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 Betreff des Beitrags: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2010 09:11 
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Kurvenjunkie

Registriert: 8. September 2006 19:00
Beiträge: 1907
Bonjour à toutes,

Auf der Suche nach einer Ausbildung zur NFP-Beraterin bin ich auf die Französische NFP-Methode gestossen (Planification Familiale Naturelle PFN de la CLER, bzw. in der Schweiz Avifa; Auch M.A.O genannt, méthode d’auto-observation). Vielleicht hat es ja noch andere Frauen, die sich dafür interessieren, deshalb voilà une petite présentation de la méthode:

:arrow: Die Franzosen und Westschweizer stützen sich auf das eher kurze Buch ‚Vivre autrement sa sexualité. Méthodes naturelles de la régulation de naissances.‘ (Ich übersetze hier die wesentlichen Regeln auf Deutsch, da wohl nicht alle Französisch können, gelegentlich zitiere ich aber direkt). Das Buch ist von der Darstellung N&S ähnlich (viele lustige Bildchen von Follikeln und Embryonen), aber durchdrungen von Berichten von Paaren, wie sie die NFP im Zusammenhang mit ihrem Glauben sehen. Es wird einem also schnell klar, dass eine religiöse Ideologie im Hintergrund steht. Nur schon in der Einleitung steht, dass Paare das Geschenk erhalten haben, Leben weiterzugeben. Man soll soviele Kinder kriegen, wie man aufziehen kann. Gewählte Kinderlosigkeit ist kein Thema.

:arrow: Grundsätzlich wird bei der PFN nach CLER davon ausgegangen, dass ein Kurs für Frauen bzw. Paare unerlässlich ist. Dies wird auch im Buch stets betont. Gemäss dem Buch ist es nicht möglich und auch nicht empfehlenswert, die Methode autodidaktisch zu erlernen.

:arrow: Ausserdem, insofern ich das von westschweizern Beraterinnen mitgekriegt habe, ist die Methode wirklich vorwiegend für verheiratete (katholische) Paare gedacht, jedoch nicht für junge Frauen in vorehelichen Beziehungen.

:arrow: Es wird explizit Enthaltsamkeit in der fruchtbaren Zeit gefordert. Statt GV soll man sonstige Zärtlichkeiten austauschen.

:arrow: Die Regeln: Die fruchtbare Phase zum Zyklusbeginn ist durch den Schleim – und nur durch den Schleim – bestimmt. Die Temperatur bzw. irgendwelche ‚Rechenregeln‘ wie minus-8 spielen keine Rolle. Die unfruchtbare Phase dann nach dem ES wird nur (!) durch die Temperatur bestimmt.

:arrow: Da man während der Menstruation keinen Schleim beobachten kann, ist der Fruchtbarkeitsstatus unbekannt („Fertilité non connue“) und man muss von Fruchtbarkeit ausgehen!

:arrow: Die fruchtbare Zeit beginnt mit dem Auftauchen des ersten feuchten Empfindens, bzw. der Beobachtung von Schleim, egal welcher Qualität.

:arrow: Irgendwie gehen sie davon aus, dass die Anzahl Tage, während derer man Schleim empfinden oder sehen kann bis zum Schleimhöhepunkt, mindestens 6 Tage dauern muss *hä*, ansonsten muss man seine Wahrnehmungsfähigkeit mithilfe einer Beraterin schärfen – wie auch immer in der Praxis das dann aussieht. ;-)

:arrow: Bei Sepl äh Sensiplan :mrgreen: werden Fühlen, Empfinden und Sehen unterschieden. Bei der CLER-Methode nur empfinden und sehen.

:arrow: Der Muttermund zählt nicht als eigenständiges Zeichen, sondern als zusätzlich absicherndes Fruchtbarkeitszeichen, wenn sich die anderen Zeichen als schwierig erweisen. Die Muttermundbeobachtung darf unter keinen Umständen die Schleimbeobachtung ersetzen.

