@brighteyes: Wird weithin behauptet, dass bei den Gestagenen der neueren Generationen auch das Estradiol mitspielt. Da bin ich hin- und hergerissen. Einerseits dachte ich das auch immer. Andererseits: Warum läuft dann bitte auch die Cerazette unter den gefährlichsten Pillen? Sie hat mit das höchste Thromboserisiko. Nachgewiesen. Schon neuere Gestagene allein können das Risiko drastisch steigern. Und sie enthält gerade kein Estradiol, sondern nur Desogestrel! Das steht für mich im Gegensatz zu der Estradiol-Thromboserisiko-These.
Und ich verteufele die Pille nicht leidenschaftlich, wie Du es nennst, sondern ich kläre auf (sieht man ja an Beiträgen von Leuten, die die entsprechenden Seiten nicht kannten). Ich stand kurz vor einer Thrombose. Jung und gesund. Da sieht man das einfach noch deutlicher.
Ich habe ja schon geschrieben, dass ich zumindest die Pille danach im Notfall nehmen würde, wenn es sein müsste! Dauerhaft halt nicht.
Trotzdem kann ich es verstehen, wenn Frauen das halt als bequemste Art ansehen, oder es einfach notwendig ist, weil nur die Pille ihnen Linderung verschaffen kann, und zur Pille greifen. In solchen Fällen ist das ja ok, wenn das Risiko in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen steht.
Das ist halt Ansichtssache. Ich persönlich glaube, dass es mittlerweile genug sichere Alternativen zur hormonellen Verhütung gibt, und dass jede Frau da was passendes finden kann. Den meisten ist doch schon die Recherche und Information zu viel. Lieber schnell ne Pille einschmeißen ...
Aber wie gesagt, das ist deren Körper, und es ist mir total egal, ob oder warum die das tun. Sollen sie halt, wenn sie mit der Pille glücklich sind.
Ebenso glaube und weiß ich aus eigener Erfahrung, dass keineswegs nur Hormone bei Zyklusbeschwerden etc. helfen können. Das will einem die Schulmedizin weismachen, weil die nichts anderes zur Verfügung hat in solchen Fällen. Es geht aber genausogut und NW-frei mit alternativen Heilmethoden. Auch da gibts genügend Belege und Erfahrungsberichte.
Andererseits gibt es wohl auch Fälle, in denen die alternativen Methoden zu schwach sind und nichts oder nicht viel ausrichten können - da gewinnt dann wieder die Schulmedizin. In solchen Fällen sind Pille und Co dann wirklich sinnvoll und hilfreich und wirksam.
Wie gesagt, für mich PERSÖNLICH ist die hormonfreie Variante das Beste. Das ist aber jedem selbst überlassen. Ich habe das v.a. deshalb geschrieben, weil aus Quersax´ Beitrag doch DEUTLICH hervorgeht, dass sie eigentlich keine Hormone mehr will!! Es ist doch nur ein verzweifelter Ausweg für sie.
Wenn wirklich nichts hilft, dann bin ich die Letzte, die den Griff zur Pille verurteilt. Ich hab es ja bei der Zyste gesehen ... nach der 1. oder 2. Pille hatte ich keine Schmerzen mehr und die Zyste nicht mehr gespürt. Das war super! Gerade, wenn Frauen schnelle Linderung wollen, ist die Pille wohl das Mittel der Wahl.
Aber ich betone nochmal, dass dadurch wirklich nur die Symptome kaschiert werden (ich kann mich LEBHAFT daran erinnern, als meine Eierstöcke und die Zyste wieder angefangen haben zu arbeiten nach dem Absetzen ... auaaaaa!

