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BeitragVerfasst: 28. April 2006 17:24 
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Moderatorin a. D.

Registriert: 6. Mai 2004 20:41
Beiträge: 1318
Wohnort: RLP
Hihi, ich hab mich gerade mit meiner Mutter darüber unterhalten. Sie ist da recht gut informiert, arbeitet bei einer Missions- und Familienzeitschrift - also quasi direkt an der Quelle.
Sie meinte nur würde ja mal Zeit, die Missionen würden ja eh schon lange Kondome verteilen. *daumenhoch*
Das Problem ist wohl vielmehr, dass die Menschen sie nicht benutzen. Oder falsch benutzen (zweimal verwenden etc.) weil ihnen das Bewußtsein und das Wissen fehlt.

Doch, ich finde das Thema interessant. Und diese spezielle Meldung immernoch amüsant. Ohje, ich wiederhole mich ;-)

Liebe Grüße
Sivie

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✿ Sivie mit ihren Mädels (09/09, 09/11, 08/15) und *(07/13)


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 Betreff des Beitrags: URL von Vatikan-Nachricht
BeitragVerfasst: 28. April 2006 17:47 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 16. April 2006 21:54
Beiträge: 380
Hab grad mal ein bißchen gegoogelt, weil ich den OT der Meldung mal nachlesen wollte: Hier der Link zu Radio Vatikan . Und bei stern.de steht auch was darüber.
Es ist ja generell von "ansteckenden Krankheiten" die Rede ohne näher auf die Umstände, unter denen man/frau daran erkrankt ist, einzugehen. Eine Möglichkeit ohne *lilabett* z. B. an Hepatitis / AIDS zu erkranken, ist durch eine Bluttransfusion (gab's alles schon).
In diesem Fall wäre die "Erfüllung der ehelichen Pflichten" dann nicht möglich ohne den Partner anzustecken, daher wären dann Kondome erlaubt. So könnte ich mir z. B. die Argumentation der kath. Kirche erklären. Nicht, daß ich das auch so sehe, aber da von Doppelmoral die Rede war, hab ich versucht, eine andere Erklärung zu finden.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 1. Mai 2006 15:19 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 17. Juli 2005 19:44
Beiträge: 58
*tiiieflufthol*