:arrow: Der Schleim muss äusserlich abgenommen und beobachtet werden. Der am Muttermund abgenommene Schleim kann keinesfalls die Beobachtung des Schleims am Scheideneingang ersetzen.

:arrow: Für den Schleim gibt es folgende Abkürzungen: Empfinden: S für sèche (trocken). H (humide) für feucht. Sehen: - für nichts gesehen; Ein Quadrat [sic!] für unseren S-Schleim. Für S+ dann zwei übereinanderstehende Quadrate. Der Höhepunkt wird mit einem Dreieck gekennzeichnet. Die Kategorie ‚rinnend / fliessend, aber nichts gesehen‘ scheint es nicht zu geben.

:arrow: Die fruchtbare Phase am Zyklusanfang wird folgendermassen bestimmt: Die Menstruation gilt als fruchtbar, da man allfälligen Schleim nicht sieht (!). Nach der Mens darf man an den trockenen Tagen (‚S‘), an denen kein Schleim beobachtet wurde, jeden zweiten (!) Abend (!) GV haben (erinnert irgendwie an TCOYF, nicht?!). Dies, weil Sperma allfälligen Schleim überdecken könnte.

:arrow: Sobald Schleim gesehen bzw. gefühlt wird, muss Fruchtbarkeit angenommen werden. Nun beginnt man mit der Temperaturmessung.

:arrow: Auch Schleim im Slip zählt.

:arrow: Man muss S+ (bzw. 2 Quadrate) haben, ansonsten hat man falsch beobachtet. D.h. wenn man nur unseren f oder S beobachten kann, hat man was übersehen. :roll:

:arrow: Das Ende der fruchtbaren Phase wird folgendermassen bestimmt: Nur (!) durch die Temperatur (mir ist unklar, was daran genau symptothermal ist, wenn man sich jeweils nur auf ein Zeichen verlässt…). Es werden 6 aufeinanderfolgende tiefe Werte vor einem Anstieg gesucht. Dann wird das Durchschnittsniveau (Niveau moyen bas) dieser Werte ausgerechnet und dort die Hilfslinie gezogen. Wenn also ein Wert auf 36.6 ist, einer auf 36.3 und der Rest um 36.45, so ist die Hilfslinie auf 36.45. Von dort aus wird nun 3/10 nach oben gezählt und dort wiederum eine zweite Hilfslinie (niveau haut) gezogen. Werte innerhalb dieses Anstieges zählen nicht. Nun müssen drei Werte über oder auf dieser zweiten Hilfslinie sein, wobei es zwischen dem 1. und 3. Wert nicht mehr als 0.1 Grad Temperaturunterschied haben kann (warum, ist mir schleierhaft). Ab dem 3. Erhöhten Temperaturwert darf man (schon morgens) wieder GV haben. Ein allfälliger Schleimhöhepunkt spielt keine Rolle (!!), keine Ahnung, warum man den überhaupt beobachtet und notiert.*hä*

:arrow: Für lange Zyklen (wobei nicht definiert wird, was lang bedeutet) gelten Spezialregeln: Wenn es nach Auftauchen des ersten Schleimes nach der Mens keinen S+-Höhepunkt gibt, sondern sich der Schleim ‚zurück entwickelt‘ (bei uns wäre das von S zu f), und es keinen Temperaturanstieg gibt, darf die Frau ab dem Abend des 4. Tages nach der letzten Schleimbeobachtung wieder unfruchtbar annehmen. D.h. man darf mitten im Zyklus unfruchtbar annehmen, wenn der Schleim über 4 Tage hinweg verschwunden ist ohne Temperaturanstieg.

