Viktualia hat geschrieben:
Mercedes hat geschrieben:
...das Problem liegt mehr in den Katholischen Ehe - und Moralvorstellungen, denn Sex ist im Katholizismus immer noch zur Fortpflanzung da...
Obwohl ich zur Zeit mehr als genug an der römisch-katholischen Kirche zu kritisieren hätte, stimmt diese Ansicht trotzdem nicht. Insbesondere Papst Johannes Paul II hat hier einen großen Wandel "eingeleitet". Die Begründung ist nicht: "Sex dient nur der Fortpflanzung, also nicht verhüten", sondern "Sex ist so wertvoll und ein so großes Geschenk, dass wir achtsam damit umgehen müssen." Im Übrigen sind solche erzkatholischen Gruppen ja nicht "nur" gegen Verhütung sondern "predigen" auch gleichzeitig "kein Sex vor der Ehe". Das will im Jahr 2010 natürlich keiner hören, aber völlig neutral betrachtet wäre die Aidsproblematik sehr viel weniger vorhanden, wenn jeder nur Sex mit einer Person hätte. Trifft auf mich auch nicht zu und heutzutage will das wohl so gut wie niemand mehr, aber leugnen kann man das halt auch nicht.
Es ist nicht meine Ansicht, es sind unwiderrufene Enzyklika...
Ich zitiere mal aus den oben verlinkten Enzyklika, die immer noch Gültigkeit haben: hat geschrieben:
Eigenart der ehelichen Liebe
9. In diesem Licht wird die besondere Eigenart und Forderung der ehelichen Liebe deutlich. Es kommt sehr darauf an, daß man davon die rechte Vorstellung hat. An erster Stelle müssen wir sie als vollmenschliche Liebe sehen; das heißt als sinnenhaft und geistig zugleich. Sie entspringt darum nicht nur Trieb und Leidenschaft, sondern auch und vor allem einem Entscheid des freien Willens, der darauf hindrängt, in Freud und Leid des Alltags durchzuhalten, ja dadurch stärker zu werden: so werden dann die Gatten ein Herz und eine Seele und kommen gemeinsam zu ihrer menschlichen Vollendung. Weiterhin ist es Liebe, die aufs Ganze geht; jene besondere Form personaler Freundschaft, in der die Gatten alles großherzig miteinander teilen, weder unberechtigte Vorbehalte machen noch ihren eigenen Vorteil suchen. Wer seinen Gatten wirklich liebt, liebt ihn um seiner selbst willen, nicht nur wegen dessen, was er von ihm empfängt. Und es ist seine Freude, daß er durch seine Ganzhingabe bereichern darf. Die Liebe der Gatten ist zudem treu und ausschließlich bis zum Ende des Lebens; so wie sie Braut und Bräutigam an jenem Tag verstanden, da sie sich frei und klar bewußt durch das gegenseitige eheliche Jawort aneinander gebunden haben. Niemand kann behaupten, daß die Treue der Gatten - mag sie auch bisweilen schwer werden - unmöglich sei. Im Gegenteil. Zu allen Zeiten hatte sie ihren Adel und reiche Verdienste. Beispiele sehr vieler Ehepaare im Lauf der Jahrhunderte sind der Beweis dafür: Treue entspricht nicht nur dem Wesen der Ehe, sie ist darüber hinaus eine Quelle innigen, dauernden Glücks. Diese Liebe ist schließlich fruchtbar, da sie nicht ganz in der ehelichen Vereinigung aufgeht, sondern darüber hinaus fortzudauern strebt und neues Leben wecken will. "Ehe und eheliche Liebe sind ihrem Wesen nach auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft ausgerichtet. Kinder sind gewiß die vorzüglichste Gabe für die Ehe und tragen zum Wohl der Eltern selbst sehr bei (8)."
... und Verhütung ist meines Erachtens nicht gleichzusetzen mit einem unachtsamen Umgang

... zu der Vorstellung des 'einen' Sexpartners, womit weniger Aidsansteckungen zustande kommen muss ich zum einen Milchmädchen recht geben:
Milchmädchen hat geschrieben:
Ich verstehe wirklich nicht, warum sich "Kein Sex vor der Ehe" und "Wenn doch - das Fleisch ist leider nicht immer stark -, dann mit Gummi + Beichte" widersprechen. Beides wäre schließlich ein achtvoller Umgang mit unserem Leben und dem unserer Mitmenschen.
...abgesehen davon, dass ich unsere Beziehungs - und Sexualmoral zwar lebe, aber finde, dass es arrogant ist, davon auszugehen, dass alle Kulturen die irgendwann mal von der katholischen Kirche 'missioniert' wurden (oder auch nicht) sich in jedem Punkt den Vorstellungen der katholischen Kirche zu fügen haben - und wenn sie es nicht tun dafür mit dem Leben zu bezahlen haben...