mensch, ist hier wieder viel los.
she hat geschrieben:
Mondscheinkind hat geschrieben:
Die GyneFix hat laut der Page von Dr. Dostal nen PI zw. 0,1 und 0,9 (find ich krass,dass das SO schwankt) und wir alle wissen ja,dass der Anwender-PI der Pille sehr viel höher liegt (wos ja bei der GyneFix keinen Anwender-PI gibt).
Ich versteh ja nichtmal, was dieses VON BIS heißt und wie die überhaupt auf ihre unterschiedlichen Zahlen kommen. Ich meine, wenn man zwei Studien hat und die eine ergibt 0,1, die andere 0,9, dann waren sie einfach nicht repräsentativ. Was soll man sich zu den Zahlen denn immer vorstellen..
ich versuch hier mal ein wenig aufzuklären
(auch wenn ich dass alles auch nicht 100%ig verstehe).
Wenn bei PIs eine von-bis-angabe steht, dann liegt das manchmal daran, dass es tatsächlich die werte aus verschiedenen Studien sind. manchmal wird aber auch auf die art der perfekt-use- vom typical-use-PI abgetrennt
(letzteres fällt natürlich beim IUP weg).
manchmal handelt es sich dabei auch um das Konfidenz-Intervall oder auch vertrauensintervall genannt (abkürzung: CI). gerade in wissenschaftlichen Artikel über eine Studie ist es üblich dies anzugeben.
Was bedeutet dieses CI?
wikipedia hat geschrieben:
Das Konfidenzintervall ist ein Begriff aus der mathematischen Statistik. Er sagt etwas über die Präzision der Lageschätzung eines Parameters (zum Beispiel eines Mittelwertes) aus. Das Vertrauensintervall schließt einen Bereich um den geschätzten Wert des Parameters ein, der – vereinfacht gesprochen – mit einer zuvor festgelegten Wahrscheinlichkeit (dem Konfidenzniveau) die wahre Lage des Parameters trifft. Ein Vorteil des Konfidenzintervalls gegenüber der Punktschätzung eines Parameters ist, dass man an ihm direkt die Signifikanz ablesen kann. Ein für ein vorgegebenes Konfidenzniveau zu breites Vertrauensintervall weist auf einen zu geringen Stichprobenumfang hin. Entweder ist die Stichprobe tatsächlich „klein“, oder das untersuchte Phänomen ist so variabel, dass nur durch eine unrealistisch große Stichprobe ein Konfidenzintervall von akzeptabler Breite erreicht werden könnte.
Bei Studien zu Verhütungsmitteln ist das konfidenzniveau in der regel 95%.
Wenn dann bei einem Verhütungsmittel angegeben wird, dass der PI 0,3-1 ist, dann bedeutet das, dass der tatsächliche wert mit 95%iger wahrscheinlichkeit irgendwo in diesem bereich ist.
Je größer die studie, desto kleiner ist das konfidenzintervall.
zum vergleich: beim lea contrazeptivum bestand die studie ja aus sehr wenig teilnehmern (160 oder so). solch eine studie ist nicht sehr aussagekräftig, was man an dem sehr großen konfidenzintervall erkennen kann: 2-28 (!). wenn man da von einem PI von 16 schreibt, ist es eigentlich falsch. richtig müsste man sagen der PI des Lea's liegt irgendwo zwischen 2 und 28.
Zelda hat geschrieben:
Diese Angaben aus eigenen Studien sind doch ohnehin nicht aussagekräftig (und mich wundert, dass das so wenige bemängeln).
Wundert mich auch. Ich könnte mir jedes mal die Haare raufen wenn ich wieder was vom Hersteller-Pl lese, oder wenn gesagt wird „ ist aufgrund der form verträglicher" etc.