Also, einerseits gibt es das, was die katholische Kirche verlautbaren lässt, wobei sich da komischerweise immer alle auf die paar Sachen zum Thema Sexualmoral stürzen. Gut, das ist das eine, und für Katholiken sollte das auch einigermaßen verbindlich sein. Andererseits hat jeder Mensch ein Gewissen. Und seinem Gewissen muß man folgen. Steht so auch im Katechismus. Also, wenn einem das Gewissen sagt: Du könntest Deinen Partner anstecken mit einer tödlichen Krankheit, aber Kondome sind Sünde: dann mußt Du auf sexuelle Praktiken mit Infektionsrisiko verzichten und auf Kondome auch. Wenn Du aber sagst: also, wir lieben uns und wollen uns das auch körperlich zeigen (was innerhalb einer Ehe laut kath. Kirche nicht nur in Ordnung, sondern auch ein Geschenk Gottes ist, also positiv bewertet wird!), da gibt es aber diese blöde Krankheit die ich habe, aber wir könnten Kondome benutzen, dann wäre es ok, Kondome zu benutzen. Man muß das natürlich, auch bei weniger gravierenden Entscheidungen, immer gut abwägen, um zu einer verantwortlichen Gewissensentscheidung zu kommen.
In vielen Punkten im Bereich der Sexualmoral halte ich mich nicht an die Lehre der Kirche. Ich mache das aber, weil ich (könnt ich zT sogar mit der Bibel begründen) so für richtig halte, wie ich das handhabe. Würde ich denken: naja, die Kirche hat recht, aber es macht nunmal Spaß, also sündige ich halt ..das wäre nicht in Ordnung. Vor allem, da ich ja dann auch nicht vorhätte, mein (auch von meinem Gewissen als falsch erkanntes) Verhalten zu ändern, könnte ich das nichtmal beichten. Eine gültige Beichte setzt Einsicht in die Sünde und den Willen zur Umkehr voraus. Also heute mit Kondom (oder Pille, oder ohne, ist egal für das Beispiel) mit seinem Freund schlafen, morgen beichten gehen und wissen, daß man es übermorgen eh wieder tut, und überübermorgen,...das geht so nicht. Wenn ich etwas beichte, muß ich wissen, daß es objektiv gesehen (also vom kirchlichen Lehramt gesehen) eine Sünde ist, ich muß daß, was ich beichte, als Sünde empfinden, und wollen, daß ich diese Sünde nicht mehr begehe (auch wenn man natürlich im allgemeinen die selbe Sünde noch einige Male wieder begeht- aber der Wille, es nicht mehr zu tun und an sich zu arbeiten, muß da sein). Wie jemand auf die Idee kommen kann, es sei ok, trotz HIV-positiv ungeschützt Sex zu haben, nur damit bloß keine Kondome benutzt werden, also, das ist ungefähr genauso krank wie einige Frauen in Südamerika, die lieber einmal im Jahr abtreiben und das dann beichten statt regelmässig zu verhüten (nicht ausgedacht, gibts dort tatsächlich). Es geht um den Geist des Gesetzes, nicht um die wortwörtliche Befolgung auf teufelkommraus, egal mit welchen Konsequenzen das geschieht. (Kann man in der Bibel auch bei einem gewissen Jesus Christus nachlesen, dort zum Beispiel anhand der Sabbatruhe: natürlich soll man den Feiertag heiligen, aber wenn ein Kind in den Brunnen fällt, holt man das gefälligst auch am Sabbat da raus, auch wenn das mit Arbeit verbunden ist, die ja eigentlich verboten ist...versteht ihr? So ist das eigentlich bei allem. Man soll auch nicht lügen. Aber eine Familie, die unter den Nazis eine jüdische Familie versteckt, hätte natürlich, wenn eine Nachfrage kommt deswegen, lügen dürfen, um das Leben der versteckten (und das eigene) zu retten, auch wenn da zehnmal steht, daß man nicht lügen darf. Sorry für das drastische Beispiel, aber an sowas versteht mans meist am Besten, finde ich)
Sex darf nur in der Ehe stattfinden, und Sex und die Weitergabe des Lebens (das heißt nicht: Sex nur zur Zeugung und ohne Spaß (das war im Mittelalter teilweise so unter Einfluss der augustinischen Theologie, aber das führt jetzt wohl zu weit..), sondern: Sex nur in dem Bewusstsein, daß es zu einer Zeugung kommen kann und Kinder ein Geschenk sind, die zu einer Ehe und zu Sex dazugehören, also: Sex unter Offenheit für neues Leben) dürfen nicht durch künstliche Mittel (NFP ist ausdrücklich erlaubt) getrennt werden. Das heißt aber nicht: ok, das ist jetzt außerehelich, also darf ich jetzt eh machen was ich will, sündigen tue ich sowieso...Wenn man zum Beispiel fremdgeht, ist das natürlich eine Sünde (sogar eine Todsünde). Wenn man dabei nichtmal ein Kondom verwendet, also den betrogenen Partner auch noch einem Krankheitsrisiko aussetzt, kommt aber nochwas dazu (vor allem in Ländern mit so exorbitanten Aidsraten wie in den meisten afrikanischen Ländern). Steht so nicht im Katechismus, hab ich aber mit meinem Beichtvater drüber geredet (nur theoretisch, gab keinen praktischen Anlass, nicht dass hier jetzt Gerüchte aufkommen ;-) , war nur zum gucken, ob mein Sündenverständnis halbwegs koscher ist.

Die ca 50% Christen in Afrika sind, wie schon angemerkt wurde, mitnichten alle katholisch. Es gibt auch Statistiken, die zeigen, daß Länder mit hoher katholischer Bevölkerungsquote niedrigere Aidsraten haben. Eine wichtige Rolle spielt das Männlichkeitsbild und das tatsächliche Sexualverhalten. Letztens lief ne Doku auf nem seriösen Sender. Eine afrikanische Kondomfirma hat ne Party gesponsert, es gab Kondome, es gab ne Menge Aufklärung, coole Musik, Leute, die aus ihrem Leben erzählt haben mit teils sehr, sehr tragischen Geschichten, es gab das Ok der Kirche vor Ort- die Typen, die dann zu später Stunde n Mädel abgeschleppt haben, sagten auf Nachfrage hin, daß sie aber keine Kondome benutzen würden, weil sie ja gesund aussähe und das nur was für Weicheier ist, das würde sich ja so kastriert anfühlen und echte Männer benutzen sowas nicht. In dem Land lag die Quote so um die 45%, glaub ich (Aidsquote, mein ich jetzt).
Da kann mir jetzt keiner erzählen, daß da die böse katholische Kirche dran schuld wäre. Das ist einfach Machismo vom Feinsten, selbst wenn der Papst höchstpersönlich Kondome verteilen würde, es brächte nichts.


