in österreich haben wir schon so lang ich denken kann 20% umsatzsteuer, auf medikamente auch!
moni, du hast natürlich auch recht, dass die entwicklung viel kostet. allerdings ist das halt auch so eine sache... die pharmakonzerne haben enorme gewinne, (laut "profil" stieg der weltweite umsatz mit pharmazeutika im jahr 2005 um 7% auf
602 milliarden US-$) die bei den preisen natürlich nicht an den verbraucher weitergegeben werden. auch in Ö sind medikamente viel teurer als in anderen EU-ländern. viele ärzte verschreiben eher das teure medikament als generika, was die kassen bankrott macht. und wie so oft werden kranke menschen ohne ende abgezockt, weil sie die medizin nun mal brauchen. das ist unmoralisch. genauso wie viele ärzte, die viel mehr medikamente verschreiben, als der patient vielleicht braucht, besonders bei landärzten und bei alten leuten passiert das leider immer wieder.
außerdem werden alternative therapien von den kassen nicht bezahlt, obwohl sie billiger, schonender und oft auch erfolgreicher wären. ich weiß nicht, wie das in deutschland ist, aber in Ö muss man nahrungsergänzung und homöopathie selber zahlen.
eines halte ich der pharmaindustrie auf alle fälle vor: dass es weder in packungsbeilagen noch von ärzten genaue informationen dazu gibt, wie sehr die pille die libido einschränken kann. ich habe jahrelang orgasmusschwierigkeiten gehabt, bin oft verzweifelt deswegen und dabei war nur die pille dran schuld! hunderte euros haben ich schering in den rachen geworfen, dafür, dass ich viel weniger spaß am sex hab! und dabei ist die pille auch fast alle 3 monate teurer geworden. ich hab auch damit aufgehört, weil sie so viel gekostet hat.
übrigens: ich hab das magazin ja gekauft, online ist nicht die ganze geschichte zu lesen. im heft gibt es noch einen extra kasten "10 tricks der pillendreher",
Zitat:
trick1
irreführender aufwand für forschung und entwicklung:
die entwicklungskosten für ein einziges neues arzneimittel werden von der industrie mit 900 millionen euro angegeben. von der entdeckung bis zur markteinführung dauere es zwölf jahre. nur einer von 10.000 wirkstoffen schafft es dann tatsächlich zur marktreife. marcia angell, mehr als zwei jahrzehnte lang chefredakteurin des angesehenen fachjournals "new england journal of medicine", bezweifelt, dass diese angaben zutreffen, und kommt in ihrer analyse auf deinen bruchteil dieser kosten. tatsächlich wäre dieser aufwand auch gar nicht zu leisten, da die großen pharmaunternehmen im schnitt gerade 14,5% ihrer gesamtausgaben in die forschung stecken. der werbetat liegt hingegen mit 32 bis 34% mehr als doppelt so hoch.
außerdem steht dort:
laut US-arzneimittelbehörde FDA ist nur jedes 7. medikament eine wirkliche innovation.
gezieltes marketing wie fortbildung und kongresse für ärzte, einbindung von ärzten in "anwendungsbeobachtungen" - der arzt erhält rund 70 € pro ausgefülltem fragebogen, na logisch wird er dann genau jenes medikment verschreiben!
dazu gibt es noch aufwändige PR-strategien und kampagnen, mit denen die mittel bei ärzten und patienten bekannt gemacht werden, außerdem erhalten patientenselbsthilfegruppen zuwendungen von der industrie.
gesundheitsseiten im internet und in printmedien enthalten inhalte, wo oft nur schwer erkennbar ist, dass es sich um bezahlte werbung handelt. (z.b. die - sehr gute - infoseite
www.depression.at wird von lundbeck finanziert).
teure medikamente werden oft mit großen rabatten an spitäler abgegeben, wenn der patient nach hause kommt, verlangt er das selbe gute medikament wie in der klinik, das den kassen dann enorm viel kostet.
mangels anderer finanzierungsquellen erforscht die medizinische forschung das, was die industrie vorgibt. für andere interessante forschungsgebiete fehlt das geld.
studien sind oft gezielt so konzipiert, die versuchspersonen bewusst so ausgewählt, dass ein bestimmtes ergebnis erzielt wird. fast alle medikamentenstudien werden von den herstellern selbst finanziert!

natürlich steht dann der nutzen mehr im vordergrund und nebenwirkungen werden vertuscht. da kann ich nur sagen, "trau keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" .... ich hab auch schon von sogannten studien gelesen, wo es nur 25 versuchspersonen gab - ich bin zwar sozialwissenschaftlerin, aber soviel weiß ich auch über statistik, dass eine studie wie diese eigentlich null aussagekraft hat.