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 Betreff des Beitrags: Re: Cups im taz-Produkttest
BeitragVerfasst: 14. März 2011 20:53 
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Moderatorin

Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
Beiträge: 26849
Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
Passera, Journalisten müssen aber recherchieren und dürfen nicht einfach ein Produkt ins Blatt heben und anpreisen, das ihnen der Hersteller geschenkt hat. Egal, wie überzeugt sie vielleicht davon sind. Wenn sie das doch machen, dann ist das (Schleich-)werbung und kein Journalismus mehr.
Überleg mal, ein Autohersteller schenkt einem Journalisten ein Auto und der schreibt darauf hin einen Jubelartikel über genau dieses Modell. Oder eine Fernreise und - schwupps - auf einmal gibts einen sehr lobenden Artikel über einen bestimmten Reiseanbieter (zumindest letzteres ist kein zufälliges Beispiel sonern der letzte größere Skandal in dem Bereich, den ich gerade im Kopf habe).

Der Vergleich zum Globetrotter-Katalog hinkt, weil die ja den Diva vertreiben, die haben ja keine journalistische Sorfgaltspflicht.

edit:
Ich will damit nicht das Gerücht verbreiten, dass die meluna sich so ins Blatt gekauft hat. Ich kommentiere nur ein hypothetisches Szenario 8-)

_________________
Wir befinden uns im Jahr 50 nach der Pille. Ganz Deutschland ist von hormoneller Verhütung besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Frauen bevölkertes Forum hört nicht auf, der Pille Widerstand zu leisten! Und das Leben ist nicht leicht für die hormonellen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Frauenarztum, Hebammum und Apothekum liegen...
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 Betreff des Beitrags: Re: Cups im taz-Produkttest
BeitragVerfasst: 14. März 2011 21:31 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 20. Juni 2009 11:49
Beiträge: 436
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Die Reihe "Wie cool ist das denn?" in der taz geht natürlich in Richtung "Schleichwerbung", immerhin wird ja immer ein Artikel vorgestellt, der den betreffenden Schreibern aus irgendeinem Grund aufgefallen ist. Ganz oft wird dann nur eine Marke genannt (weil der Artikel oft nur einen Hersteller hat), und solche Rubriken wie "Spaßfaktor" suggerieren doch auch, dass es sich hierbei nicht um eine möglichst neutrale Produktinfo handelt. Bei der Auswahl der vorgestellten Dinge (die ich kenne, weil ich die taz schon etwas länger lese) handelt es sich allerdings NIE um teure Prestige-Sachen, daher hinkt auch der Vergleich mit Reiseanbieter oder Autohersteller. Es geht um "Kleinigkeiten" und "coole Sachen". Was soll denn der Autor/die Autorin davon haben? Lebenslang kostenlose Melunas bis zu den Wechseljahren? ;-)

Ja gut, dann ist es halt ein schlecht recherchierter Meluna-Werbeartikel für eine Plastiktasse, mir auch egal!
Ich glaube trotzdem, dass so ein Artikel mehr wert sein kann als das Schreiben von Überzeugten für Überzeugte, wie das hier der Fall ist. Und versteht mich nicht falsch: ich verdanke diesem Forum unheimlich viel, u. a. den "Mut", eine Menstasse auszuprobieren. Aber ich bin immer froh, wenn noch jemand anderes mal ein bisschen Werbung dafür macht, und sei es auch nur für ein Produkt von vielen!
Ich finde es schade, wenn nette Einfälle von hyperkritischen Leuten zerredet werden - und so'n bisschen finde ich das hier auch... :roll:

Wie auch immer, ich klinke mich hier aus, mir ist das zu müßig. *sonne*

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 Betreff des Beitrags: Re: Cups im taz-Produkttest
BeitragVerfasst: 14. März 2011 21:42 
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Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
Beiträge: 26849
Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
Passera, die Idee, dass die meluna sich vielleicht selber ins Blatt gebracht haben könnte (und eben nicht zufällig entdeckt wurde) kam ja von dir. Ich habe diese Vergleiche getätigt, um zu erklären, warum so ein Vorgehen mit journalistischer Ethik nicht zusammen passt. Mir ist dabei übrigens sehr wohl bewusst, dass so etwas leider zumindest im kleinen Alltag in vielen Redaktionen ist. Theoretisch könnte es ja auch sein, dass die taz bzw die Autorin vielleicht nicht lebenslang melunas bekommt für den Artikel, aber eine andere Art der Zuwendung erhalten hat (das heißt nicht, dass ich glaube, dass das so ist).