:arrow: Regeln für Störfaktoren scheint es keine zu geben. Ich habe einige meiner Kurven mit einer Beraterin der französischen NFP-Methode durchdiskutiert (sehr anstrengend :roll: ) und sie war sehr irritiert von hoch herausragenden Werten etc. Ich denke, sie gehen bei ihren Anwenderinnen von einem sehr regelmässigen Lebensstil aus, was ich *ähm räusper* nicht wirklich vorweisen kann. :lol:

:arrow: Sicherheit: Leidiges Thema. :roll: 1.) Sie werfen im Buch alle NFP-Methoden durcheinander. Sie sprechen nicht davon, dass ihre NFP den Pearl Index xy hat, sondern dass ‚natürliche Methoden sicher sind‘. Sehr präzise. :roll: 2.) Sie geben zwei Studien an: Den Interimsreport der AG NFP aus den Jahren 1989-1992 (in welchem verschiedene europäische NFP-Methoden verglichen werden. Name: „Prospective European multi-center study of natural family planning (1982-1992): interim results. In: Advances in Contraception 1993:9, p. 269-283) sowie die frankophone Studie der CLER. Obwohl das Buch neuer ist, ziehen sie die neuen Studien nicht mit ein. :-(

:arrow: Die Studie der AG NFP zitieren sie falsch. Sie geben einen Methoden-PI von 0.63 an. Ich habe den ganzen Interimsreport gelesen, mir ist unklar, wie sie zu dieser Zahl kommen, da sie im ganzen Report nicht vorkommt. Ihr findet die Zahlen dazu in NFP heute, 4. Auflage, S. 173. Da gibt’s auch mehr Infos zur CLER-NFP; sie fällt in die Supgruppe B. Angegeben werden im Interimsreport bei der französischen NFP 12 ungewollte Schwangerschaften. Die AG NFP schreibt ihnen gesamthaft einen Methoden-PI von 1.8 sowie eine Anwendungssicherheit von 17.7 zu.

:arrow: Dann geben sie im französischen NFP-Buch noch einen Methoden-PI von 1.13 aus der frankreichbezogenen Studie der CLER „Analyse des éches de la planification familiale naturelle. A propos de 7007 cycles d’utilisation‘ von R. Ecochard et al. an. Die AG NFP schreibt dazu in NFP heute, p. 172 :
NFP heute, S. 172 hat geschrieben:
Schwangerschaftsklassifikation fragwürdig: Methodensicherheit vermutlich überbewertet; ¾ der TN hatten bereits mehr als 1 Jahr NFP-Erfahrung, dennoch geringe Gebrauchssicherheit, davon allerdings ca. ¼ der Schwangerschaften beabsichtigt, aber nicht angekündigt. Besonderes Klientel. Mehr als die Hälfte hatte 3 oder mehr Kinder.


Zusammenfassung:
:arrow: Bestimmung der fruchtbaren Zeit zu Zyklusbeginn nur durch den Schleim, unfruchtbare Phase am Zyklusende nur durch Temperatur. Während der Mens wird fruchtbar angenommen, nach der Mens dann darf man, solange man nichts sieht noch fühlt, jeden zweiten Abend GV haben. Sobald Schleim gefühlt oder gesehen wird, muss Fruchtbarkeit angenommen werden. Hochlage wird bestimmt durch den Durchschnitt 6 tiefer Werte sowie dann 3 aufeinanderfolgende hohe Werte, die mindestens 0.3 Grad höher sein müssen als die 6 tiefen Werte. Werte dazwischen im Anstieg werden nicht gezählt. Methoden-PI wird von der AG NFP mit 1.8 angegeben.

Fragen? Unklarheiten? *sonne*


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2010 09:28 
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Vielen Dank für die Zusammenfassung!

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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2010 10:00 
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Quietsch hat geschrieben:
an denen kein Schleim beobachtet wurde, jeden zweiten (!) Abend (!) GV haben (erinnert irgendwie an TCOYF, nicht?!). Dies, weil Sperma allfälligen Schleim überdecken könnte.

Das finde ich mal gar nicht sooo schlecht. Ich persönlich habe zwar kein Problem mit der Unterscheidung, aber ich habe hier schon oft gelesen, dass das bei manchen schwer zu differenzieren ist.
Quietsch hat geschrieben:
:arrow: Man muss S+ (bzw. 2 Quadrate) haben, ansonsten hat man falsch beobachtet. D.h. wenn man nur unseren f oder S beobachten kann, hat man was übersehen. :roll:

Na super, dann könnte ich die Hälfte meiner Zyklen nicht auswerten, weil ich nicht immer 2 Quadrate = S+ habe. ;-)

Auch von mir ein Danke an Dich!


