausch darüber möchtest. Dann hättest du dir das auch sparen können.

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Wir befinden uns im Jahr 50 nach der Pille. Ganz Deutschland ist von hormoneller Verhütung besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Frauen bevölkertes Forum hört nicht auf, der Pille Widerstand zu leisten! Und das Leben ist nicht leicht für die hormonellen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Frauenarztum, Hebammum und Apothekum liegen...
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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:25 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 28. Oktober 2008 22:06
Beiträge: 731
Wohnort: Bayern
NFP seit: 09/2007
Estreya,

es geht halt nunmal um ganz fundamentale Werte: Religion, Glaube, Tradition...

Wie man nun aber begreiflich machen kann, dass die modeweise Einnahme von Hormonen auf einer völlig anderen Ebene rangiert, weiß ich leider auch nicht. *nixweiss*

Ich hatte auch von Anfang an den Eindruck, dass Deine Meinung schon derart vorgeformt ist, dass eine ernsthafte "Debatte" kaum möglich ist.
Schön fand ich dagegen, dass viele andere Userinnen hier für mich interessante Denkanstöße niedergeschrieben haben, die die Diskussion dann doch noch wertvoll werden ließen. *daumenhoch*

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Wyo, mit kleinem Sternenbub (2008), zaubernder Hexe (2010) & kuscheligem Rambo (2012),
kurvt gelangweilt in der Prämenopause vor sich hin,
tanzt wieder Ballett und liebt ihre Querflöte, Tiroler Volksharfe und ihre Quetsch´n.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:26 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 16. August 2005 23:04
Beiträge: 5884
Absurd ist daran gar nichts - ein Argument der Gegenseite war es, dass es ok sei, weil die meisten damit klarkommen...die meisten kommen auch mit Hormonen klar!

Genauso thoe - wie zum xten Mal erklärt, ist die Religionsfreiheit nur eingeschränkt geltend, eingeschränkt durch ein übergeordnetes Grundrecht. Pressefreiheit haben wir auch, trotzdem darf nicht alles geschrieben werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:29 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 8. Januar 2009 14:07
Beiträge: 6890
nun, ob das aktuelle Pressegesetz mit den Teilweise-Verboten sinnvoll ist, bin ich mir nicht sicher.
Auch Drogenverbote - bin ich mir nicht sicher.
Gibt einiges, worin ich mir nicht so sicher bin, ob die dt. Gesetzesgebung so sinnvoll ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:34 
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Moderatorin

Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
Beiträge: 26849
Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
Estreya hat geschrieben:
ein Argument der Gegenseite war es, dass es ok sei, weil die meisten damit klarkommen...

Ich nehme an, dass ich zur "Gegenseite" gehöre (da hier ja anscheinend alle gegen dich sind, die nicht für dich sind) und nein, das war nicht das Argument. Ich habe das hier auch von niemand anders in dieser Form gelesen. Es wäre schön, wenn du dich mit den anderen Beiträgen wenigstens beschäftigen würdest und in deiner Aufgebrachtheit nicht einfach reinlesen würdest, was dir gerade passt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:40 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 16. August 2005 23:04
Beiträge: 5884
"Wenn es bei den Yoruba ein ähnlich fundamentaler Initiationsritus ist und die überwiegende Mehrzahl davon keinen nennenswerten Schaden davonträgt, wäre das logisch und folgerichtig"

Darauf habe ich reagiert - ich kann sehr wohl lesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:52 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 8. Januar 2009 14:07
Beiträge: 6890
Es ist vielleicht hilfreich das Topic, den Permanent-Link oder den Schreiber zu nennen, wenn man sich auf etwas bezieht. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:53 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 11. Dezember 2009 23:53
Beiträge: 450
@Estreya: Betroffenheit und Entsetzen sowie die nicht vorhandene Bereitschaft das Thema aus allen Richtungen zu reflektieren bringen aber niemanden weiter. *freunde*

Ich bin auch dagegen, habe mir aber die Bereitschaft erhalten neugierig zu bleiben und nachzufragen warum.

Mit Empörung und dem festen Willen den anderen nicht verstehen zu wollen kommst Du auch in der Sache nicht weiter. Das bringt den Diskurs und das Thema nicht voran. "Ich bin aus dem Thema raus"- heißt: Du hast Dich selbst außen vor gestellt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:54 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 16. August 2005 23:04
Beiträge: 5884
Sorry - es war der Beitrag von Sternenstaub um 19:01 Uhr.

Fluffi, ich habe geschrieben "ich bin hier raus", weil die Gegenargumente meist mit Verständnis der Tradition und Kultur zusammenhängen. Was ich geschrieben habe war in dem Fall viel zu kurz und daher auch nach außen nicht verständlich, aber wenn ich mich selbst betrachte und wie ich innerlich denke, dann fehlt mir generell der Zugang und das Verständnis, ja auch der vielleicht nötige Respekt für religiöse Tradiotionen und kulturelle Riten (aller Weltreligionen) generell. Das einzige Argument, das für Beschneidungen gebracht wird, ist für mich absolut nicht zugänglich. Das könnt ihr jetzt als Selbstkritik lesen oder Begründung - aber was ich sehe ist NUR: ein kleiner Teil der Menschheit leidet und es gibt keine Harten Fakten, die dafür sprechen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 20:07 
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Inventar

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Beiträge: 2067
NFP seit: 05/2011
ich finde die Diskussion dieses Themas so müßig wie die der Pränataldiagnostik, Kopftuchverbot etc.pp. man findet für jede Seite die passenden Argumente, Emotionen kochen hoch und im Endeffekt hat man nichts gewonnen.
Ich zähl mich zur Mehrheit der Unentschlossenen. Auch wenn ich die Beschneidung als Körperverletzung anerkennen kann (hab ich mir bisher keine Gedanken drum gemacht), glaube ich trotzdem nicht unbedingt, dass ein Verbot die Situation verbessern würde.

