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 Betreff des Beitrags: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 23. November 2011 21:04 
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Kurvenjunkie

Registriert: 16. November 2006 20:18
Beiträge: 1963
Wohnort: Südhessen
NFP seit: Anfang 2007
Heute war ein ganz interessanter Artikel in der Süddeutschen Zeitung über Hebammen und deren (übermäßige?) Anwendung von Alternativmedizin, die Pathologisierung der Schwangerschaft etc.
Ihr findet ihn hier.


Ich war mir nicht sicher, ob ich den Artikel hier oder in der Babyecke verlinken soll. Falls er hier falsch ist, bitte gerne verschieben.

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nihonna
mit N (02/12) und B&M (07/15)


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 26. November 2011 15:15 
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Moderatorin

Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
Beiträge: 26849
Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
Ich hab den Artikel gerade gelesen.
Den Ansatz (gerade zB Stichwort "Pathologisierung der Schwangerschaft") finde ich sehr interessant, aber insgesamt liest sich der ganze Artikel für mich einfach wie eine Schrift gegen die Hebammen. Ich frage mich, ob dahinter nicht vielleicht eher eine Frauenarztvereinigung steckt, die die Hebammen und vor allem die Vorsorge durch diese diskreditieren möchte. Da wird ja auch recht wenig zwischen den einzelnen Sachen differenziert, es gibt nur Schulmedizin vs alles andere. Unter "alles andere" fällt dann die Dammmassage genauso wie irgendein Tee, Räucherstäbchen und Akupunktur.

_________________
Wir befinden uns im Jahr 50 nach der Pille. Ganz Deutschland ist von hormoneller Verhütung besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Frauen bevölkertes Forum hört nicht auf, der Pille Widerstand zu leisten! Und das Leben ist nicht leicht für die hormonellen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Frauenarztum, Hebammum und Apothekum liegen...
Happy endings don’t exist, but here’s a pearl you may have missed: Every day can be a happy beginning.


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 26. November 2011 15:53 
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Inventar

Registriert: 21. September 2009 12:19
Beiträge: 2335
Wohnort: Franken
Vielen Dank für den Link, ich fand den Artikel sehr interessant!

Ich habe ja auch schon länger den Eindruck, dass Hebammen und Frauenärzte leider oft gegeneinander arbeiten, dass hier zwei Wege konkurrieren, anstatt gemeinsam für eine ganzheitliche Betreuung zu sorgen.

Mein FA ist auch Hebammen-kritisch. Aber nicht generell, er empfiehlt auch einige Hebammen, nur hat er mit vielen das gleiche Problem, das ich auch habe: vieles ist mir zu esoterisch, zu abgehoben, zu wenig wissenschaftlich. Das ist natürlich auch eine persönliche Sache.

Ein Argument wurde aber im Artikel genannt, dass mein FA auch neulich angesprochen hat:
Zitat:
Zudem kritisiert Beer, dass Hebammen oft für viele der von ihnen angebotenen Verfahren nur schlecht ausgebildet seien.

Das ist wirklich richtig, weil einige Hebammen tatsächlich wild mit Globuli um sich werfen, ohne eine wirkliche homöopathische Ausbildung zu haben.
Meine GVK-Hebi hat mir auch eine Mischung aus X Sachen gegen meine restless legs verpasst. Meine Nachsorge-Hebi hat darüber erstmal nur den Kopf geschüttelt, weil man in der Homöopathie wohl eher nicht so viele Sachen mischt. Geholfen haben die Globuli so oder so nicht.

Soll nicht heißen, dass keine Hebamme Ahnung hat, meine Nachsorge-Hebi wirkt z.B. echt ganz gut. Aber manche wirken auf mich schon so "dreimal nachts um den Baum tanzen"-mäßig.
Zudem stimme ich dem Artikel zu: Vermutlich fühlt man sich besser aufgehoben und versorgt, wenn man irgendwas bekommt als wenn man zu hören bekommt "kann man nicht ändern, da müssen sie durch". Ich glaube aber schon auch, dass viele Sachen unnötig sind bzw. deren Wirkung nicht erwiesen ist.

