.D., das Thema finde ich auch nach wie vor spannend!
Für meinen ersten Freund (*1989) und mich (*1987) (beide damals Jungfrauen) war es klar, dass wir mit Kondomen verhüten. Es klappte auch pannenlos 1,5 Jahre. Dann entschied ich mich für die Pille, weil wir beide gerne "ohne" wollten - in unserer Beziehung kriselte es da aber schon, nach einem halben Jahr haben wir uns getrennt und ich die Pille sofort wieder abgesetzt. Vorbehalte gegenüber hormonellen Verhütungsmitteln hatte ich schon immer, daher war für uns am Anfang und eben 1,5 Jahre klar, dass wir mir Kondomen verhüten. Seine Mutter legte mir nahe, noch die Pille zu nehmen, aber das lehnte ich ab. Meine Mutter war nie für hormonelle Verhütungsmittel, hat es mir aber auch nicht ausgeredet, als ich die Pille dann doch später nahm. In der Schule wurde uns viel Angst vor sexuell übertragbaren Krankheiten und insbesondere HIV gemacht. Das kam bei uns aufgrund der fehlenden sexuellen Erfahrungen nicht in Frage, aber wir kannten Kondome beide als sicheres Verhütungsmittel bei sachgemäßer Anwendung - das wurde uns eben auch beigebracht vom ganzen Umfeld. Wir teilten uns die Kondomkosten 50/50.
Bei meinem jetzigen Partner (*1984) lief die Verhütung anfangs auch per Kondom; ich meine, er hatte welche dabei bei unseren ersten GVs (oder hatte ich die noch? weiß nicht mehr - ohne wäre es jedenfalls nicht gelaufen, das war für uns beide quasi wortlos klar). Ich entschied mich aber recht schnell wieder für die Einnahme der Pille, da

mit Kondomen deutlich weniger spürt beim Sex und auch ich es "ohne" viel intensiver finde. Wir beide waren kürzlich bei der Blutspende gewesen und verzichteten daher auf einen weiteren Test auf HIV o.Ä.. Wir sprachen - genau wie mit meinem ersten Freund - von Anfang an offen über die Verhütungsfrage und teilten die Kosten für die Pille 50/50, was seine Eltern fortschrittlich fanden

2,5 Jahre und einige Präparate später (inkl. Nuvaring) ließ ich mir die Gynefix legen, da ich (sowieso und aufgrund von Nebenwirkungen) nicht mehr hormonell verhüten wollte.

unterstützte meine Entscheidung. Die Kosten dafür wurden wieder 50/50 geteilt. Zeitgleich begann ich NFP zur Zyklusbeobachtung anzuwenden, zunächst aber noch nicht 100 % korrekt und mit dem nötigen Enthusiasmus. Die Aufzeichnungen wurden im Laufe der Jahre genauer, die morgendliche Messung im Mund gegen eine vaginale Messung per iButton ausgetauscht. Wir entschieden uns mit der Unterstützung meines Gynäkologen gemeinsam dazu, die Gynefix länger als 5 Jahre liegen zu lassen, es wurden etwas über 7 Jahre daraus. Nach einem Umzug riet mir der neue Frauenarzt (unterstützt NFP, bat mir aber auch u.a. die Jaydess an) dazu, die Kette nun zeitnah entfernen zu lassen. Anfangs trauten wir uns eine alleinige Verhütung mit NFP nicht zu, aber nun haben wir Vertrauen in uns gefasst. Kondome sind mittlerweile gefittet und dadurch angenehmer, wenngleich es für uns beide auch immer noch schöner ohne ist. Wir haben viel hin- und herüberlegt, konnten uns aber nicht zur Einlage einer neuen Gynefix durchringen, da mittelfristig Kinderwunsch besteht.
Ich habe zwei sehr gut aufgeklärte (auch über Eisprung und Co., dass ein Zyklus nicht 28 Tage lang sein muss, teilweise auch Wissen über Zervixschleim etc.) Partner kennengelernt, die die verschiedene Formen der Verhütung und deren Wirkmechanismen kannten und für die es klar war, anfangs oder auch länger mit Kondom zu verhüten. Im Freundeskreis erlebe ich ganz ähnliche Männer, die sich zwar nicht immer so gut mit den biologischen Hintergründen auskennen (was ein Eisprung ist, weiß aber jeder), aber die die verschiedenen Verhütungsmethoden ebenfalls gut kennen. Für die meisten ist allerdings "klar", dass die Frau nach kurzer Zeit die Pille nimmt, so kommt es mir vor.