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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 09:53 
Mandala, da haben wir absolut denselben STandpunkt.


Hellcat: Du Arme! :mrgreen: Ehrlich gesagt gibt es viele "solcher" Kolleginnen. Es gibt aber mindestens genauso viele, die ihren Job ernst nehmen, nämlich auf der Ebene, dass sie dafür da sind die Frau/das Paar in deren Leben und mit deren Ansichten zu begleiten und nicht anderen ihre Ansichten aufdrücken wollen.
Zumindest verstehe ich ersteres unter guter Hebammenarbeit. Dass dafür eine gewisse Offenheit vonnöten ist, ist wohl klar, auch Offenheit wissenschaftl. Zusammenhängen gegenüber.
Ich finde den Artikel übrigens auch interessant vom Grundsatz her. *zustimm*


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 10:05 
Edit: ich gebe zu, ich habe auch viele Jahre gedacht, dass es ohne all´diese Alternativangebote überhaupt nicht mehr funktioniert "an Schwangere zu kommen", was aber gar nicht stimmt. Seitdem ich mich wieder auf meine wesentliche Arbeit konzentriere (natürlich sage ich schon, dass ich bemüht bin alternative Behandlungsmethoden bei Beschwerden zu finden, denn das stimmt selbstverständlich) habe ich viel mehr Zulauf und die Frauen sind sogar durch die Bank weg zufriedener, weil ich authentischer bin.


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 10:55 
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Inventar

Registriert: 21. September 2009 12:19
Beiträge: 2335
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Ich denke schon auch, dass es einen "Markt" gibt für Hebammen, die nicht ganz so esoterisch-alternativ arbeiten. Hier in meinem Ort ist das sicher auch nochmal verzerrt, wir sind eine extrem techniklastige Stadt, zudem mit großer Medizin-Uni, aber z.B. in meinem GVK-Kurs haben alle das Eso-Zeug bestenfalls mit einem Lächeln ignoriert oder fanden es wie ich einfach daneben.
Da wäre sie also mit einer "wissenschaftlicheren" Herangehensweise besser angekommen und z.b. ich habe dann auch die Nachsorge nicht bei dieser Hebi organisiert, sondern bei einer, die auf mich vernünftiger wirkt.

Vermutlich wäre wie immer der Mittelweg der Beste. Die FA könnten sicher manchmal offener sein gegenüber alternativen Behandlungsmethoden (ich habe das Glück, dass "mein" KH das ist - dort wird Akupunktur, Aromatherapie etc. angeboten) und die Hebis könnten teilweise etwas medizinisch-wissenschaftlicher an die Sache herangehen.

Woran man sehr schön gemerkt hat, dass die GVK-Hebi bei mir mit solchen Gedankengängen nichts anfangen kann, war eine Diskussion über die hiesige Klinik. Sie hat die KS-Raten zitiert, die doppelt so hoch sind wie von der WHO definiert (also bei wieviel % der Geburten tatsächlich ein KS nötig wäre). Daraufhin habe ich angemerkt, ob man das denn so vergleichen könnte, denn wir sind hier ein großes Perinatalzentrum. Sämtliche Risikoschwangere der Umgebung gehen hierher - die entbinden nicht zuhause, nicht im GH und auch nicht im Dorf-KH. Ist es dann nicht klar, dass in einer solchen Klinik verhältnismäßig mehr KS anfallen, weil es einfach mehr Risikosituationen gibt?
Diesen Gedanken hat sie aber sofort abgetan. Nein, Klinik macht KS, Klinik böse.
So verliert man in meinen Augen einfach seine Glaubwürdigkeit...

Und mir ist klar, dass ich das jetzt zu sehr auf alle Hebammen übertrage, meine Nachsorge-Hebi wird mein Bild sicher wieder geraderücken, die ist nämlich glaube ich wirklich ganz toll!

Grundsätzlich finde ich die Hebi-Arbeit auch wichtig und richtig - und unterbezahlt ;-)

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Hellcat mit ihrer süßen Schnabeline (12.12.2011)


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 14:27 
Hellcat hat geschrieben:
Ich denke schon auch, dass es einen "Markt" gibt für Hebammen, die nicht ganz so esoterisch-alternativ arbeiten.

Ich weiss ja nicht -- reden wir von Esoterik oder von Alternativmedizin wie Kräuterheilkunde, Homöopathie etc.?? *hä* Esoterik hat für mich was religionsähnliches und gehört in eine völlig andere Kategorie.
Ich glaube, auch du solltest ein bisschen an deinen "Schubladen" arbeiten, wenn du das von deiner GVK-Hebame auch erwartest.


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 14:35 
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Inventar

Registriert: 21. September 2009 12:19
Beiträge: 2335
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Sind natürlich zwei verschiedene Dinge, das stimmt. Bisher kamen die bei mir zufällig oft zusammen, also zumindest wenn der Hang zu alternativen Methoden sehr groß war, dann war die betreffende Person meist auch esoterisch angehaucht. Daher vermutlich meine vermixten Schubladen *kopfkratz*.
Eben wie z.B. im GVK - die Frau, die mit verschiedensten Globuli um sich wirft, moxt etc. hat dann "natürlich" auch einen Rosenquarz im Wasser schwimmen und ein Poster an der Wand, auf dem die "Wandlung der Elemente" erklärt wird.

