Es ist ein Roman geworden, sorry
Um zur Diskussion der Pille "gegen" nfp in jungen Jahren mal was beizusteuern: Für mich persönlich wäre nfp damals nichts gewesen und das gebe ich auch offen zu. Mit 15, das war die Zeit, da hatte ich mein erstes Mal, da ging es also langsam mit der richtigen Sexualität los, nicht nur knutschen und so

Da waren Kondome natürlich das Mittel der Wahl. Auch damals habe ich die Pille schon genommen, aber eher weil das irgendwie als cool und sexuell aktiv galt, total dämlich. Informationen gabs nur beim FA oder in der Bravo, denn das Internet kam '98 gerade erst per Modem in unser Haus und solche schönen Foren wie hier gab es einfach noch nicht. Generell war das Netz da noch sehr viel "leerer" und mein Umgang nicht besonders geübt. Außerdem hatte ich da einfach andere Sachen im Kopf, zb die nächste Mathearbeit und der süße Typ im Geschiunterricht hinten links.
Beim ersten festen Freund dann, da gab es dann für mich nur die Pille irgendwie. Das waren wilde Zeiten, mit vielen wilden Parties. Wenn ich mir allein die Abi Zeit in Erinnerung rufe habe ich wochen-, wenn nicht monatelang jedes Wochenende fast durchgefeiert, das war mit der Pille unproblematisch. Übergeben nach Genuss von Alkohol kam zwar ab und an mal vor, man probiert sich ja aus, aber die vorgegebenen 4 Stunden hab ich noch immer durchgehalten

Was ich meinem Körper damit eigentlich antue war mir überhaupt nicht bewusst. Wie auch, die Infos, die man bekommen hat, waren meist: Nimm die Pille, damit bist du sicher. Bei ONS, nimm Kondome noch dazu. Das Reflektieren über den eigenen Körper und den Wunsch nach Eigenkontrolle, sowie den Wunsch sich überhaupt anderweitig zu informieren habe ich erst zu Beginn meiner 20er wahrgenommen. Vorher hat mich das einfach nicht interessiert, ich wollte weder schwanger noch krank werden, punkt aus. Welche Vorgänge mein Körper da produziert war für mich einfach nicht von Interesse. Schule, Freunde, Abschluss, Studium, Studentenparties, das war wichtig für mich.
Das mag nicht die Regel sein, sondern eher die Ausnahme, aber es hätten sich mir so dermaßen viele Störfaktoren geboten, eine Auswertung nach nfp wäre sicherlich fast unmöglich gewesen. Also, ich kann schon verstehen, dass man nfp als absolute Partymaus vielleicht nicht als erste Möglichkeit sieht, ich finde das auch nicht verwerflich. Auch wenn man irgendwann mit weniger Werten auskommt, anfangs ist schon ein bisschen Disziplin von Nöten. Und zwar durchaus ein wenig mehr, als mit der Pille. Die nimmt man, und wenn man sie vergisst, geht man nach Packungsbeilage vor, die 3 kleinen Sätze (Woche 1, Woche 2, Woche 3) konnte ich mir merken.
Das was ich jetzt betreibe mache ich gern, daher möchte ich es nicht missen. Aber ich habe dafür ein Buch (ok, es war kurz und knapp, aber es war ein Buch!

) gelesen, ich habe eine Onlinekurve oder ein Kurvenblatt in welches ich zu meiner jetzigen Anfängerzeit optimalerweise jeden Wert auch wirklich eintrage und ich beobachte noch den ZS den Tag über, und zwar nicht nur beim Toilettengang, sondern auch zwischenzeitlich durch das "in mich fühlen" und "empfinden". Die Auswertung ist nicht schnell mal gemacht, sondern man macht sich Gedanken: Hab ich alles richtig gemacht? Dann sucht man Rückmeldung, zb hier im Forum. Das Klammern ist zu Anfang auch nicht gerade leicht, auch wenn die Regeln deutlich sind, einfach weil die Erfahrung fehlt.
Versteht mich nicht falsch, nfp ist toll und definitiv die Verhütungsmethode meiner Wahl in Verbindung mit Kondomen, aber vor 12 Jahren hätte ich mir das einfach nicht zugetraut, weil meine Interessen allem Möglichen galten, nur nicht meiner Basaltemperatur und meinem Zervixschleim