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Hellcat mit ihrer süßen Schnabeline (12.12.2011)


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 26. November 2011 20:03 
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Kurvenjunkie

Registriert: 16. November 2006 20:18
Beiträge: 1963
Wohnort: Südhessen
NFP seit: Anfang 2007
Ich bin selber zwiegespalten, was den Artikel angeht und würde nicht alles unterschreiben.
Den Anspekt, den du höstkvinna, auch hervorgehoben hast, fand ich auch sehr interessant: die Pathologisierung der Schwangerschaft. Die findet nämlich nicht mehr nur beim Frauenarzt statt, sondern auch bei einigen Hebammen. Irgendwie bedenklich, aber scheinbar das was die "schwangere Gesellschaft" erwartet? Wird damit nicht letztendlich auch nur eine Nachfrage befriedigt?
Genauso wie mit dem wachsenden Einsatz alternativer Methoden?

Die mangelnde Differenzierung zwischen den einzelnen Methoden stört mich auch, und ich habe auch manchmal das Gefühl das genau das auch das ist, was mir bei manchen Hebammen fehlt. Ich persönlich z.B. lasse mich gerne von der Wirksamkeit von Tees, Massagen, Kräutern etc. überzeugen, aber Homöopathie ist halt einfach nicht so meines. Aber sobald man eine Hebamme (oder auch so machen Arzt) fragt, ob es etwas "alternatives" gibt, schmeissen viele mit Kügelchen um sich, wie auch Hellcat schreibt. (Und wie gut man in sooo vielen verschiedenen Methoden ausgebildet sein kann frage ich mich dann auch. Dann doch lieber auf ein, zwei Methoden beschränken, die dann dafür aber richtig.)

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nihonna
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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 07:59 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 10. Dezember 2008 15:23
Beiträge: 7349
NFP seit: 2008
Also grundsätzlich finde ich es auch nicht gut, eine Schwangerschaft zu pathologisieren. Aber es spricht doch nichts dagegen, bei den beschwerden zu helfen? Ich war mal notfallmässig wegen fürchterlichem Schwindel beim Frauenarzt hier am Ort. Der hat mich geultraschallt auf meine Bitte hin, meinen Blutdruck gemessen und gesagt, ich müsse da durch und solle halt gegen nix hartes fallen. Schwindel gehöre dazu. Ach, einen wirklich guten Tipp hat er mir auch noch gegeben: sofort beim betreten eines Ladens die jacke ausziehen oder öffnen. Das war tatsächlich prima. ich war aber nicht damit zufrieden, nur auf dem Sofa zu liegen, weil ich vor lauter Schwindel immer Angst hatte zu stürzen. Also hab ich mich für Schwangerschaftsgymnastik angemeldet, bei einer Hebamme, und zwar bei seiner Frau. Und die hatte neben der Gymnastik noch viele, viele nützliche Tipps für mich. Übrigens kein einziges Kügelchen. Ich nehm schon auch homöopathische Mittel, aber nicht grad am liebsten. Es ist halt oft so, dass Hebammen einfach noch ein paar Tricks und Tipps haben.
Und zum Beispiel zur Wirkung von Akupunktur bei Schwangerschaft bzw den Einfluss auf den Geburtsverlauf gibt es doch mindestens eine Studie? Das hätte da ruhig mal erwähnt werden können in dem Artikel, finde ich *kopfkratz*

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Liebe Grüße von Zilla


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 09:19 
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alte Häsin

Registriert: 14. März 2010 10:32
Beiträge: 1472
Ich bin auch sehr zwiegespalten was den Artikel angeht.

Mein Eindruck ist nämlich ebenso, dass sich so manche Hebamme in einen alternativen Behandlungswahn stürzen, um mit den Ärzten mitzuhalten. Und was anderes als Alternativmedizin dürfen wir halt nicht.
Ich fände es aber viel wichtiger in die eigentliche Kernkompetenz der Hebamme zu stärken: Gespräch, Berührung und kontinuierliche 1:1-Betreuung.
Aber es ist tatsächlich so, dass von vielen Frauen eine Behandlung auch eingefordert wird.