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2010 11:33 
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Quietsch hat geschrieben:
:arrow: Das Ende der fruchtbaren Phase wird folgendermassen bestimmt: Nur (!) durch die Temperatur (mir ist unklar, was daran genau symptothermal ist, wenn man sich jeweils nur auf ein Zeichen verlässt…). Es werden 6 aufeinanderfolgende tiefe Werte vor einem Anstieg gesucht. Dann wird das Durchschnittsniveau (Niveau moyen bas) dieser Werte ausgerechnet und dort die Hilfslinie gezogen. Wenn also ein Wert auf 36.6 ist, einer auf 36.3 und der Rest um 36.45, so ist die Hilfslinie auf 36.45. Von dort aus wird nun 3/10 nach oben gezählt und dort wiederum eine zweite Hilfslinie (niveau haut) gezogen. Werte innerhalb dieses Anstieges zählen nicht. Nun müssen drei Werte über oder auf dieser zweiten Hilfslinie sein, wobei es zwischen dem 1. und 3. Wert nicht mehr als 0.1 Grad Temperaturunterschied haben kann (warum, ist mir schleierhaft). Ab dem 3. Erhöhten Temperaturwert darf man (schon morgens) wieder GV haben. Ein allfälliger Schleimhöhepunkt spielt keine Rolle (!!), keine Ahnung, warum man den überhaupt beobachtet und notiert.*hä*


Das fand ich spanndend und habe es jetzt mal für einige Zyklen durchprobiert. Fazit: Das Durchschnittsniveau zu berechnen finde ich mordsmäßig kompliziert. :roll: Da weiß man unsere HL erst richtig zu schätzen. Dafür scheint die Sicherheit durch das niveau haut so hoch zu sein, dass ich mir in 2 von 5 Zyklen gar nicht frei geben dürfte (unter anderem in dem Zyklus, in dem ich schwanger geworden bin) und in den anderen 3 Zyklen erst 2-3 Tage nach der Freigabe laut sensiplan-Regeln.

Auch sonst finde ich es eine Methode, die den Verhütenden ganz schön viel abverlangt: Sex nur alle 2 Tage in der TL, kein Sex in der fruchtbaren Zeit, die Berechnung der Hilfslinien... Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es für alle, die lange Zyklen haben, aber noch nicht genügend Werte für -8 haben, eine schöne Regel wäre, nach 4 trockenen Tagen wieder unfruchtbar annehmen zu dürfen. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2010 11:45 
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Die HL-Regel finde ich gar nicht schlecht. Da kann ich mir vorstellen, dass das fast ähnlich streng ist wie die reine Temp-Methode mit 1. bis 3.hM mehr als 0,2°C über CL. Habs für meine Zyklen noch nicht ausprobiert, weil ich mir dann erst die CL ausrechnen müsste.

Was ich absolut dämlich finde, ist die als fruchtbar angenommene Mens. Wenn ich vor der Mens unfruchtbar bin, nach der Mens auch, und DANN ein Eisprung kommt - wo kommt dann ein befruchtungsfähiges Ei während der Mens hier. Echt komisch.

Und unfruchtbar annehmen, wenn 4 Tage gar nichts an Schleim zu beobachten war, wenn ich nur am SE beobachten darf - da wäre ich wohl schon schwanger.

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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2010 22:35 
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Moderatorin a. D.

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Vielen Dank - sehr interessant!

Scheint komplizierter und unsicherer als unsere Methode zu sein. Daher, sind wir froh, dass wir uns des Ferraris unter den STM's bedienen können :-).

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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2010 22:50 
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NFP-Kaiserin

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Mara hat geschrieben:
Scheint komplizierter und unsicherer als unsere Methode zu sein. Daher, sind wir froh, dass wir uns des Ferraris unter den STM's bedienen können :-).