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Mariechen

Mit (2018) im Herzen. Mit MärzKäfer (2020) an der Hand. Guter Hoffnung. Kurven nicht regelkonform.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 20:45 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 11. Dezember 2009 23:53
Beiträge: 450
@Estreya:
Zitat:
Fluffi, ich habe geschrieben "ich bin hier raus", weil die Gegenargumente meist mit Verständnis der Tradition und Kultur zusammenhängen.


Ah- OK. Ja nun, aber mit dieser Haltung ist es schwierig einen Diskurs zu beginnen.

Diskurs beinhaltet für mich immer die Möglichkeit was neues zu lernen und Situationen besser zu begreifen.

Aber- das ist jetzt OT.

Im Moment mache ich mich gerade schlau und versuche die jüdisch- religiöse Komponente besser zu verstehen. Da fehlt mir einfach sehr viel Wissen, ich bin neugierig und möchte erfahren was dahintersteckt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 18. Juli 2012 09:07 
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Inventar

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Beiträge: 2109
Wohnort: da, wo die Sonne aufgeht
NFP seit: Oktober 2008
thoe hat geschrieben:
Und zu glauben, bei Kindern, die in religiös geprägten Familien aufwachsen, würden nicht auch Fälle von Vernachlässigung auftauchen, ist meiner Meinung nach auch nur Wunschdenken.

Das habe ich nicht behauptet.

Der Vergleich mit den Hormonen ist doch gut. Auch da kommen viele Frauen mit klar und ich teile die Sichtweise nicht, die viele Frauen im Forum vertreten, dass Hormone immer schädlich und böse sind. Bzw. nehmen sie die Folgen für die damit gewonnene Freiheit in Kauf. Und ja, Eltern nehmen durch ihre Erziehung und vielleicht die Entscheidung zur Beschneidung irreparable "Schäden" in Kauf. Das Wort "menschenverachtend" an dieser Stelle zu benutzen, weil ich Respekt vor den Traditionen anderer Kulturen/Religionen habe, finde ich stark übertrieben.

Auch bei dem Beispiel mit den Yoruba habe ich stark eingeschränkt. Es gibt in anderen Kulturen auch die Mode, dass man den Hals mit Ringen streckt oder die Unterlippe mit einem Tonteller versieht. Das finde ich nicht sonderlich toll, sehe keinen Sinn darin. Aber was für ein Recht habe ich darüber zu urteilen? Ich halte es für wahnsinnig arrogant und kolonialistisch, die "westliche Kultur" oder was auch immer das ist, als die fortschrittlichste oder die für die Menschen Beste anzusehen. (Achtung provokativ: ist die Freiheit von Religion wirklich fortschrittlicher? Sitzen wir nicht alle dem hegelschen Geschichtsdenken auf?) Deswegen würde ich es nie im Leben wagen, Tonteller in Lippen, Halsringe, Zehenpiercings, Beschneidung oder was auch immer zu verbieten, auch wenn es für gewisse Menschen Leid bedeutet. Das sollte meiner Meinung nach dadurch eingeschränkt sein, dass niemand dazu gezwungen werden darf, im Falle einer Veränderung am Kind auch die Eltern nicht.

Was mich zu meinem Argument zurück bringt, dass Eltern eigentlich immer versuchen mit bestem Wissen und Gewissen für ihr Kind zu entscheiden. Und wenn sie die Beschneidung für eine gute Sache halten, dann habe ich auch Respekt davor und kann diese Eltern nicht als dumm oder barbarisch darstellen. Keiner von uns kann die Folgen einer Handlung am Kind wirklich vorher einschätzen.

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Mit Töchterlein seit 04/15. Wieder freestylekurvend.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 18. Juli 2012 12:49 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 31. Juli 2010 13:54
Beiträge: 271
ich muß gestehen, daß ich bisher sowieso nicht verstanden habe, warum ärzte überhaupt beschneidungen durchführen, denn eigentlich widerspricht es dem hippokratischen eid, es liegt (außer bei vorhautverengungen) ja wirklich keinerlei medizinische notwendigkeit vor (wenn jetzt jemand mit schönheits-ops kommt, selbst da könnte man noch eine psychische komponente heranziehen, aber bei beschneidung eines säuglings gibt es eigentlich nix, was man in bezug auf den betreffenden heranziehen könnte).

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Mit den beiden Krawallzwergen (04/11) und Schnuffelchen (03/15) im täglichen Wäschewahn! Und jetzt auch mit drei Hoppelhasen


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 18. Juli 2012 13:13 
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NFP-Königin

Registriert: 20. Juli 2005 20:20
Beiträge: 8495
NFP seit: 2005
Da Ärzte heutzutage keinen Eid oder ähnliches bei Erteilung der Approbation in Deutschland leisten müssen, ist der Eid des Hippokrates u.ä. allenfalls von historischem Wert, mehr aber auch nicht.


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