Außerdem tun wir immer so, als wären die in Afrika alle ein bißchen dumm und wären nicht in der Lage, abzuwägen, und deshalb müssten wir denen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben und ihnen auch schön offiziell erlauben, Kondome zu verwenden. Wir in Europa können da abwägen, und die meisten Afrikaner können das auch. Afrika ist arm, nicht dumm.
In den Großstädten dort gibt es ne Menge Aufklärungskampagnen, es ist nicht so, daß da immer der weiße Mann kommen muß um denen zu erklären, wie der Hase läuft. Natürlich gibt es dort noch unaufgeklärte Gebiete und Leute, die keine Ahung haben (gibts hier nebenbei auch ne Menge von). Aber nicht in der Masse, das man damit diese enormen Zahlen grade in den Großstädten erklären könnte, genau dort, wo es auch Aufklärung und Gesundheitsstationen und Kondome gibt. Auf dem Land, wo es das alles nicht gibt, ok, das ist was anderes. Dahin kommt Aids aber auch überwiegend über die Männer, die in die Städte gehen zum Geldverdienen und dann neben dem Geld auch noch ihre dort erworbene Infektion mit nach Hause bringen. Selbst in den Slums gibts Aufklärung, Straßentheater, Gesundheitsstationen, die Kirche organisiert Pflegedienste und klärt die Leute auf (meist anhand des ABC- Schemas: abstinence, be faithful, condoms- also Abstinenz vor der Ehe, Treue in der Ehe, und wenn man das nicht packt, soll man Kondome benutzen!).

Und, das hatte ich schon erwähnt, Sex ist kein hinzunehmendes Übel zur Kindererzeugung, sondern ein Geschenk Gottes, daß es verantwortlich zu nutzen gilt. Die Kirche sieht das innerhalb der Ehe und mit der prinzipiellen Offenheit für Kinder verwirklicht. Dabei dürfen Paare durchaus Spaß haben und miteinander schlafen, ohne gerade ein Kind zu wollen ( sonst wäre Sex während der unfruchtbaren Phase verboten).

Vieles, was hier und anderswo geschrieben wurde, zeugt für mich nicht davon, daß man die Kirche fertig machen will, sondern davon, daß man unzureichend bis gar nicht darüber informiert ist, was Kirche eigentlich will. Die Medien sind da auch nicht sehr hilfreich. Am besten Gläubige fragen (die sollten nur vielleicht nicht grade aus dem rechtskatholischen Milieu kommen, da geistern tatsächlich sehr eigenartige Sachen herum...) und mal selber an die Quellen gehen. Naja, und dann halt immer dieses festklammern am Buchstaben statt am Geist bzw. Sinn, das ist aber durchaus vor allem auch ein innerkirchliches Problem, klar daß das dann von außen erst recht so gehandhabt wird...

Liebe Grüße, abitibi

PS zu Spanien fällt mir folgendes ein: die sind zwar katholisch, aber ich weiß nicht, inwieweit das im praktischen Leben noch ne Rolle spielt, vielleicht sind die schon ähnlich säkularisiert wie wir hier in D. Dazu kommt meiner Meinung nach in Spanien (wurde mir von Freundinnen, die längere Zeit dort waren, bestätigt, und auch die Zahlen bzgl. häuslicher Gewalt sprechen Bände:) ein gewisser Machismo. Und: Spanien hat enorm viele illegale Einwanderer aus Afrika, könnte auch ne Rolle spielen.

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D'ailleurs, c'est toujours les autres qui meurent. -M. Duchamp


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BeitragVerfasst: 1. Mai 2006 19:41 
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NFP-Königin

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Hast du sehr schön geschriebenm, abitibi! *daumenhoch*


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BeitragVerfasst: 1. Mai 2006 20:21 
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hat sich gut eingelebt

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zum glück hat die kirche heute nicht mehr diesen einfluß auf die menschen wie früher, wo sie damals z.b. schon die einehe vorschreiben konnte, welche sich bis heute in den köpfen verankern konnte. also wenn ihr euch nicht anstecken wollt, dann enthaltet euch bitte!!!! so wie es die kirche/papst (heute) gerne hätte.
*kopfschüttel* über soviel naivität. darüber verschwende keine gedanken mehr......


