Zitat:
Was ich aber tatsächlich sehr irritierend fand war die alleinerziehende Frau, die am Ende das 2. Kind hatte und ab da den Größeren dann doch abstillen wollte. Weil sie das lange Stillen vorher so stark als "wichtig fürs Kind" verteidigt hat, und die Sicht des Sohnes hat sich ja nicht geändert durch das neue Baby, nur eben ihre Sicht, wenn sie sagt, die Hormone seien jetzt auf Baby gepolt und es sei dann doch merkwürdig, so ein großes Kind an der Brust zu haben. Da hatte ich dann das Gefühl, dass sie das lange Stillen vor allem für sich selbst gemacht hat.
Sehe ich das hier als bei dem Thema Außenstehende zu kritisch? Oder ging es noch jemandem so?
Es kommt wohl häufiger vor, dass eine Mutter mit dem Tandemstillen beginnt und sich das ganz positiv und ok vorstellt, sich dann aber, wenn das Kleine da ist und daneben das große Stillkind, doch nicht mehr wohlfühlt mit der Situation. Das ist also nicht so ungewöhnlich. Es wird ja immer gesagt, zu einer Stillbeziehung gehören zwei. Ich habe die Situation der Mutter so aufgefasst, dass sie es grundsätzlich befürwortet, ein Kind zu stillen, so lange es mag. Dass das für sie gut passte, solange sie nur ein Kind hatte, da sie es auch gern getan hat. Also kein Problem. Mit dem Kleinen hat sie sich dann mit dem Stillen des Großen doch nicht mehr wohl gefühlt und ihn deshalb abgestillt. Für mich ist das eine Form des "eigene Grenzen wahrens". Stillen sollte immer für Mutter und Kind ok sein. Die Frage, ob wegen der Bedürfnisse des Kindes oder wegen denen der Mutter gestillt wird, finde ich daher auch nicht sehr sinnvoll. Im besten Fall ist es für beide schön/gut, zumindest sollte es auch für die Mutter in Ordnung sein.
Es wird oft (und auch in dem Film...) so dargestellt, als wäre (längeres, oder überhaupt)Stillen immer entweder Aufopferung der Mutter oder würde eigentlich nur ihren Bedürfnissen dienen. Wenn eine Mutter gern stillt, das genießt usw. dann tut sie es nur wegen sich, klar

Dass man gern stillt und es schön findet darf man dann also schon mal gar nicht sagen, um nicht in Falle Nr. 1 zu tappen. Wenn eine Mutter Stillprobleme hat, vom Stillen gerade mal genervt ist o. Ä. dann heißt es, warum stillt sie nicht ab? Klar, weil sie sich nicht durchsetzen kann, keine Grenzen setzen kann, sich fürs Kind opfert...also darf man auch nicht erwähnen, dass es mal nicht nur schön ist oder Probleme gibt, um nicht in Falle Nr. 2 zu tappen. Fazit, eine Mutter darf gar nicht sagen, wie das Stillen für sie ist, denn in jedem Fall kann sie es nur falsch machen
