Wurde die Diskussionsrunde bei Anne Will schon verlinkt? Falls nicht, hier der Link:
Streit ums Beschneidungs-Urteil - Religionsfreiheit ade?Meine Meinung dazu ist, dass das Judentum diese Stelle der Heiligen Schrift:
Zitat:
„Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen […] Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden.“
so als Fundament sehen, Gott hat unumstößlich diesen Auftrag an die Menschen weitergeben.
Und sie sehen es als Geschenk an, der Bund ist geschlossen, für immer; ein Gläubiger kommt quasi da nicht raus;
Der "Schutz" der durch den Bund Gottes entsteht, der ist durch kein Argument zu wiederlegen.
Schreien und Leiden und Schmerzen sind quasi nichtig! Gott will das, somit dient es dem Wohl des Kindes und Punkt. Das ist Glaube.
Wie soll und kann darüber verletzungsfrei und korrekt diskutiert werden?
Ich bin nicht Bibel gläubig und kann es nicht nachvollziehen, dass einem Säugling dies angetan wird. Ich verstehe nicht die wortwörtliche Auslegung der Heiligen Schrift und dass man dann nicht zu Gott gehört, wenn man z.B. als jüdische Eltern sagen würde, mein Sohn darf es selbst entscheiden, wenn er ein gewisses Alter hat.
Die freie Religionsausübung, als Recht, finde ich dennoch absolut richtig und kann Menschen respektieren, die gläubig sein wollen.
Solange nicht der Aufschrei aus eigenen Reihen kommt, z.B. junge Jüdische Männer, jüdische Eltern würden für ein Beschneidungsverbot im Säuglingsalter eintreten, finde ich, dass Andersgläubige sich da nicht als Erste einmischen sollen.
Zufrieden bin ich damit aber nicht! Denn ohne medizinische Indikation ist es für mich, so wie ich gesellschaftliches Leben mit seinen Rechten und Pflichten sehe, einfach Körperverletzung.
Übrigens habe ich auch bei vielen Mehrfachimpfungen im Säuglingsalter das Gefühl der "Körperverletzung" - und trotzdem muß ich als Elternteil für das Wohl des Kindes entscheiden.
So ist meine aktuelle Einschätzung zum Thema.