*zustimm*
Da wundert mich nicht, dass manch eine Frau von der Methode abgeschreckt ist, wenn sie auf so ein Regelbuch stößt. Da ist unsere STM wirklich relativ leicht zu verstehen und schnell anzuwenden.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2010 10:26 
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Kurvenjunkie

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dieSanfte hat geschrieben:
Da wundert mich nicht, dass manch eine Frau von der Methode abgeschreckt ist, wenn sie auf so ein Regelbuch stößt.
Naja, das sollte bei der französischen NFP niemanden abhalten, denn man kann ja angeblich die Methode nur bei einer Ausbildnerin lernen. Die Franzosen gehen davon aus, dass es unmöglich ist, sich die Methode selbst anzueignen. Das Regelbuch ist deshalb auch nicht sonderlich systematisch, da es ja nur als 'Begleit-, bzw. Nachschlaglektüre' gilt.

Mara hat geschrieben:
Daher, sind wir froh, dass wir uns des Ferraris unter den STM's bedienen können :-).
*zustimm* Könntest Du das bitte einer französischen NFP-Beraterin mitteilen, mit der ich in regem Kontakt stehe? Und dann gleich noch betonen, dass Du selbst Ausbildnerin bist?! Sie sehen nämlich nicht ein, dass ihre Methode unsicherer als unsere ist (auch wenn Studien das zeigen. Aber die AG NFP hat die ja gefälscht bzw. irgendwelche Zahlen zusammengebastelt :roll: *kopfWand* *schrei* ).
Aber da die Methode ja nur für Frauen ist, die verheiratet sind und eh mal Kinder wollen, können sie irgendwie nicht nachvollziehen, dass es auch Frauen gibt, die mit einem PI von 2 nicht leben können und am liebsten 100%ige Sicherheit hätten. *hä*

gaenselilie hat geschrieben:
Dafür scheint die Sicherheit durch das niveau haut so hoch zu sein, dass ich mir in 2 von 5 Zyklen gar nicht frei geben dürfte (unter anderem in dem Zyklus, in dem ich schwanger geworden bin)
Dann gib sofort dein Kind zurück! *Nudelholz* ;-) *freunde*
Aber grundsätzlich ist es schon so, dass man in der HL bei dieser Methode erst später freigeben kann als wie bei Sepl ( :mrgreen: ). *zustimm* Wobei sie ja den Schleim nicht einbeziehen, deshalb passt es evt. wieder.

Calypso hat geschrieben:
Was ich absolut dämlich finde, ist die als fruchtbar angenommene Mens. Wenn ich vor der Mens unfruchtbar bin, nach der Mens auch, und DANN ein Eisprung kommt - wo kommt dann ein befruchtungsfähiges Ei während der Mens hier. Echt komisch.
Das frage ich mich auch. Evt. hat das was mit dem religiösem Hintergrund dieser Methode zu tun, z.B. dass die Frau während der Mens als unrein gilt oder so, und sie deshalb die Mens gleich als fruchtbar annehmen? (Reine Spekulation!)

Zitat:
Und unfruchtbar annehmen, wenn 4 Tage gar nichts an Schleim zu beobachten war, wenn ich nur am SE beobachten darf - da wäre ich wohl schon schwanger.
*zustimm*


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2010 11:18 
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Ersthelferin a.D.

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Danke für Deine Mühe, Quietsch *daumenhoch*

Sehr interessant *zustimm*

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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2010 12:13 
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NFP-Kaiserin

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Quietsch hat geschrieben:
Naja, das sollte bei der französischen NFP niemanden abhalten, denn man kann ja angeblich die Methode nur bei einer Ausbildnerin lernen. Die Franzosen gehen davon aus, dass es unmöglich ist, sich die Methode selbst anzueignen.


Das ist es ja, ich kann mir nicht vorstellen, dass viele einen Kurs machen wollen. Somit wird die Methode sicherlich auch wegen dieses Schritts für manche wegfallen.