Es steht dir und anderen Leserinnen dabei natürlich frei, diese Art der (vermuteten) (Schleich-)werbung zu ignorieren. Aber genauso steht es mir als jemand, der selbst journalistisch arbeitet frei, festzustellen, dass so ein Vorgehen, sollte es so gewesen sein, eben nicht sauber ist.

Abgesehen von dieser meluna Sache wäre mir generell ein anständig recherchierter und damit informativerer Artikel zum Thema tatsächlich lieber gewesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Cups im taz-Produkttest
BeitragVerfasst: 14. März 2011 21:45 
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Registriert: 28. Februar 2008 18:09
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Zitat:
Passera, Journalisten müssen aber recherchieren und dürfen nicht einfach ein Produkt ins Blatt heben und anpreisen, das ihnen der Hersteller geschenkt hat. Egal, wie überzeugt sie vielleicht davon sind. Wenn sie das doch machen, dann ist das (Schleich-)werbung und kein Journalismus mehr.



Ich schicke nur Muster, wenn eine Zeitung anfragt, weil sie sowieso einen Artikel schreiben will und am recherchieren ist. Das ist jedoch eine defensive Art die Vor- und Nachteile hat.
Jedenfalls ist es ganz normal, das Hersteller ihre Produkte, sogar mit einem fertig geschriebenen Pressetext, an Medien zu schicken. Die Journalisten sind oft froh, wenn sie nicht selber schreiben müssen. Es ist wirklich üblich und nicht anrüchig. Selbstverständlich schreiben die Hersteller dann nicht, darüber, dass es noch andere Produkte gibt oder gar bessere ;-)
Bei manchen Zeitungen hilft es natürlich, wenn man ein ganzes Auto oder 50 Cups mitschickt. Das passiert sicher nicht selten.

Der TAZ traut man so etwas nicht unbedingt zu. Das mit dem Silikon ist natürlich wirklich schwach von von ihnen. Immerhin geht die Google Generation nun auf die Suche nach Silikoncups :roll:

Zitat:
Abgesehen von dieser meluna Sache wäre mir generell ein anständig recherchierter und damit informativerer Artikel zum Thema tatsächlich lieber gewesen.

Wir können hoffen, das sie nun anfangen zu recherchieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Cups im taz-Produkttest
BeitragVerfasst: 14. März 2011 22:00 
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Moderatorin

Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
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Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
Ohne das vertiefen zu wollen, aber:
Daadeemaa hat geschrieben:
Es ist wirklich üblich und nicht anrüchig.

Ja, das schicken ist total okay und ja auch die Aufgabe einer PR/Marketingabteilung. Das einfache übernehmen dieser Informationen ist aber tatsächlich anrüchig und je enger die vielleicht private Verbindung zwischen Hersteller und Journalist oder je größer der Nutzen des Journalisten durch diesen Artikel, umso mehr beginnt es eben zu stinken.

Ums mit Hajo Friedrichs zu sagen:
Zitat:
"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache."


Aber das führt glaube ich wirklich ins OT jetzt. Sorry dafür.

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 Betreff des Beitrags: Re: Cups im taz-Produkttest
BeitragVerfasst: 17. März 2011 17:51 
Ich finde es super, dass ein tolles Produkt wie die Menstasse zum Gegenstand eines Artikels wird.
Welcher Produzent nun genannt wird, ist mir wurscht- interessierte Frauen werden nach Menstassen suchen, vermutlich im Internet, und so auf die verschiedenen Hersteller stoßen.
Dann kann sie ihr Produkt auswaählen.


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