Die Entwicklung liegt aber sicher nicht ursprünglich an den Hebammen sondern auch an der allgemeinen gesellschaftlichen Einstellung: "Wenn es mir nicht 100% gut geht muss ich irgendwas medizinisches dagegen machen" - und damit sind Tabletten, Globuli und Akupunktur gleichermaßen gemeint.

Zusätzlich wollte ich noch anmerken, dass ich als dual studierende Hebamme sehr gut nachvollziehen kann, dass das Argument "das machen wir schon immer so und es wirkt" halt nicht zählt. Erfahrungswissen ist sicher wertvoll aber ich habe vielfach erlebt, dass es da draußen einen großen Bedarf nach evidenzbasierter Hebammenbetreuung gibt.
Und ich möchte euch versichern, dass sich vieles in unserer Berufsgruppe gerade entwickelt. Ein Aspekt ist die Akademisierung.
Die will übrigens nicht die weiteren Pathologisierung der Schwangerschaft/Geburt/Wochenbett vorantreiben sondern vielmehr dafür sorgen, dass wir das was wir tun wissenschaftlich begründen können - bei alternativen Behandlungen die Spreu vom Weizen trennen genauso wie die Stärkung der ursprünglichen Hebammenarbeit.

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Mandala mit 108 Kurven zwei Geburten (14&16)
"Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestöre Entwicklung lassen, die tief von innen kommen muss und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann. Alles ist austragen und dann gebären." Rainer Maria Rilke


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 09:33 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 10. Dezember 2008 15:23
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Da fällt mir grad noch ein: Zu Himbeerblättertee gab es doch auch schon mindestens eine Studie! Google sagt das auch.

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Liebe Grüße von Zilla


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 09:59 
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Inventar

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Um das klarzustellen: Ich finde durchaus auch viele Maßnahmen der Hebis super, gegen meine restless legs hat mir die Hebi auch viele Tipps gegeben. Und zur geburtsvorbereitenden Aku bin ich auch gegangen, Himbitee trinke ich auch. Finde also nicht grundsätzlich alles doof.
Nur sollte eben schon unterschieden werden, wo es einen echten, erwiesenen Nutzen gibt (eben z.B. die geburtsvorbereitende Akupunktur) und wo es sinnloses Kügelchenwerfen ist.

Ich sehe es schon auch so, dass eine Hebamme nicht alles können kann. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass jemand gleichzeitig gut ausgebildet ist in Akupunktur, Fußreflexzonenmassage, Homöopathie, Physiotherapie etc. Dann lieber spezialisierte Hebammen, die man gezielt bei bestimmten Problemen aufsucht.

Für mich ist der Punkt eigentlich gar nicht so die Pathologisierung. Die Schwangerschaft ist keine Krankheit, klar, aber sie ist doch eine extreme Belastung für den Körper, die fast immer nicht beschwerdefrei abläuft. Handlungsbedarf in sinnvollem Rahmen sehe ich da also schon und finde auch regelmäßige Vorsorgen etc. durchaus richtig.
Aber eben mit entsprechendem Fachwissen.

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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 10:44 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 10. Dezember 2008 15:23
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NFP seit: 2008
*zustimm* Bei uns in der Hebammenpraxis war es normal, dass die eine Akupunktur gemacht hat, die andere bei Bedarf gemoxt (hiess das so? *kopfkratz* ) hat. Ich hab auch gleich viel mehr Zutrauen, wenn nicht jeder behauptet, alles zu können, sondern einen auch mal wieterschickt.