Zitat:
Sie sehen nämlich nicht ein, dass ihre Methode unsicherer als unsere ist (auch wenn Studien das zeigen. Aber die AG NFP hat die ja gefälscht bzw. irgendwelche Zahlen zusammengebastelt :roll: *kopfWand* *schrei* ).
Aber da die Methode ja nur für Frauen ist, die verheiratet sind und eh mal Kinder wollen, können sie irgendwie nicht nachvollziehen, dass es auch Frauen gibt, die mit einem PI von 2 nicht leben können und am liebsten 100%ige Sicherheit hätten. *hä*


Interessante Ansichten haben die da :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2010 12:59 
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Kurven-Rätslerin

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Wenn man das so liest, wird einem klar, warum die AG NFP das Bedürfnis hat, mit einem eigenen Namen ihrer Methode von anderen abzugrenzen. *ko*


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 22. Oktober 2010 10:25 
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Kurvenjunkie

Registriert: 8. September 2006 19:00
Beiträge: 1907
dieSanfte hat geschrieben:
Quietsch hat geschrieben:
Naja, das sollte bei der französischen NFP niemanden abhalten, denn man kann ja angeblich die Methode nur bei einer Ausbildnerin lernen. Die Franzosen gehen davon aus, dass es unmöglich ist, sich die Methode selbst anzueignen.
Das ist es ja, ich kann mir nicht vorstellen, dass viele einen Kurs machen wollen. Somit wird die Methode sicherlich auch wegen dieses Schritts für manche wegfallen.
Naja, doch, es sind aber halt einfach sehr viele katholische Paare, welche diese NFP anwenden, da sie sie über ihre Gemeinde oder so kennenlernen. *zustimm* Bzw. halt Kinderwünschlerinnen, die irgendwie sonst auf die Methode stossen. Ansonsten stimmt es aber, die Methode ist so sicherlich weniger verbreitet.

übrigens haben die CLER-Leute Kontakt zur AG NFP, es hatte auch schon Dozenten der AG NFP bei ihnen und evt. werden langfristig einige Regelmodifikationen eingeführt, z.B. erste 5 Tage frei (nach einem Jahr) oder so, wenn ich mich richtig erinnere.

:arrow: Ich wurde von einer netten Mitforin *winke* hingewiesen, dass sich mein Bericht sehr wertend liest, sie die französische NFP-Vertreterinnen aber als sehr positiv und freundlich erfahren hat. Ich möchte mich dafür entschuldigen, da sind wohl die Pferde mit mir durchgegangen. *unbekannt* *undweg* Meine Absicht war nicht, die CLER-Leute zu diffamieren, denn sie sind alle wirklich sehr freundlich! *sonne* Der Grund für allfällige unterschwellige Aggressionen meinerseits liegt darin, dass ich seit Längerem in regem Kontakt zu einer CLER-NFP-Beraterin stehe, was aber (für beide Seiten!) sehr anstrengend ist, da sie irgendwie unser Sicherheitsbedürfnis oder die andere Philosophie (NFP für unverheiratete Frauen, bzw. Frauen die niemals Kinder wollen; NFP im Selbststudium erwerben; mein Wunsch, Studien zur Sicherheit zu sehen) nicht nachvollziehen kann. Für beide Seiten ist es also sehr anstrengend und für mich oft auch frustrierend, da sie z.B. die Studien der AG NFP einfach kategorisch als falsch (!) abtut, auch wenn sie im CLER-NFP-Buch (falsch!) zitiert werden. Es sind also meine persönliche Schwierigkeiten, mit solchen Meinungsverschiedenheiten umzugehen, die da durchdringen. Diese darf ich aber, das wurde von meiner Mitforin richtig festgestellt, nicht verallgemeinern, sondern betrifft meine persönlichen Probleme im Austausch mit einer Person. :!:

Die CLER-Leute, die ich kennenlernen durfte, waren allesamt sehr nett und offen, haben jedoch in gewissen Themen andere Grundansichten als ich (nur schon beruflich bedingt). Deshalb habe ich die CLER-NFP wohl recht wertend dargestellt, wofür ich mich entschuldigen möchte, wenn das jemand in den falschen Hals bekommen hat.

Man sollte einfach Folgendes beachten: Unsere NFP wurde an jungen, hochmotivierten Frauen (oftmals noch in der Ausbildung, ebenfalls oft sehr gebildet (Akademikerinnen)) erforscht, die evt. noch nicht den Partner fürs Leben gefunden haben. Diese Frauen sind oft fähig, sich die NFP selbst anzueignen.
Die CLER-NFP geht hingegen davon aus, dass Sex nur in die Ehe gehört. Das Studienkollektiv war deshalb auch völlig anders (verheiratete Frauen in den 30ern mit schon mehreren Kindern).
Die Einstellung oder Grundvoraussetzung ist also eine völlig Andere, was ein anderes Sicherheitsbedürfnis erklären mag, wie ich es ja schon im einleitenden Text geschrieben habe.
Falls sich also jemand von meinen Ausführungen angegriffen gefühlt hat, so möchte ich mich entschuldigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 23. Oktober 2010 12:23 
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Moderatorin a. D.

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Quietsch hat geschrieben:
Mara hat geschrieben:
Daher, sind wir froh, dass wir uns des Ferraris unter den STM's bedienen können :-).
*zustimm* Könntest Du das bitte einer französischen NFP-Beraterin mitteilen, mit der ich in regem Kontakt stehe? Und dann gleich noch betonen, dass Du selbst Ausbildnerin bist?! Sie sehen nämlich nicht ein, dass ihre Methode unsicherer als unsere ist (auch wenn Studien das zeigen. Aber die AG NFP hat die ja gefälscht bzw. irgendwelche Zahlen zusammengebastelt :roll: *kopfWand* *schrei* ).
Aber da die Methode ja nur für Frauen ist, die verheiratet sind und eh mal Kinder wollen, können sie irgendwie nicht nachvollziehen, dass es auch Frauen gibt, die mit einem PI von 2 nicht leben können und am liebsten 100%ige Sicherheit hätten. *hä*

Aber isch kann doch kein Französisch (sprechen) ;-).
Und ob ich da wirklich was erreichen könnte, möchte ich aufgrund der Aussagen anzweifeln. Scheinen ja leider ziemlich beratungsresistent zu sein :-(.

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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 23. Oktober 2010 13:33 
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Inventar

Registriert: 8. Februar 2008 11:16
Beiträge: 2215
Quietsch hat geschrieben:
Calypso hat geschrieben:
Was ich absolut dämlich finde, ist die als fruchtbar angenommene Mens. Wenn ich vor der Mens unfruchtbar bin, nach der Mens auch, und DANN ein Eisprung kommt - wo kommt dann ein befruchtungsfähiges Ei während der Mens hier. Echt komisch.
Das frage ich mich auch. Evt. hat das was mit dem religiösem Hintergrund dieser Methode zu tun, z.B. dass die Frau während der Mens als unrein gilt oder so, und sie deshalb die Mens gleich als fruchtbar annehmen? (Reine Spekulation!)

Das ist auch mir so in den Sinn gekommen.

Danke für deine Mühe!

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Die Blume kann gar nicht anders als leben. Wir aber können zu viel anderes. (R.M.Rilke)


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 Betreff des Beitrags: Re: Oh là là - Die französische NFP-Methode
BeitragVerfasst: 24. Oktober 2010 12:26 
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NFP-Gräfin

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Wohnort: Weißwurst-Äquator
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Ein Bekannter hat seiner französischen Freundin mal vorgeschlagen, dass sie NFP machen könnte, jetzt weiß ich auch, warum die Gute das vehement abgelehnt hat :mrgreen:

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Miriam mit ✪ (11/2015) im Herzen und Mini-Jungen (11/2016, 31. SSW)
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