Wie gesagt - ich habe gar nichts gegen Akupunktur, Homöopathie oder Kräuterheilkunde, nutze ja alles sogar selbst im Moment. Mir geht es eher um einen übersteigerten Umgang damit - also z.B. das Denken, dass ich jedwede körperliche und seelische Störung homöopathisch behandeln kann und soll und die Schulmedizin grundsätzlich erstmal böse ist.

Es ist sicher ein Vorurteil, an dem ich noch arbeiten muss. Ich weiß, dass es auch Mittelwege gibt - meine Nachsorge-Hebi arbeitet ja auch mit Globuli etc., mein FA findet Homöopathie auch grundsätzlich gut), aber sie wirken dabei eben höchst vernünftig und gar nicht esoterisch.

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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 14:38 
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Also, korrigiert mich bitte, wenn ich da irre, aber meines Wissens nach ist die Wirksamkeit von Akupunktur (also allgemein, Schwangerschaftsspezifisch kenn ich mich da nicht aus) doch auch nach schulmedizinischen Maßstäben nachgewiesen, oder? Also im Gegensatz von zb Rosenquarzen oder auch Homöopathie.

_________________
Wir befinden uns im Jahr 50 nach der Pille. Ganz Deutschland ist von hormoneller Verhütung besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Frauen bevölkertes Forum hört nicht auf, der Pille Widerstand zu leisten! Und das Leben ist nicht leicht für die hormonellen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Frauenarztum, Hebammum und Apothekum liegen...
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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 14:39 
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Inventar

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höstkvinna hat geschrieben:
Also, korrigiert mich bitte, wenn ich da irre, aber meines Wissens nach ist die Wirksamkeit von Akupunktur (also allgemein, Schwangerschaftsspezifisch kenn ich mich da nicht aus) doch auch nach schulmedizinischen Maßstäben nachgewiesen, oder? Also im Gegensatz von zb Rosenquarzen oder auch Homöopathie.


Genau, da gibt es ganz klare Studienergebnisse. Allerdings abhängig von der Erkrankung. Bei z.B. chronischen Rückenschmerzen hat sogar die Pseudoakupunktur (also irgendwohin gepiekt) besser abgeschnitten als die konservative Therapie *lach* Geburtsdauerverkürzung durch Akupunktur ist wohl auch nachgewiesen.
Deswegen meine ich ja auch: nichts gegen Alternativmedizin, aber eben mit entsprechendem Fachwissen und da, wo es auch Sinn macht.

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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 14:42 
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Moderatorin

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Ich frage deswegen, weil du (genauso wie der Artikel) in deinem letzten Posting dann doch wieder alles zusammen in einem Atemzug genannt hast.
Meiner Meinung nach gibt es eben schon Unterschiede zwischen durch eine wirklich ausgebildete Hebamme durchgeführter Akupunktur und einer Hebamme, die sich ein bisschen was über besagte Kügelchen angelesen hat und diese nun großzügig verteilt.

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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 14:47 
Hey, höstkvinna, nun nimm´mir nicht den Glauben an meinen Rosenquarz im Trinkwasser.. *undweg*



höstkvinna hat geschrieben:
Meiner Meinung nach gibt es eben schon Unterschiede zwischen durch eine wirklich ausgebildete Hebamme durchgeführter Akupunktur und einer Hebamme, die sich ein bisschen was über besagte Kügelchen angelesen hat und diese nun großzügig verteilt.

*zustimm* Dem möchte ich zustimmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 15:17 
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Inventar

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Hellcat hat geschrieben:
Sind natürlich zwei verschiedene Dinge, das stimmt. Bisher kamen die bei mir zufällig oft zusammen, also zumindest wenn der Hang zu alternativen Methoden sehr groß war, dann war die betreffende Person meist auch esoterisch angehaucht. Daher vermutlich meine vermixten Schubladen *kopfkratz*.
Eben wie z.B. im GVK - die Frau, die mit verschiedensten Globuli um sich wirft, moxt etc. hat dann "natürlich" auch einen Rosenquarz im Wasser schwimmen und ein Poster an der Wand, auf dem die "Wandlung der Elemente" erklärt wird.

Wie gesagt - ich habe gar nichts gegen Akupunktur, Homöopathie oder Kräuterheilkunde, nutze ja alles sogar selbst im Moment. Mir geht es eher um einen übersteigerten Umgang damit - also z.B. das Denken, dass ich jedwede körperliche und seelische Störung homöopathisch behandeln kann und soll und die Schulmedizin grundsätzlich erstmal böse ist.

Es ist sicher ein Vorurteil, an dem ich noch arbeiten muss. Ich weiß, dass es auch Mittelwege gibt - meine Nachsorge-Hebi arbeitet ja auch mit Globuli etc., mein FA findet Homöopathie auch grundsätzlich gut), aber sie wirken dabei eben höchst vernünftig und gar nicht esoterisch.


höstkvinna, meinst du schon dieses mit dem letzten Posting? Da versuche ich eigentlich gerade zu erklären, warum ich da zugegebenermaßen manchmal Dinge zusammenwerfe, die nicht zwangsläufig zusammengehören, aber in meiner Erfahrung eben sehr oft zusammen auftraten (übersteigerter Hang zur Alternativmedizin + esoterischer Krimskrams)
Dass ich grundsätzlich Akupunktur und Co. befürworte, hatte ich ja von Anfang geschrieben, nur dass ich eben skeptisch bin, wenn jemand ohne Ausbildung alle möglichen dieser Therapieformen unkontrolliert unter die Leute bringt.

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