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BeitragVerfasst: 22. Mai 2006 13:13 
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Kurven-Rätslerin

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Wo ich grad mal hier drauf gestoßen bin...

@zickie Aber wieso ist denn eure/ deine Ansicht richtiger, als die des Vatikans? Ich denke, ihr könntet euch hinsetzen und tagelang diskutieren und beide Seiten hätten so viele Argumente, dass man sich sowieso nicht einigen könnte, so einfach ist das nämlich nicht. Im Vatikan arbeiten höchstintelligente Menschen, die selbstverständlich auch ihre Arbeiter im "Außendienst" haben und die berichten, wie die Lage ist. Die werden schon nicht aus reiner Freunde diese "Regeln" aufstellen - das ist Interpretation der Lehre Gottes von der katholischen Kirche.

Und nochmal zur Diskussion von SChaf und Sanfte: Wo wird mir denn vorgeschrieben, was einen "guten" Christen bzw Katholiken ausmacht? Bin ich nur dann berechtigt, mich Katholik zu nennen, wenn ich ALLES befolge?
Um sich Katholik nennen zu dürfen, muss man hinter dem Glaubensbekenntnis stehen, voll und ganz und jedesmal, wenn ich es spreche - das macht den Glauben aus. Der Rest ist jedem selbst überlassen. Und natürlich beichte ich meinen Sex nicht ;-) Ich wollte damit sagen, dass jeder Mensch schwach sein kann und trotz unendlicher Treue auch sündigen kann, vor allem im Glauben und dafür ist die Beichte da um zur Besinnung zu kommen.


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BeitragVerfasst: 22. Mai 2006 14:23 
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NFP-Kaiserin

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Also was ein guter und ein schlechter Katholik ist, überlasse ich mal der katholischen Kirche als Wertung ;-)
Aber grundsätzlich finde ich schon, dass man die meisten "Regeln" befolgen sollte - denn sonst hat es wirklich keinen Sinn. Und gerade, wenn man gewisse Regeln aus Bequemlichkeit nicht einhält oder weil man einfach nicht will (z.B. die Verhütung), dann sehe ich das sehr wohl als Bruch an. Entweder ich halte mich an strenge Regeln, die die katholische Kirche auferlegt oder ich halte mich nicht daran. Aber dann bin ich eben auch nicht "streng" gläubig ;-)

Fehler können natürlich passieren, aber dazu zählt nicht, wenn man vorsätzlich gewisse Dinge nicht einhalten will!

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BeitragVerfasst: 22. Mai 2006 16:07 
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NFP-Königin

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dieSanfte hat geschrieben:
Also was ein guter und ein schlechter Katholik ist, überlasse ich mal der katholischen Kirche als Wertung ;-)


Nein, die katholische Kirche ansich würde sich niemals solch eine Wertung anmaßen. Gott wird unser einziger "Richter" sein und nur ER allein ist es, der uns im tiefsten unseres Inneren kennt. Richten ist hier auch nicht das richtige Wort, denn im Grunde werden wir uns später selber "richten", d.h. wir werden einfach nicht fähig sein in Gottes Nähe zu gehen, wenn wir nicht in der "Gnade" stehen.

dieSanfte hat geschrieben:
Aber grundsätzlich finde ich schon, dass man die meisten "Regeln" befolgen sollte - denn sonst hat es wirklich keinen Sinn. Und gerade, wenn man gewisse Regeln aus Bequemlichkeit nicht einhält oder weil man einfach nicht will (z.B. die Verhütung), dann sehe ich das sehr wohl als Bruch an. Entweder ich halte mich an strenge Regeln, die die katholische Kirche auferlegt oder ich halte mich nicht daran. Aber dann bin ich eben auch nicht "streng" gläubig ;-)


Natürlich ist man als Katholik stehts bemüht alles richtig zu machen, aber selbst die "Heiligen" haben täglich mehrmals gesündigt. Das macht uns nicht zu schlechten Katholiken, weil wir einfach bis zum Lebensende "fehlbar" sein werden.
Deshalb schenkte uns Jesus ja die Beichte und Buße. Wer schon einmal gut gebeichtet hat, der kennt das erhebende und unverwechselbare Gefühl hinterher. Meiner Meinung nach das gigantischste Sakrament, dass die Kirche kennt... ähm neben der Eucharistie... wobei sich die beiden ja bedingen. Es gibt keine würdige Kommunion ohne die Beichte!