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Liebe Grüße von Zilla


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 23:16 
Mandala hat geschrieben:

Zusätzlich wollte ich noch anmerken, dass ich als dual studierende Hebamme sehr gut nachvollziehen kann, dass das Argument "das machen wir schon immer so und es wirkt" halt nicht zählt. Erfahrungswissen ist sicher wertvoll aber ich habe vielfach erlebt, dass es da draußen einen großen Bedarf nach evidenzbasierter Hebammenbetreuung gibt.
Und ich möchte euch versichern, dass sich vieles in unserer Berufsgruppe gerade entwickelt. Ein Aspekt ist die Akademisierung.

Ich finde die Hebammenstudiengänge sehr gut und ich glaube, dass es unserem Berufsstand nutzen wird. Allerdings kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, was an "es wirkt einfach, auch wenn es nicht evidenzbasiert ist" grundsätzlich falsch sein soll. Ich habe nun 16 Jahre Berufserfahrung und somit einiges an Erfahrung. Würde ich nur das Wissen nutzen, das durch Studien wissenschaftlich "eingetütet" ist, käme ich oft nicht besonders weit. "Alles muss evidenzbasiert sein" kann man auch überreizen. (das schreibe ich jetzt, auch wenn ich weiss, dass ich mich nicht besonders beliebt damit mache)

Nichtsdestotrotz sehe ich einige Kritikpunkte auch, dass z.B. viele Hebammen mit allen möglichen alternativmedizinischen Behandlungen "werben" ohne eine fundierte Ausbildung zu haben und dass dadurch wirklich eine Art "Pathologisierung" stattfindet: "für jedes Zipperlein ein Kügelchen". Hebammen sehen sich leider sehr in die Ecke gedrängt und haben das Gefühl vieles an sich reissen zu müssen, um nicht alles zu verlieren. Zumindest sehe ich das so. Sich auf das wesentliche zu konzentrieren kommt da bestimmt oft zu kurz.
Alles in allem finde ich den Artikel allerdings absolut grottig. Da wird von inkompetenten Hebammen geredet in einer Form, die den guten Stil, den Kompetenz innehat, deutlich vermissen läßt.


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 23:37 
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Fingerwundschreiberin

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Ich finde den Artikel auch eher reißerisch als alles andere. Aber was mir in meinem Umfeld aufgefallen ist, dass - nachdem die Schwangerschaft beendet ist und das Kind da ist - viele Frauen ihren Kindern bei jeder Gelegenheit Globulis geben. Dann lernen die Kinder doch auch nur, dass man gegen Unwohlsein, Schmerz oder Heimweh einfach nur eine "Tablette" schlucken muss und fertig. Kinder unterscheiden ja noch nicht zwischen Schulmedizin und alternativen Methoden. Ob Kügelchen oder Tablette, man muss was von außen zufügen, sonst ist niemand zufrieden. Und vielleicht stehen die Hebammen unter genau dem Druck, weil die Frauen es sich so wünschen, und geben es an ihre Kinder weiter?! Ist jetzt nur so meine Theorie.

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Mama von drei Töchtern im Arm, unserer lieben Himmelstochter und zwei Ministernchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 23:50 
Ich frage mich übrigens, ob es ein Zufall ist, dass gerade in diesen Zeiten, wo der Hebammenberuf am seidenen Faden hängt und gerade wieder Druck auf die Krankenkassen ausgeübt werden soll, dieser Artikel erscheint und pauschal alle Hebammen diskreditiert.
Das einzige, was Hebammen wirklich noch hinter sich wissen und was ihnen hilft ist die breite Masse an Menschen, denen sie mal geholfen haben und die für sie mitkämpfen und sich einsetzen.
So ein medienwirksamer ARtikel, der in 4 Spalten mit dem Hebammenwissen der letzten Jahrhunderte "aufräumt" ist dem Hebammenansehen nicht dienlich.



