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 Betreff des Beitrags: "die tricks der pharma-industrie" im magazin "
BeitragVerfasst: 15. Dezember 2006 14:23 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Oktober 2005 19:43
Beiträge: 751
Wohnort: st. pölten (A)
Zitat:
Pharma-Lüge: Manipulierte Ärzte, nutzlose Therapien, Kampagnen gegen günstige Pillen
Die Tricks der Pharma-Industrie: Wie die Patienten beschwindelt werden & die Arzneipreise explodieren


zum Artikel im magazin "profil"

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BeitragVerfasst: 15. Dezember 2006 14:35 
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NFP-Königin

Registriert: 20. Juli 2005 20:20
Beiträge: 8495
NFP seit: 2005
Das ist hier bei uns in D noch viel gravierender als bei euch. :-( Und ich krieg immer gesagt, dass "wir" Apotheker daran schuld sind, aber wir machen die Preise doch gar nicht und leider bin ich auch nicht die Tochter von Herr Merck aus Darmstadt. ;-)


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BeitragVerfasst: 15. Dezember 2006 19:43 
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Inventar

Registriert: 10. April 2006 20:28
Beiträge: 2297
Melanie, natürlich können die Apotheker daran auch nichts ändern!

Aber ein gutes hatte die letzte Preiserhöhung! ;-)

Jenny geht in die Apotheke, um sich ihre Pille (Juliette) abzuholen:
(Ich habe immer nur eine Packung für einen Monat zu 8,75 geholt, weil ich mir 22 Euro auf einmal nicht "leisten" konnte. Das hat immer ein zu großes Loch in mein 50 Euro Budget gerissen.)

PTA: "Ähm, ein Blister kostet jetzt 15,25. Die sind teuerer geworden..."
Ich:" :shock: Wie bitte?? Und was kosten die Dreierpackungen?"
PTA:"Die kosten jetzt 25 Euro."
Ich:" *hä* *hä* *hä* Zwei Packungen sind teuerer als drei???? Wieso machen die denn sowas??"
PTA:"Das weiß ich leider auch nicht...welche Größe möchten sie denn jetzt?"
Ich:"Gar keine. :mrgreen: Vielen Dank und auf wiedersehen!"

Am nächsten Tag habe ich meine letzte Pille genommen. Überlegt hatte ich mir das schon lange (N&S lag schon seit drei Monaten zuhause) aber ich hatte noch auf den richtigen Denkanstoß gewartet - da war er!! ;-)


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BeitragVerfasst: 15. Dezember 2006 20:03 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Muss hier leider mal die Pharmaunternehmen verteidigen. Bin zwar auch der Meinung, dass viel Schindluder getrieben wird (beispielsweise durch ähnliche Wirkstoffe, die nur entwickelt werden, damit neue Patente eingereicht werden können ohne wirklich besser zu sein), allerdings sollte man nicht vergessen, mit welchen Kosten die Medikamentenentwicklung verbunden ist. Ein funktionsfähiges, neues (und ich meine "neu" im Sinne von noch nie dagewesen) Medikament verschlingt ca. 5-10 Milliarden US Dollar, Krebsmedikamente sogar noch mehr. Wir reden hier schließlich von jahrzentelanger Forschungsarbeit, da sind die Jahre für die Abschlußstudien noch gar nicht miteingerechnet. Das genannte Herceptin hat ca 20 Jahre gebraucht, der Mitentwickler Axel Ullrich war vor kurzem bei uns an der Uni und hat darüber erzählt. Durch die Medikamente müssen dann aber nicht nur die Entwicklungskosten für dieses Medikament, sondern auch ein Teil der Kosten aufgefangen werden, die durch Fehlentwicklungen entstehen. Denn nur ein Bruchteil der erforschten Wirkstoffe schafft den Weg zum Medikament, die Erforschung verschlingt aber trotzdem Riesenmengen. Herceptin ist auch sehr schwierig herzustellen, es handelt sich um ein Protein, dass kompliziert produziert und aufgereinigt werden muss, um Reaktionen des Immunsystems zu vermeiden. Leider sind die forschenden Unternehmen auch der Marktwirtschaft unterworfen, und durch Unternehmen wie Ratiopharm, die sich darauf spezialisiert haben, Medikamente nach Patentablauf möglichst billig nachzumachen, wird es noch schwieriger für die wenigen forschenden Pharmaunternehmen, weiterhin in vielen Feldern nach neuen Wirkstoffen zu suchen.
Was deutschland angeht: Als erstes sollte die Regierung mal den Mehrwertssteuersatz für Medikamente herunterschrauben, in fast keinem Land gilt für Medikamente der volle Satz. Und ab Januar dann 19%, was die Krankenkassen sparen könnten, wenn hier nur 7,5% gelten würden!

