Also ich bin an sich psychisch auch nicht die stabilste, aber im Normalfall (wenn nun nichts gravierendes wie eine FG oder ähnliches passiert) komme ich damit gut zurecht.
Ich hatte am Anfang (so ab 16) die Valette. Damit hatte ich auch ziemlich depressive Verstimmungen. Ich habe sehr viel geweint (meist allein in meinem Zimmer) und zwischendurch wollte ich einfach nicht mehr. Ich fühlte mich kraft- und nutzlos. An die Zeit kann ich mich jedoch kaum noch erinnern und ich kann auch nicht sagen, ob ich nicht allgemein anfällig dafür war, das mit der Pupertät zu tun hatte oder ähnliches.
Danach nahm ich irgendwann die Yasmin und habe auch den Nuvaring versucht. Den Nuvaring habe ich jedoch nur ein paar Monate genommen und kann deswegen auch nichts genaues dazu sagen, außer, dass ich ih meiner Meinung nach am Besten von allen Vertragen habe (aber das ist ja auch keine Pille).
Unter derYasmin hatte ich definitiv Angstzustände und Depressionen. Da habe ich mich teilweise nichtmal getraut rauszugehen. Die normalsten Dinge wie Lebensmittel einkaufen wurden für mich zur Qual. Ich begab mich sogar in psychiatrische Behandlung, da ich zum Beispiel auf der Arbeit von unserem "Raucherbalkon" in der 5. Etage ständig nach unten geschaut habe und mich fragte, wie es wohl wäre einfach runter zuspringen und von welcher Stelle es wohl am Besten sei. Schlimm wurde es, als ich dann eine Woche krankgeschrieben war, weil ich von morgens bis Abends nur noch heulend (und zwar richtig, nicht nur ein paar Tränchen) im Bett lag und zu nichts mehr in der Lage war, da ich mir für alles Unglück bei meiner Familie, Freunden und der ganzen Welt die Schuld gab. Da ich Antidepressiva nahm und meine Libido damit wirklich bei Null war, habe ich die Pille abgesetzt und Sport getrieben. Mir ging es 1000 Mal besser. Es ist natürlich schwer zu sagen, woran das nun gelegen hat, da dort viele Dinge einfluss genommen haben.
Den Vogel abgeschossen hat bei mir jedoch die Diane35. Die bekam ich von meinem Frauenarzt verschrieben, da ich einen erhöhten Testosteronspiegel im Blut hatte. Schon im ersten "Zyklus" bin ich total durchgedreht. Ich habe geweint, mir schwere Vorwürfe über alles und jeden gemacht. Irgendwann fing ich an, mir mit einem Küchenmesser blutige Streifen in Arme und Beine zu ritzen, meinen Kopf gegen Wänge zu schlagen oder einfach nur mit meinen geballten Fäusten mit voller Wucht auf meine Oberschenkel einzuschlagen.
Ich wollte alles abbrechen, was ich in dem Moment machte und einfach nur noch sterben. Mein armer Freund tut mir im Nachhinein wirklich Leid, aber er was der einzige, der den Zusammenhang zwischen der Pille und diesem katastrophalen Verhalten gesehen hat. Er sagte mir, dass ich davor ein ganz anderer Mensch gewesen sei. Ich habe die Pille daraufhin abgesetzt, den FA gewechselt und nach einer Leichteren gefragt.
Dann bekam ich die Belissima. In den ersten 3 Tagen nach Einnahme war mir nur noch schwindelig und schlecht. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr konzentrieren. Arbeiten ging damit auch nicht. Daraufhin habe ich diese Pille sofort abgesetzt, da zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr einer Schwangerschaft bestand, und beschlossen meinem Körper nie wieder mit künstlichen Hormonen zu vergiften. Es fühlte sich in diesem Moment wirklich wie Gift an, da mir da bewusst wurde, was dieses Zeug mit mir und meinem Körper angerichtet hatte.
Ich finde es einfach unverantwortlich, dass vor allem auch jungen Mädchen einfach so die Pille verschrieben wird und kaum jemand über solche Nebenwirkungen aufgeklärt wird.
Mein Leben ist zwar nicht verkorkst deswegen, aber es wäre sicherlich in einigen Dingen anders verlaufen.
Ich muss sagen, ich habe jetzt auch noch zwischendurch Phasen, in denen ich mich nicht gut fühle und (auf Grund der Erfahrung, die ich damals sammelte) Angst habe wieder in eine Depression reinzurutschen, aber bisher war es nie so schlimm.
Oh, das ist jetzt aber ganz schön lang geworden.

_________________
kosmonautka ist seit 11/09 hormonfrei. Kurvt seit 01/11 so vor sich hin:
