SalutCarole hat geschrieben:
Alana hat geschrieben:
Die meisten Pillen auf Kassenrezept sind für die unter 20 Jährigen. Da wird es ja auch zur reinen Verhütung übernommen, mit 18 und 19 muss nur die Rezept und Praxisgebühr bezahlt werden.
Erst dann fängt es an, dass eine entsprechende medizinische Indikation da sein muss.
Da fällt der häufige Einsatz neuer Präparate bei jungen Mädchen schon ins Gewicht.
Ich glaube, in Sachen Teenager-Schwangerschaften müsste in unseren westlichen Gesellschaften ein Umdenken stattfinden. Es gibt kaum etwas, was in unserer Gesellschaft verpönter ist als Mutterschaft im Teenager-Alter. Nur mit diesem Argument ist so etwas möglich, junge Mädchen bereits in frühester Pubertät mit Hormonen vollzupumpen und sie um die Erfahrung einer natürlichen Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität zu bringen. Der größte Nutznießer der sozialen Ächtung von Teenager-Schwangerschaften ist die Pharma-Industrie.
Auch hier sind Teenager Schwangerschaften verpönt und hier werden jedes Jahr über 14000 Mädchen unter 18 schwanger, das sind 25% aller Gebärenden (bei knapp 4 Millionen Einwohnern). Es führt aber nicht dazu, dass die Pille hier verstärkt genommen wird. Aber ich glaube, dass liegt am Einfluss der Katholiken die darüberhinaus in den Schulen eine korrekte Aufklärung verhindern und dafür sorgen, dass Kondome als Krankheitsschutz im Unterricht unerwähnt bleiben.
Ich hab in Deutschland den Eindruck, dass viele GynäkologenInnen hormonelle Verhütungsmethoden sehr leichtfertig verschreiben. Ich erinnere mich da noch an ein Gespräch mit meinem Gyn, der mich zu Anfang fragte: "Nehmen sie die Pille?" Ich: "Nein." er daraufhin: "Soll ich ihnen die Pille verschreiben?" obwohl ich ihn weder danach gefragt habe und darüberhinaus in gar keiner Hinsicht Bedarf bestand. Außerdem hatte ich Bedenken weil ich mitten im Schilddrüsenchaos steckte und mir nicht auch noch die Pille zumuten wollte und er ist darauf gar nicht eingegangen und wollte sie mir regelrecht aufdrängen. Ich kenne sehr viele Fälle, da wird sie einfach so zur "Zyklusregulierung" verschrieben, bei Mensschmerzen, gegen Pickel. Ersteres ist völliger Quatsch, zweiteres kriegt man in den meisten Fällen auch ohne Hormone hin und letzteres denke ich auch irgendwie. Natürlich gibt es auch da Ausnahmen. Was ich damit sagen will ist, dass meiner Meinung nach die GynäkologInnen schuld sind, sie weisen sehr oft einfach nicht auf andere Behandlungsmöglichkeiten oder Verhütungsalternativen hin. Nicht nur in der Gesellschaft sollte ein Umdenken stattfinden (nämlich dass die Pille zum Teenagersein dazugehört), sondern auch bei den GynäkologInnen. Denn ich hab irgendwie den Eindruck, dass viele Erwachsene jungen Paaren keinen verantwortungsvollen, dauerhaften Umgang mit Kondomen zutrauen und NFP taugt ja eh nichts, erst recht nicht für Teenager