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BeitragVerfasst: 16. Dezember 2006 00:34 
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NFP-Königin

Registriert: 20. Juli 2005 20:20
Beiträge: 8495
NFP seit: 2005
Moni, von dem, was du schreibst, hatten wir es auch mal in der Uni, aber ich dachte, wenn ich das schreibe, klingt es so "vermessen" und besserwisserisch, weil ich ja eigentlich keine Kompetenz in diesem Bereich habe und deshalb nichts wirklich sagen/schreiben kann.
Die Mehrwertsteuer ärgert mich auch immer sehr! Schließlich sollen Güter des täglichen Bedarfs unter den geringen Mehrwertsteuersatz fallen und sind Arzneimittel etwa keine Güter für den täglichen Bedarf. Für mich schohn! :!:


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BeitragVerfasst: 16. Dezember 2006 02:44 
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alte Häsin

Registriert: 11. Juni 2005 16:04
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Wohnort: weiiit hinterm Mond, wo es keine Charts gibt...
Äh, na gut, abgesehen davon dass ich die nicht unbedingt täglich nehmen möchte, ich finds ne Frechheit die überhaupt zu besteuern.. Außer Vitamintabletten etc. nimmt man die ja weder freiwillig noch weil es so viel Spaß macht, sondern aus medizinisch notwendigen Gründen.

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BeitragVerfasst: 16. Dezember 2006 10:22 
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NFP-Königin

Registriert: 20. Juli 2005 20:20
Beiträge: 8495
NFP seit: 2005
Kitana, ich nehme sie auch nicht täglich, aber es gibt ja leider genug Menschen, die darauf angewiesen sind und ohne nicht mehr leben können, z.B. Diabetiker, Menschen mit Herzproblemen etc.


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BeitragVerfasst: 16. Dezember 2006 11:03 
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wohnt hier

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Moni, es ist ganz richtig, dass die Forschung eine Menge Geld verschlingt, aber eines verstehe ich nicht so ganz.
Warum sind fast alle Medikamente in Deutschland um einiges teurer als in unseren Nachbarländern?
Irgendwie kommt es mir so vor als ob die Pharmaindustrie unser vergleichsweise sehr gute Gesundheitssystem regelrecht "abzockt".
Vielleicht, weil hier Medikamente einfach "verschrieben" werden, und sich der Endverbraucher keine Gedanken um die Kosten machen muss? Stattdessen steigen die KK-Beiträge stetig, aber das kann ja niemand mit steigenden Medikamentenpreisen direkt in den Zusammenhang bringen. Meine Vermutung.

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BeitragVerfasst: 17. Dezember 2006 19:38 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Oktober 2005 19:43
Beiträge: 751
Wohnort: st. pölten (A)
in österreich haben wir schon so lang ich denken kann 20% umsatzsteuer, auf medikamente auch!

moni, du hast natürlich auch recht, dass die entwicklung viel kostet. allerdings ist das halt auch so eine sache... die pharmakonzerne haben enorme gewinne, (laut "profil" stieg der weltweite umsatz mit pharmazeutika im jahr 2005 um 7% auf 602 milliarden US-$) die bei den preisen natürlich nicht an den verbraucher weitergegeben werden. auch in Ö sind medikamente viel teurer als in anderen EU-ländern. viele ärzte verschreiben eher das teure medikament als generika, was die kassen bankrott macht. und wie so oft werden kranke menschen ohne ende abgezockt, weil sie die medizin nun mal brauchen. das ist unmoralisch. genauso wie viele ärzte, die viel mehr medikamente verschreiben, als der patient vielleicht braucht, besonders bei landärzten und bei alten leuten passiert das leider immer wieder.

außerdem werden alternative therapien von den kassen nicht bezahlt, obwohl sie billiger, schonender und oft auch erfolgreicher wären. ich weiß nicht, wie das in deutschland ist, aber in Ö muss man nahrungsergänzung und homöopathie selber zahlen.

eines halte ich der pharmaindustrie auf alle fälle vor: dass es weder in packungsbeilagen noch von ärzten genaue informationen dazu gibt, wie sehr die pille die libido einschränken kann. ich habe jahrelang orgasmusschwierigkeiten gehabt, bin oft verzweifelt deswegen und dabei war nur die pille dran schuld! hunderte euros haben ich schering in den rachen geworfen, dafür, dass ich viel weniger spaß am sex hab! und dabei ist die pille auch fast alle 3 monate teurer geworden. ich hab auch damit aufgehört, weil sie so viel gekostet hat.

