Katharina hat geschrieben:
Es geht nicht nur konkret darum, die Verhütung wirklich teilen zu können, sondern um die reine Option. So wie es jetzt ist, ist die Verantwortung ganz ungleich zu Lasten der Frauen verteilt. Solange es hormonelle Verhütung für Frauen, aber nicht für Männer gibt, ist es ein Leichtes für Männer, zu sagen "Wieso nimmst Du sie nicht? Ich würde natürlich auch, wenn ich könnte".
Ich bin absolut kein Fan hormoneller Verhütung und habe nie damit verhütet. Aber wenn es schon hormonelle Methoden gibt, sollte es die für alle geben und nicht nur für eine Hälfte der Bevölkerung, die dann moralisch unter Druck steht.
Ich finde es persönlich überhaupt schlimm von seinem Partner zu erwarten,dass er ein Medikament gegen einen gesunden Zustand (Fruchtbarkeit) anwendet.
Wenn man sich mal klar macht was das bedeutet einen gesunden Mechanismus lahmzulegen. Ich finde das an sich schon gruselig und würde das nie von einem Mann erwarten. Das mag vielleicht krass klingen, aber ich bin der Meinung hormonelle Verhütung bei
gesunden(also alle die keinen Therapeutischen nutzen von den Medikamenten haben) muss wirklich nicht sein und sollte alleinige Entscheidung sein von demjenigen der es trotzdem tut. Von Ärzten wünsche ich mir da auch weniger Toleranz was Nebenwirkungen betrifft. Das "probieren Sie mal die Pille 3 Monate, wenn die nicht passt probieren wir die nächste. Man muss nur die richtige Pille für Sie finden." kotzt mich dermaßen an.
Die Pille ist eine VERHÜTUNGSMETHODE von vielen, nicht notwendiges Übel.
In den Körper das Mannes in der Form eingreifen zu wollen, damit er keine befruchtungsfähigen Samenzellen mehr bildet finde ich sogar noch schlimmer. Wir sollten uns mal klar darüber sein, das die Eierstöcke so ziemlich das einzige Organ sind,dass relativ gut regeneriert, wenn wir es über die negative Rückkopplung mit Hormonen von außen steuern wollen.
Wer Beispiele braucht:
Gesunde die Schilddrüsenhormone zum abnehmen (oder ähnliche missbräuchliche Zwecke) verwenden schädigen ihre Schilddrüse oft dauerhaft damit. Wenn das erst mal passiert ist wird dieses Organ nie wieder so arbeiten wie ohne diese Manipulation.
(
Damit jetzt keiner Angst bekommt, notwendiges ersetzen von Schilddrüsenhormonen ist nicht schädlich!!!)
Und ja, auch die Hoden können sich verändern sich unter Anwendung von Testosteron. Sämtliche Nebenwirkungen sind von Sportlern die Doping betreiben schon lange bekannt. Unter anderem auch die berühmten "Schrumpfhoden".
Nicht dass mich jemand falsch versteht, es gibt diverse sinnvolle Gründe dem Körper Hormone zuzuführen.
Hormonell verhüten darf gerne jeder der es möchte und gut verträgt. Aber diese hohe Leidensfähigkeit die viele Frauen im Bezug auf die Pille haben und erst recht die Ärzte die einem das noch einreden bringen mich regelmäßig auf 180.
Das ist ein Problem das man nicht haben müsste, wenn die Aufklärung nicht so einseitig wäre und beratende Stellen sehr häufig auch einen finanziellen Nutzen von bestimmten Empfehlungen haben.
Ich bin für einen weniger laschen Umgang mit der Pille. Mehr Aufklärung, strengere Überlegungen ob sie überhaupt in frage kommt etc. wären an der Reihe. Nicht ein hormonelles Verhütungsmittel für den Mann.
Hat sich schon mal jemand überlegt dass es auch psychologisch schwierig ist für einen Mann?
Vielen Frauen reicht ab und zu eine Blutung um sich "richtig" als Frau zu fühlen, während der Eisprung dabei vernachlässigt wird.
Über Männer, deren Samenflüssigkeit keine Spermien enthält gibt es hingegen unendlich viele gemeine Witze. Bis das mal akzeptiert ist, das Männer auf diese Weise verhüten wird es dauern.
Ganz großes Manko: Es geht bisher nur um ein Depotpräparat, da alles andere gescheitert ist. Das ist als hätten Frauen nur die 3-Monats-Spritze zur Auswahl die ja auch nur angewendet wird/werden soll wenn andere hormonelle Methoden nicht infrage kommen.
Dann kommt noch hinzu,dass sicher mehrmals Proben abgegeben werden müssen ob noch Spermien da sind bis man sich überhaupt auf diese Methode verlassen kann (die ein oder andere kennt das von der Sterilisation) außerdem bräuchte ich, wäre ich ein Mann, mehr Daten dazu wann nach dem absetzen wieder mit Fruchtbarkeit zu rechnen ist.
Zitat:
Immer häufiger muss man sich um Kondome streiten
Auch so ein Punkt. Hormone sind doch kein Freibrief. Sexuelle übertragbare Krankheiten gibt es genug. Das man das überhaupt versucht zu zerreden, wenn einer ein Kondom verwenden will.

Ist doch völlig egal ob man es zur Verhütung oder als Schutz vor Krankheiten nutzt.
Und hat es nicht auch Vorteile,dass die meisten Verhütungsmittel für die Frau sind? Wir haben zwischen allen Methoden die freie Wahl,während einem Mann, der irgendwann noch Kinder möchte, nur eine Methode zur Verfügung steht.
Nur mal ein paar Gedanken von mir.
Ich hoffe ich bin keinem auf die Füße getreten. Es sollte offensichtlich sein, dass eine Aussagen absichtlich überspitzt sind um Dinge deutlich zu machen.