Sebastian Herrmann ist Redakteur der Wissenschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, Betonung liegt auf WISSENSCHAFT. :lol: Wenn dieser Artikel Beispiel für die Wissenschaftlichkeit der Süddt. Zeitung ist, können sie einem nur leid tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 27. November 2011 23:56 
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Fingerwundschreiberin

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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 06:39 
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Inventar

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Beiträge: 2335
Wohnort: Franken
Der Artikel ist natürlich schon sehr einseitig und reißerisch, klar... Vielleicht fand ich ihn deshalb interessant, weil ich endlich mal die Gegenseite zu hören bekomme, nachdem ich (auch hier) ständig zu hören bekomme, wie furchtbar die Kliniken und FÄ doch sind. Ich muss sagen, dass ich bisher sowohl mit meinem FA als auch mit der Betreuung durch die Geburtsklinik hoch zufrieden bin und keinen der Vorwürfe bestätigen kann.

Vermutlich hat mir mein GVK einfach mein Hebammenbild ziemlich versaut... Das war wie das personifizierte Klischeebild der Eso-Hebamme schlechthin. Da schiebt man sich mit geschlossenen Augen durch den Raum, um nachzufühlen, wie man sich in der Geburtssituation fühlt (kann das nicht steuern, muss vertrauen, trotzdem passiert nichts) und lauter so seltsame Sachen... In der Mitte steht die Wasserkaraffe mit dem Rosenquarz drin... Natürlich sitzen alle auf Kissen auf dem Boden (und JEDE der Schwangeren hat geächzt und gestöhnt und sich einen Stuhl gewünscht!) etc.
Das war einfach eine Eso-Hippie-Veranstaltung schlechthin und hatte sehr wenig mit einer fachlich kompetenten und sinnvollen Vorbereitung auf den Geburtsvorgang zu tun.
Dazu war sie eben auch eine dieser Kügelchen-Schmeißerinnen. Und hat bei jeder sich bietenden Gelegenheit betont, wie furchtbar Klinikgeburten sind. Wohlgemerkt in einem Kurs, in dem sich alle (!) Frauen bereits für die Klinik entschieden hatten und dort auch bereits angemeldet waren. Sie hat aber vielen totale Angst gemacht, weil Kliniken ja sooofort aufschneiden etc.

War sicherlich Pech, aber mit dieser Erfahrung seht ihr mir sicher nach, dass ich momentan etwas kritisch gegenüber manchen Hebammen bin. Das gilt nicht für alle, das ist mir klar.
Ich habe aber einfach den Eindruck, dass durch diese harten Fronten FA <-> Hebis die Hebis manchmal zu stark in die Alternativ-Richtung gehen, um sich ihr Standbein zu sichern.

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 Betreff des Beitrags: Re: SZ-Artikel (23.11.): Die Globulisierung des Kreißsaals
BeitragVerfasst: 28. November 2011 08:21 
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alte Häsin

Registriert: 14. März 2010 10:32
Beiträge: 1472
Änne hat geschrieben:
Mandala hat geschrieben:

Zusätzlich wollte ich noch anmerken, dass ich als dual studierende Hebamme sehr gut nachvollziehen kann, dass das Argument "das machen wir schon immer so und es wirkt" halt nicht zählt. Erfahrungswissen ist sicher wertvoll aber ich habe vielfach erlebt, dass es da draußen einen großen Bedarf nach evidenzbasierter Hebammenbetreuung gibt.
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Da habe ich mich falsch ausgedrückt, Änne.
Das Erfahrungswissen ist natürlich ein Argument, das zählt. Es spielt im Hebammenberuf sogar eine wichtige Rolle, weil man z.B. Gebärverhalten mit Erfahrung im Hintergrund einfach ganz anders einordnen kann.
Ich will dem Erfahrungswissen seine Bedeutsamkeit nicht absprechen. Ich denke aber dass Wissenschaftlichkeit heute fundamental ist - gerade wenn es um die Existenz der Hebammen geht (und wie ich bereits gesagt habe soll die Wissenschaft ja alternative Methoden nicht grundsätzlich in die Eso-Ecke schieben sondern einfach eine andere Grundlage für unsere Daseinsberechtigung liefern. Und zwar zunächst insbesondere, so hoffe ich, was ursprünglichste Hebammentätigkeit angeht wie z.B. Leopold-Handgriffe)

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Mandala mit 108 Kurven zwei Geburten (14&16)
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