übrigens: ich hab das magazin ja gekauft, online ist nicht die ganze geschichte zu lesen. im heft gibt es noch einen extra kasten "10 tricks der pillendreher",

Zitat:
trick1
irreführender aufwand für forschung und entwicklung:
die entwicklungskosten für ein einziges neues arzneimittel werden von der industrie mit 900 millionen euro angegeben. von der entdeckung bis zur markteinführung dauere es zwölf jahre. nur einer von 10.000 wirkstoffen schafft es dann tatsächlich zur marktreife. marcia angell, mehr als zwei jahrzehnte lang chefredakteurin des angesehenen fachjournals "new england journal of medicine", bezweifelt, dass diese angaben zutreffen, und kommt in ihrer analyse auf deinen bruchteil dieser kosten. tatsächlich wäre dieser aufwand auch gar nicht zu leisten, da die großen pharmaunternehmen im schnitt gerade 14,5% ihrer gesamtausgaben in die forschung stecken. der werbetat liegt hingegen mit 32 bis 34% mehr als doppelt so hoch.


außerdem steht dort:
laut US-arzneimittelbehörde FDA ist nur jedes 7. medikament eine wirkliche innovation.
gezieltes marketing wie fortbildung und kongresse für ärzte, einbindung von ärzten in "anwendungsbeobachtungen" - der arzt erhält rund 70 € pro ausgefülltem fragebogen, na logisch wird er dann genau jenes medikment verschreiben!
dazu gibt es noch aufwändige PR-strategien und kampagnen, mit denen die mittel bei ärzten und patienten bekannt gemacht werden, außerdem erhalten patientenselbsthilfegruppen zuwendungen von der industrie.
gesundheitsseiten im internet und in printmedien enthalten inhalte, wo oft nur schwer erkennbar ist, dass es sich um bezahlte werbung handelt. (z.b. die - sehr gute - infoseite www.depression.at wird von lundbeck finanziert).
teure medikamente werden oft mit großen rabatten an spitäler abgegeben, wenn der patient nach hause kommt, verlangt er das selbe gute medikament wie in der klinik, das den kassen dann enorm viel kostet.
mangels anderer finanzierungsquellen erforscht die medizinische forschung das, was die industrie vorgibt. für andere interessante forschungsgebiete fehlt das geld.
studien sind oft gezielt so konzipiert, die versuchspersonen bewusst so ausgewählt, dass ein bestimmtes ergebnis erzielt wird. fast alle medikamentenstudien werden von den herstellern selbst finanziert! *kopfkratz* natürlich steht dann der nutzen mehr im vordergrund und nebenwirkungen werden vertuscht. da kann ich nur sagen, "trau keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" .... ich hab auch schon von sogannten studien gelesen, wo es nur 25 versuchspersonen gab - ich bin zwar sozialwissenschaftlerin, aber soviel weiß ich auch über statistik, dass eine studie wie diese eigentlich null aussagekraft hat.

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BeitragVerfasst: 17. Dezember 2006 20:39 
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Moderatorin a. D.

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Beiträge: 9213
NFP seit: Oktober 2005
Ich habe mich in dieses Thema nicht sehr eingelesen, deshalb kann ich von diesem Stand wahrscheinlich keinen wirklich qualifizierten Beitrag abgeben, aber zwei Dinge sind mir aufgefallen:

weirdsista hat geschrieben:
die pharmakonzerne haben enorme gewinne, (laut "profil" stieg der weltweite umsatz mit pharmazeutika im jahr 2005 um 7% auf 602 milliarden US-$) die bei den preisen natürlich nicht an den verbraucher weitergegeben werden.


Zwischen Umsatz und Gewinn gibt es aber noch einen sehr großen Unterscheid... ;-)

Bezüglich der Werbung: Da mögen die Zahlen eventuell für die USA stimmen, aber da in Deutschland für verschreibungspflichtige Medikamente gar keine Werbung in dem Sinne gemacht werden darf, bezweifle ich, dass hier die Zahlen mit denen aus der USA vergleichbar sind. Wie das in Österreich ist, weiß ich nicht.

weirdsista hat geschrieben:
studien sind oft gezielt so konzipiert, die versuchspersonen bewusst so ausgewählt, dass ein bestimmtes ergebnis erzielt wird. fast alle medikamentenstudien werden von den herstellern selbst finanziert! *kopfkratz* natürlich steht dann der nutzen mehr im vordergrund und nebenwirkungen werden vertuscht. da kann ich nur sagen, "trau keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" .... ich hab auch schon von sogannten studien gelesen, wo es nur 25 versuchspersonen gab - ich bin zwar sozialwissenschaftlerin, aber soviel weiß ich auch über statistik, dass eine studie wie diese eigentlich null aussagekraft hat.


