Tati09 hat geschrieben:
Ich habe mir diese Frage auch schon öfters gestellt, denn ich schätze, meine Mutter gehört auch in diese Gruppe - Wechseljahre durch Pilleneinnahme nicht bemerken. Sie ist jetzt 50 und nimmt seit Ewigkeiten die Pille. Gut, mit 50 besteht wohl auch noch eine geringe Chance, dass es unverhütet zu einer Schwangerschaft kommen könnte, aber meine Mutter gehört auch zu den Frauen, die die Entzugsblutung als Regelblutung ansehen und auch davon ausgehen, dass diese Blutung sicheres Anzeichen für die immer noch gegebene Fruchtbarkeit und gleichzeitig auch für das Nichtvorhandensein einer Schwangerschaft ist. Ich vermute/hoffe, dass ihr FA ihr irgendwann einfach keine Pille mehr verschreiben wird, erklären kann man ihr die ganze Sache mit Zyklus, Funktionsweise der Pille und Wechseljahren aufgrund gesundheitlicher Probleme jedenfalls leider nicht.
wenn sie die Pille nicht mehr verschreiben, dann verschreiben sie übergangslos Wechseljahrshormone. Bei der Zusammensetzung der Wechseljahrshormone gibt es verschiedene Möglichkeiten: die gängigste ist körperidentisches Östrogen. Dann gibt es wie bei der Pille Kombipräparate, die körperidentisches Östrogen plus irgendeines der Gestagene enthalten, die in zig Pillenpräparaten auch verwendet werden. Oder dritte Möglichkeit, es besteht nur aus einem dieser Gestagene. Ich sehe keinen Unterschied zur Pille, denn auch bspw. die seit 2008 auf dem Markt erhältliche Pille Qlaira enthält nichts anderes als körperidentisches Östrogen plus Gestagen.
Wie im gebärfähigen Alter benötigt der Körper auch in den Jahren des Wechsels eine bestimmte Phase, um sich von jahrelanger Hormoneinnahme zu regenerieren. Da FÄ Frauen, die Hormone sehr spät absetzen, darüber aber nicht informieren, werden die Absetzsymptome, wie sie fast alle jüngeren Frauen in den ersten pp-Zyklen erleben, mit Wechseljahrssymptomen verwechselt, und so kommt es, dass Ärzte auch älteren Frauen jahrelang Hormone andrehen können. Entzugsblutungen kann eine Frau solange bekommen, wie sie Hormone nimmt, denn die Hormone bauen die Gebärmutter in regelmäßigen Zeitabständen auf und ab, das funktioniert auch bei Siebzigjährigen noch. Entzugsblutungen sind kein Indiz für die Gebärfähigkeit.
Weder das Vorhandensein oder noch das Ausbleiben der Entzugsblutung hat irgendeine Aussagekraft darüber, ob eine Frau sich noch im gebärfähigen Alter oder darüber hinaus befindet.
@Tati09, vll. hat deine Mama die gesundheitlichen Probleme ja gerade wg. der jahrelangen Hormoneinnahme?