Was mich persönlich anbelangt betreibe ich NFP nun schon ziemlich lange als einzige Verhütungsmethode... mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen (Kondom). Das ist schon eine richtige Herausforderung und ich habe es früher auch nicht so genau genommen. Aber man wächst als Katholik ja auch und entwickelt sich weiter. Heute finde ich es für mich und meinen Glauben sehr wichtig. Früher konnte ich es ohne weiteres verantworten mit Kondomen oder dergleichen zu verhüten.
Im übrigen beichte ich meine Kondomausrutscher und ich gelobe stehts Besserung ... meist klappt es ja auch!

Ich habe hier viele, sehr gute Beiträge gelesen und finde es toll, dass alle hier so sachlich miteinander umgehen. Man darf einfach nicht vergessen, dass manche sehr viel tiefer im Glauben stehen als andere.. manche gar nicht. Und während ich hier nicht meine Aufgabe sehe jemanden zu bekehren, sollte man den Gläubigen hier ihre Ansichten auch "lassen".

Ich finde die Diskussion total klasse *daumenhoch*

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Schnecke
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BeitragVerfasst: 22. Mai 2006 17:40 
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Kurven-Rätslerin

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@schnecke Schön ausgedrückt.

Aber ich denke trotzdem, dass es kein Bruch ist, wenn ich nicht alle Regeln der Kirche befolge, solange es mir selbst dabei gut geht und das ist es was Gott will. Er will das Leben nicht einengen, sondern erweitern. Und für mich bedeutet Erweiterung auch die Einnahme von der Pille oder das Benutzen eines Kondoms. Was wäre ich denn, wenn ich durch das angebliche brechen dieser Regel kein Katholik mehr wäre, aber dem katholischen Glaubensbekenntnis zustimme? Der katholischen Kirche fühle ich mich hingezogen, den Lehren, den den Ansichten. Ich sehe daher keinen Grund, dass ich so "Nebenherregeln" befolgen muss, um mich Christ oder Katholik nennen zu dürfen.
Aber vielleicht versteht man das nur, wenn man tief in der Materie "steckt"? *nixweiss* Also an einen Gott glaubt, die Predigten hört, die Gemeinde erfährt... Manche stellen sich das hier vor, wie ein Gefängnis "du musst dies und das" - das ist heute nur noch bei einer kleinen Gruppe so, die wirklich jedes Wort des Papstes befolgt. Die junge Generation bildet eine lebendige Kirche mit einem gütigen Gott, der liebend ist wie Vater und Mutter in einem.
Ich persönlich hoffe, dass mir Gott verzeihen kann, dass ich zu schwach bin, um der Regel zu folgen, wenn es das ist, was er will. Ich kann einfach nicht anders.


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BeitragVerfasst: 22. Mai 2006 18:28 
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NFP-Kaiserin

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Regentropfen hat geschrieben:
Aber ich denke trotzdem, dass es kein Bruch ist, wenn ich nicht alle Regeln der Kirche befolge, solange es mir selbst dabei gut geht und das ist es was Gott will. Er will das Leben nicht einengen, sondern erweitern.


Aus diesem Grund glaube ich an einen Gott/höheres Wesen - aber nicht an die katholische Kirche. Und "mein" Gott stellt keine solchen irdischen Regeln auf. Ich lebe, wie es mir mein Gewissen und meine Moral sagt, wie man das eigene/fremde Leben positiv behandeln und verändern soll - und danach kann ich später "gerichtet" werden. Man kann Gott als höhere Macht eben nicht erfassen und sich nach Regeln zu richten, die Menschen aufgestellt haben, finde ich eben nicht adäquat. Aber das ist eben meine Sicht der Dinge ;-)

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BeitragVerfasst: 22. Mai 2006 18:51 
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Kurven-Rätslerin

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Ja, aber einfach an einen Gott zu glauben, das könnte ich nicht. Ich glaube an die katholische Kirche und brauche die Lehren und die Gemeinschaft um meinen Glauben ausüben zu können.