Gibt es dafür nicht gesetzliche Richtlinien?! Ich dachte, es gibt ganz spezielle Auflagen, die für die Zulassung eines Medikaments in Deutschland erfüllt werden müssen! *kopfkratz*

Bezüglich des fett ausgezeichneten Zitats hat Rohrspatz hier etwas sehr interessantes geschrieben. ;-)

Liebe Grüße vom gräschen

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"Leute, vielleicht schafft ihr es ja, diesen Sprung vor mir zu schaffen - bevor ihr dann Krebs kriegt oder so - dass ihr da schon wisst, warum ihr hier seid und was ihr alles tun könnt, wie viele Möglichkeiten wir haben: Wir haben verdammt viele Möglichkeiten nur haben wir alle so schlechte Laune. Das verstehe ich nicht." Christoph Schlingensief, Oktober 2009


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BeitragVerfasst: 18. Dezember 2006 13:24 
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Fingerwundschreiberin

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Wohnort: st. pölten (A)
gräschen hat geschrieben:
Zwischen Umsatz und Gewinn gibt es aber noch einen sehr großen Unterscheid... ;-)


na das weiß ich auch, ich hab selbst in rechnungswesen maturiert. allerdings werden in einem info-kasten im artikel auch nettogewinne genannt. und das sind etwa bei glaxo smithkline 2,68 milliarden USD im jahr 2005, ein 15%-iges plus zum jahr davor, bei sanofi-aventis 2,81 milliarden USD, 52% :shock: mehr als 2004, schering hat ein plus von 21%, merck, 51% und so fort.... (quelle handelblatt)

Zitat:
Bezüglich der Werbung: Da mögen die Zahlen eventuell für die USA stimmen, aber da in Deutschland für verschreibungspflichtige Medikamente gar keine Werbung in dem Sinne gemacht werden darf, bezweifle ich, dass hier die Zahlen mit denen aus der USA vergleichbar sind. Wie das in Österreich ist, weiß ich nicht.


ich sprach auch von marketing. das ist nicht das selbe wie werbung, auf klassische anzeigenwerbung entfällt laut dem artikel auch nur ein kleiner teil der werbeausgaben der konzerne. auch in Ö gibt es beschränkungen für anzeigenwerbung bei medikamenten. was viel mehr ausmacht sind werbegeschenke und medikamentenmuster, werbeveranstaltungen und weiterbildung für ärzte, PR-kampagnen wie zb ein osteoporose-tag, "disease awareness campaigns", die den patienten gleich die produkte näher bringen.

Zitat:
Gibt es dafür nicht gesetzliche Richtlinien?! Ich dachte, es gibt ganz spezielle Auflagen, die für die Zulassung eines Medikaments in Deutschland erfüllt werden müssen! *kopfkratz*


ich kenn die nicht im detail, was ich geschrieben habe, ist aus dem artikel zitiert.

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BeitragVerfasst: 18. Dezember 2006 14:24 
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NFP-Gräfin

