höstkvinna hat geschrieben:
Ich habe in fast 40 Zyklen inzwischen auch zwei Stück, bei denen ich die ehM nicht genau bestimmen kann und die -8 beeinträchtigen würden, wenn sie da liegen würden, wo sie eventuell liegen könnten. Meine Konsequenz ist, dass wir nicht so lange frei geben, wie ich nach den Regeln dürfte, denn unser persönliches Sicherheitsempfinden ist sehr hoch, da wir derzeit absolut kein Kind wollen (ich hab besagte Zyklen auch gar nicht groß diskutiert hier, die Entscheidung kann und sollte mir eh keine abnehmen).
Ja, genau, das ist ja auch ein Methodenproblem, das hier im Forum auch schon diskutiert wurde: Dass das strenge Klammern im Anstieg zwar im
aktuellen Zylkus für Sicherheit sorgt, weil es verhindert, einen falschen Eisprung anzunehmen, dass das aber
langfristig dafür sorgen kann, dass ehMs schlicht übersehen und nicht in die früheste ehM einbezogen werden. Zu diesem Problem gibts in den NFP-Büchern ja auch keinerlei Hinweise, was ich etwas fahrlässig finde. (Ich würde es auch wie Du machen und potenzielle ehMs immer mit einbeziehen, aber NFP sieht das ja explizit nicht vor.)
höstkvinna hat geschrieben:
Ich frage mich schon ein bisschen, inwieweit das vielleicht doch den PI beeinflusst bzw ob das bei den ganzen Zyklen der AG vorkommt? Laut NFPheute ist es ja "erlaubt", später nicht mehr komplett durchzumessen. Aber was ist denn, wenn ich dadurch eine Ausreißer ehM verpasse? Also sind nicht durchgemessenen Zyklen überhaupt erfasst von der AG? *schaut fragend in richtung beraterinnen*
Ja, wäre interessant. In den Büchern gibt es ja durchaus Beispiele, in denen nicht durchgemessen wurde und/oder Werte fehlen. Da es außerdem keine Aussagen zur evtl. Bedeutung von fehlenden Werten gibt (was für mich auch ein Versäumnis ist), würde ich davon ausgehen, dass auch unvollständige Kurven einbezogen wurden.
Überhaupt wäre es sehr hilfreich, wenn man mehr über die Studien erfahren könnte, z.B. auch darüber, ob wirklich nur Zyklen herangezogen wurden, wo in der nach Regeln festgelegten Zeit dann tatsächlich auch ungeschützter GV stattgefunden hat oder ob es auch Zyklen gab, wo Paare von sich aus ein größeres Sicherheitsbedürfnis zur Geltung haben kommen lassen oder eben die Methodenschwächen (wie z.B. potenzielle, aber von Störfaktoren "verdeckte" ehMs) selbstständig kompensiert haben.
Generell ist meine persönliche Einschätzung zur Methode mittlerweile: Insbesondere N&S enthält auf Sicherheit bedachten Anwenderinnen doch etliche Hinweise und Überlegungen vor, die ohne großen Aufwand und ohne wirklich gravierende Einbußen der Akzeptanz (= freie Zeit) zu einer nochmal größeren Sicherheit führen könnten. Ich finde es schlecht, dass diese Informationen fehlen (auch in NFP heute findet man zwar einige Fakten über verschiedene Kapitel und Statistiken verstreut, aber auch hier haben diese keinerlei Auswirkungen auf die Hinweise zur Methodenanwendung), eben weil es was völlig anderes ist, lapidar zu sagen: "Ja, wer noch mehr auf Nummer Sicher gehen will, soll halt noch weniger Tage freigeben" oder ob man konkret erklärt, welche relevanten Faktoren die Methode zugunsten höherer Akzeptanz nicht berücksichtigt (3. und 4. Tag vor der eM, Vorverlagerung, verdeckte ehMs etc.).
M.E. macht es sich NFP zu einfach, auf die für die Methodenregeln geltende statistische Sicherheit hinzuweisen und damit dann offenbar keinerlei Bedarf an einer Verbesserung von Regeln oder zumindest konkreten Informationen zu einer höheren Sicherheit zu sehen. (Zumal ja mehrere Nutzerinnen hier schonmal erklärt haben, dass die Stichprobe tatsächlich zu klein war, um diese statistische Sicherheit überhaupt so einzugrenzen, wie das vonseiten der Arbeitsgruppe NFP getan wurde. Des Weiteren berücksichtigt m.W. die Studie z.B. die tatsächliche Fruchtbarkeit und Sexhäufigkeit der Anwenderinnen nicht.)