Es ist absolut nicht wissenschaftlich erwiesen, wodurch Blutungsstörungen oder Schmerzen tatsächlich entstehen. es wird diskutiert, dass es ein zusammenspiel aus der freigegebenen kupfermenge und den berührungspunkten oder der größe ist. erwiesen ist das aber nicht. es kann auch purer zufall sein.
laut studien sind die NW-wahrscheinlichkeiten beim gynefix vergleichbar mit denen der spirale. dazu als beispiel ein zitat von profamilia über blutungsstörungen:
Zitat:
Bei den Benutzerinnen von GyneFix® in Groß-britannien kommt es bei der Hälfte der Frauen zu einer verstärkten Blutung (Dennis 2001), bei 5-8% wurde das IUS deswegen vorzeitig entfernt. In den Vergleichsstudien mit dem T Cu380A ist die Rate an vorzeitigen Entfernungen wegen Blutungsproblemen beim GyneFix® zum Teil geringer, zum Teil gleich hoch wie beim T Cu380A (GyneFix® 0,68-5,6%, T Cu380A 3,1-6,9%).
Zelda hat geschrieben:
2. Die Gynefix hat eine Ausstoßungsrate von 3,0 über drei Jahre, die TCu 380A 7,38. Die Gynefix wird also seltener verloren.
das sind aber auch eher die zahlen des herstellers.
in einem profa-rundschreiben heißt es dazu:
Zitat:
In den Studien der Arbeitsgruppen des Herstel-lers war die Rate an Ausstoßungen (Expulsionen) deutlich geringer, als mit klassischen Kupfer-IUP (0,5-3 Prozent im Vergleich zu 2,7-7,4 Prozent beim T Cu380A (Cao X 2000, Wu S 2000). In den zwei von anderen Arbeitsgruppen durchgeführten Studien war die Expulsionsrate des GyneFix® dagegen höher als beim T Cu380A (6-10 Prozent versus 2-3 Prozent im ersten Jahr) (Rosenberg MJ 1996, UNDP 1995).
Lottchen hat geschrieben:
trotz dass ich die Gynefix jederzeit empfehlen würde, wenn mich jemand danach fragt, so muss dann trotzdem jeder für sich abwägen, ob er lieber eine Spirale oder die Kette haben mag, sofern er sich für die Verhütung mit Kupfer entschieden hat
dem schließe ich mich an.
ich habe mich lange und außführlich damit beschäftigt, das für und wieder abgeschätzt, die studienergebnisse abgeglichen und die gyni für besser befunden, weshalb ich mich dann für sie entschieden habe. wenn mich jemand fragt, sage ich dass sie mein favorit ist. wenn sich derjenige dann nur auf mein wort verlassen möchte und nicht selbst mal google bemühen möchte (oder mich einfach nach meinen quellen fragt) dann ist es nicht mein problem.
wir bemängeln doch so oft, dass die pillenschluckerinnen einfach dem arzt glauben, wenn er ihnen sagt, dass es keine NWs gibt ect. ohne selbst zu forschen.
das selbe gilt für zukünftige Gyni-trägerrinnen. wer kommt und sagt: "die blutungen sollten doch nicht so doll sein, wie bei der normalen spirale. wieso ist das nur bei mir so. hätte ich das mal vorher gewusst...", dem kann ich nur sagen: "selbst schuld"
Zelda hat geschrieben:
Zu all den anderen Sachen: Na ja, es wird immer wieder an dem besseren PI festgehalten. Der besteht demnach aber gar nicht.
ein wenig besser ist der PI schon (zumindest im 2. bis 6. jahr):
profamilia hat geschrieben:
Die Versagerraten beim GyneFix® sind in allen Studien vergleichbar mit denen der klassischen IUP und liegen unter 1 % pro Jahr. Im zweiten bis sechsten Jahr der Anwendung (wenn es nicht mehr zu Ausstoßungen durch unkorrekte Einlage kam) war die Schwangerschaftsrate in den im Cochrane-Review ausgewerteten Studien beim GyneFix® niedriger als beim T CU380A (insge-samt 1,2 % versus 2,3 % in 5 Jahren).
meine Quellen:
http://www.profamilia.de/fileadmin/dateien/fachpersonal/01-09-verhuetungsmittel.pdfhttp://www.profamilia.de/fileadmin/dateien/fachpersonal/04-04-med-abbruch.pdf@Zelda: wäre sehr interressiert an 'nem link zu dem von dir zitierten artikel. klingt interessant.
@ She: auch wenn ich deine Fragen z.t. auch etwas komisch fand, empfinde ich die reaktionen der anderen auch als übertrieben

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mfg, amily
Edit: Schlagt mich bitte nicht für den langen Post
