Für viele - auch für mich- ist es ja auch sehr peinlich.
Wenn ich mir überlege, wie ich damals war:
Möglichst weite Sachen angezogen, damit ja niemand merkt, dass ich Brüste bekomme. Bloß niemanden ahnen lassen, dass ich meine Tage hab. Beim Thema Sexualität und Entwicklung des Körpers puterrot werden und sich verkrümeln. Die Eltern bloß nicht merken lassen, dass ich einen Jungen toll finde. Dauergedanke: Wenn ich mal einen Freund habe, wie verberge ich das vor meinen Eltern?
und so weiter...
Und wenn ich dran denke, wie meine Mutter reagiert hat- sich erstmal gefreut, ich fand es peinlich. Ich wollte nur, dass sie mir verrät, wo sie ihre Binden versteckt (Im Keller. Da wär ich nie im Leben drauf gekommen), sie wollte mir zeigen, wie man sie verwendet.
Ich habe gesagt, da wirds ja wohl ne Gebrauchsanweisung geben, lesen kann ich selber, sie war beleidigt. (Aber echt, wer will schon, dass einem die Mutter Binden in den Slip klebt?

Sie muss mich wohl echt noch für ein sehr kleines Kind gehalten haben, dabei war ich 12).
Die familieneigene Bezeichung der Binden als "Windeln" machte es auch nicht gerade besser.
Für mich war es ein Geständnis, zu dem ich gezwungen wurde.
Wenn ich mal Kinder habe, werd ich kein Geheimnis draus machen, wo ich das alles hintu.
Da werden verschiedene Binden, Tampons und eine Menstasse liegen. Aber ich zwing mein Kind nicht durch Verstecken zu intimen Gesprächen, für die es noch gar nicht bereit ist.