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BeitragVerfasst: 22. Mai 2006 19:46 
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NFP-Königin

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Regentropfen hat geschrieben:
Ja, aber einfach an einen Gott zu glauben, das könnte ich nicht. Ich glaube an die katholische Kirche und brauche die Lehren und die Gemeinschaft um meinen Glauben ausüben zu können.


Da gehts es mir genauso *daumenhoch*

Ich denke es ist einfach sich eine eigene "Religion" zurechtzubasteln, den Umständen entsprechend oder weils grad so gut ins Konzept und Leben passt. Jede Religion hat ihre Regeln und in keiner Religion dieser Welt wird so an den Glaubenslehren gedreht wie in der r.k. Kirche.
Für mich ist das hier auf der Welt einfach kein Wunschkonzert, sondern etwas was ich meistern muss um dann an mein eigentliches Ziel zu kommen.
Mal sehn obs letztendlich auch klappt ;-)

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Schnecke
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BeitragVerfasst: 23. Mai 2006 00:01 
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NFP-Kaiserin

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Irgendwie klingt es von gläubigen "offizieller" Glaubensgemeinschaften meiner Meinung nach oft so, als würden es sich Leute die sich ihren eigenen Glauben suchen, ohne Gemeinschaft, irgendwie leicht machen. Ich finde aber, wir haben es viel schwerer.
Als Beispiel: Kathoöische Menschen haben die Beichte. Und Jesus der für die gestorben ist, also haben sie eigentlich keine Sünden, aber sie beichten und dann sind sie ohne Sünde und fühlen sich besser. Ich weiß, das ist sehr sehr einfach ausgedrückt und mag komisch klingen, aber für mich scheint es so. Ich dagegen habe so etwas nicht. Wenn ich für mich gegen meine eigenen Moral oder gegen meine von mir gestellten Grundsätze gehe, dann mache ich das mit mir aus. Dann muss ich damit klar kommen, dass ich einen "Fehler" begangen habe. Was soll hieran einfacher sein?
Aber es ist spät, und morgen muss ich eine Ethik Klausur schreiben. Also muss ich mich beeilen die ganzen neuen Beiträge noch schnell zu lesen. ;-)

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good things are coming


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BeitragVerfasst: 23. Mai 2006 00:18 
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Moderatorin a. D.

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Regentropfen hat geschrieben:
Ja, aber einfach an einen Gott zu glauben, das könnte ich nicht. Ich glaube an die katholische Kirche und brauche die Lehren und die Gemeinschaft um meinen Glauben ausüben zu können.


Ich habe jetzt nur die beiden letzten Seiten des Threads gelesen, aber diesen Satz kann ich nicht so wirklich nachvollziehen. Ohn ejemanden persönlich angreifen oder einen Glauben in Frage stellen zu wollen: Aber die Kirche, in der Form, in der es sie gibt, wurde doch vom Menschen erschaffen und nicht von Gott. Deshalb kann ich es nicht ganz nachvollziehen, wie man an die Kirche an sich glauben kann. Ist das nicht ein bisschen so, als würde ich an den Bundestag glauben?! Das ist jetzt überspitzt formuliert, aber ich würde mich freuen, wenn mir das jemand erklärt.

Liebe Grüße vom gräschen

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"Leute, vielleicht schafft ihr es ja, diesen Sprung vor mir zu schaffen - bevor ihr dann Krebs kriegt oder so - dass ihr da schon wisst, warum ihr hier seid und was ihr alles tun könnt, wie viele Möglichkeiten wir haben: Wir haben verdammt viele Möglichkeiten nur haben wir alle so schlechte Laune. Das verstehe ich nicht." Christoph Schlingensief, Oktober 2009


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BeitragVerfasst: 23. Mai 2006 08:00 
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Kurven-Rätslerin

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@Gräschen Die Kirche ist von Gott gewollt. Dazu kann man sogar mehrere Bibelstellen zitieren.
Auch zu Jesu Zeiten gab es die gemeinschaft, wenn es auch nur die Jünger waren und Jesus, der sie lehrte. So wie heute die Gmeinde und der Papst. Der Papst (damals Petrus) wurde von Gott zu einem solchen ernannt, der "die Schafe hütet".

Also kann man nicht sagen, dass sich das irgendein Typ damals ausgedacht hat ;-)


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