). Sobald man sie absetzt, sind die Probleme wieder da. Oft stärker und vielfältiger als zuvor.
Auch das Krebsrisiko, das durch die Hormone gesteigert wird und erst 10 Jahre nach Absetzen (auch das ist wissenschaftlich belegt!) wieder das normale Maß VOR der Hormoneinnahme erreicht hat, spricht da eine sehr deutliche Sprache. Meiner Meinung nach KANN das nicht das Nonplusultra sein. Für mich persönlich überwiegen die Risiken und NW einfach. Trotz aller Vorteile, die sie haben mag.
Viele NW treten auch erst spät oder gar nach dem Absetzen auf, sodass viele Frauen sie gar nicht mehr mit den Hormonen in Verbindung bringen.
Aber wie gesagt, dass muss wirklich JEDER selbst entscheiden. Und man muss fairerweise auch sehen, dass nicht ALLE Frauen NW erleiden

. Es gibt unter den Millionen Anwenderinnen auch genug Frauen, die sie ewig problemlos nehmen, ohne die kleinste NW. War das jetzt neutral genug?
Ansonsten stimme ich Dir zu: Wenn man sie gut verträgt oder sie wirklich der einzige Weg ist, um Beschwerden schnell zu lindern, und man das Risiko in Kauf nimmt, weil der persönliche Nutzen für einen überwiegt, dann ist das keineswegs verwerflich. Ich würde dann halt auch schauen, dass ich eine niedrig dosierte Pille mit Levonorgestrel bekomme, damit ich das niedrigste Thromboserisiko hab. Aber da schließt sich der Kreis: die FÄ´s

. Der Trend geht auch bei den Kombipillen zu Yasmin und Co

. Bei den Minipillen ist es noch schlimmer - da wird eigentlich nur noch Cerazette verschrieben, Microlut und Co. so gut wie gar nicht mehr. Obwohl die Levonorgestrel beinhalten und deutlich verträglicher und risikoärmer sind. Das Zeitfenster ist halt kleiner (3 statt 12 h). Aber bei pünktlicher Einnahme genauso sicher.
Es ist leider so, dass die FÄ´s längst nicht mehr die sichersten Pillen verschreiben, sondern die riskantesten. Das finde ich schade und auch bedenklich. Warum verschreiben die nicht die Pillen, die die Frauen am wenigsten gefährden?
Andererseits gibts auch unter Levonorgestrel genug Thrombosen usw. ...
Die Pille danach vor 2 Jahren hatte Levonorgestrel drin. Ich hatte keine einzige NW. Alles super.
Cerazette dann mit Desogestrel ... und es war echt heftig. Ich glaube schon, dass das an dem Gestagen lag. Zumindest ich persönlich hab das Levonorgestrel um Längen besser vertragen!
Ich will sie wirklich nicht um jeden Preis verteufeln. Muss jeder selbst entscheiden. Meiner Freundin hat sie bspw. eine OP erspart, da die Zyste mit der Pille verschwand. Klar ist man in solchen Fällen heilfroh für die Pille (mit Homöopathie hatte sie es nicht versucht). Oder Fälle, in denen eine Zyste riesig ist und ganz schnell kleiner werden muss, sonst OP: Da hilft nur die Pille. Und da ist es wieder super, dass es sie gibt.
Ich kann die Frauen verstehen, die keinen Fremdkörper (Gynefix) wollen, denen NFP zu aufwendig oder unsicher ist, die auch Kondome nicht wollen oder denen nicht vertrauen, ebenso dem Dia ... da bleibt ja nur die Pille o.Ä.
Wenn man große Sicherheit und großen Komfort will, nimmt man die halt. Das kann ich schon verstehen. Ich war selbst kurz davor.
Ich glaube, wenn ich keine Thrombose-Vorboten bekommen hätte, hätte ich sie vielleicht weitergenommen. Den Kondomen hab ich ja nicht vertraut, und so dachte ich, dass ich die Zyste wegbekomme, immer das Kondom weglassen kann, super vor einer SS geschützt bin ... die Pille erschien mir da auch einfach genial, ich war begeistert!
-Bis ich dann kurz vor der Thrombose war. Kerngesund und jung, mit einem Schlag dann beinah in der Ecke. Ds hat mir echt die Augen geöffnet. Und seitdem kommt sie für mich persönlich halt nicht mehr in Frage. Pille danach ja, dauerhaft nein.
Und ich hab wie gesagt noch heute Probleme mit dem Unterschenkel, eindeutig auf die Pille zurückzuführen

.
Man muss einfach Risiko und Nutzen abwägen und dann für sich entscheiden, ob man sie nehmen will oder nicht. Und wenn, dann, wie Du schon sagtest, darauf bestehen, dass man die risikoärmste Pille bekommt!