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@weirdsista: Ich gebe dir in ganz vielen Dingen absolut recht! Gerade was das Arzneimittelmarketing bei Ärzten und Apothekern angeht, da gibt es schon echt Sachen die man getrost als krumme DInger entscheiden kannst. In meiner Apothekenzeit hatten wir auch genug Ärzte, bei denen du an den Rezepten erkannt hast, welcher Pharmavertreter gerade da war. Und auch bei uns Apothekern werden alle Tricks versucht (wobei die Ärzte da schon mehr Angriffsfläche bieten, da wir ja im Endeffekt nur das abgeben, was die Ärzte verschreiben).
Was das Studiendesign angeht, um ein Medikament auf dem europäischen Markt zuzulassen sind sehr strenge Richtlinien zu erfüllen. Unter 1000 Patienten pro Gruppe geht schon mal gar nichts. Auch der genaue Ablauf ist exakt im Arzneimittelgesetz festgelegt, Studien mit 25 Personen gibt es höchstens bei den Nahrungsergänzungsmitteln. Diese sind nämlich nicht durch das Arzneimittelgesetz geschützt (deswegen auch häufig billiger, aber die Wirksamkeit läßt hier leider oft auf sich warten, diese muss nämlich auch nicht geprüft werden im Gegensatz zur Arzneiwirksamkeit). Ob eine Redakteurin des New Egland Journal die genauen Ausgaben eines Pharma unternehmens kennt, weiß ich nicht. Ich kenne viele, die in der Entwicklung arbeiten, von denen hört man dann halt, wieviele Milliarden wieder in den Sand gesetzt wurden, weil der Wirkstoff doch nicht klappt. Und wird die Forschung noch mehr rationalisiert, gibt es bald keine Hoffnung mehr auf neue, sogenannte orphan drugs, Medikamente für seltene Erkrankungen, deren Entwicklung niemals wirtschaftlich ist, da die Krankheiten so selten sind. Die werden alle durch die teuren Blockbuster-Präparate finanziert. Wieso Medikamente in Dtl soviel teurer sind weiß ich auch nicht genau, allerdings sind die Prüfbestimmungen für Medikamente hier sehr streng um die Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten. Viele Länder arbeiten hier ungenauer und damit billiger. Auch die Medikamente, welche in Dtl fürs Ausland produziert werden, werden weniger aufwändig geprüft.
Ich verstehe den Unmut wirklich und an einigen Ecken wird bestimmt auch viel gemauschelt. Dennoch darf man echt nicht vergessen, welche enorme Verantwortung und welches Risiko diese Firmen zu tragen haben. Und dass muss natürlich von irgendwelchem Geld getragen werden. Und es handelt sich bei diesen Firmen auch trotzdem um Unternehmen, die dem freien Makt unterworfen sind. Und wie Daimler, Audi, BMW, Siemens usw versuchen auch sie, Gewinnmaximierung zu betreiben. Denn in den Marketingetagen sitzen da ja auch keine Ärzte oder Apotheker, sondern BWLer.
Sorry für den langen Text,
LG Moni

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BeitragVerfasst: 18. Dezember 2006 16:01 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Oktober 2005 19:43
Beiträge: 751
Wohnort: st. pölten (A)
MoniM hat geschrieben:
Sorry für den langen Text,
LG Moni


nein, danke für den text! ich finde es gut, auch fakten von anderer seite zu hören. natürlich sind die pharmakonzerne nicht nur von grund auf "böse", selbstverständlich ist es wichtig, dass neue medikamente entwickelt werden und dass das teuer und viel aufwand ist, ist natürlich auch klar. ebenso wie die tatsache, dass die eben neben der entwicklung von hilfreichen stoffen eben auch wirtschaftsunternehmen sind, die genauso nach gewinnmaximierung trachten wie andere industriebranchen. allerdings ist es auch wichtig, dass diverse marketing-strategien für den patienten transparenter werden, dass die patienten mündiger werden und sich nicht alles von den ärzten aufschwatzen lassen. vor allem auch, weil unser gesundheitssystem eigentlich nicht mehr finanzierbar ist.

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BeitragVerfasst: 18. Dezember 2006 20:49 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
@weirdsista *daumenhoch*
Wegen der NW der Pille: Da muss ich sagen, die Firmen legen dass schon alles genau dar, im Beipackzettel steht ja schon einiges drinnen. Genauere Infos bekommt man, warum weiß ich nicht genau, nur als Arzt oder Apotheker, zumindest hier in Dtl ist das so. Ob es damit zusammenhängt, dass einiges an med. Hintergrundwissen erforderlich ist, um diese Fachinfo zu verstehen, weiß ich nicht. Dort findet man aber echt alles, auch die von uns beschriebenen NW der Pille bzw Rings usw sind da alle beschrieben. Viele Ärzte informieren sich da aber leider zuwenig, vielleicht nehmen einige ihre Patienten auch nicht ernst genug. Auf jedenfall sind die Firmen verpflichtet in diesen Fachinfos alles darzulegen. Also, falls du mal fragen hast, kannst du dich vertrauensvoll an die Foren-Ärztinnen, bzw Apothekerinnen wenden, sind ja viele unterwegs hier ;-)
LG Moni

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BeitragVerfasst: 19. Dezember 2006 11:46 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 28. Oktober 2005 19:43
Beiträge: 751
Wohnort: st. pölten (A)
danke moni. über die pille will ich eh nix mehr wissen :mrgreen: , aber wenn es mal um was anderes geht vielleicht.

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