Maya82 hat geschrieben:
Mhm, ich hab "innen" noch nie feucht empfunden, auch wenn da genügend Schleim vorhanden ist. Ich empfinde feucht eher am Scheideneingang. Aber vielleicht habe ich da noch nicht genug Körperempfinden?
Wie ist das bei Rötzer mit dem Mumu, zählt der als gleichwertige Alternative zum Schleim oder zählt beides obligatorisch zusammen?
1.
f kann heißen, dass man das Gefühl hat es würde innen fließen. Oder ein feuchtes Gefühl,während man außen noch keinen Schleim sieht. (Man soll bei den Gefühl gleich nachschauen)
Wenn der Schleim sichtbar ist, ist es S und nicht mehr f.
Bei S gibt es kein S und S+. Man schreibt S und beschriebt ihn dann mit eigenen Warten und oder Abkürzungen über dem Buchstaben S.
z.B. gl (glasig), gbl(gelblich), ew(Eisweißschleim) usw.
Sonderegel: Wenn f am gleichen Tag wie der erste S auftritt notiert man das auch so : f/S wird dann eingetragen.
Wenn immer f zuerst kommt kann man davon ja sehr viel ableiten.
Dass er darauf hinweist, dass f etwas anderes ist als in anderer Literatur meint wohl eher nicht die Regeln der AG NFP.
Er meint wohl eher Billings und andere Natürliche Methoden ( es wird z.b. auch die symtothermale Methode von Paul Thyma erwähnt, wie auch Margaret Nofziger und die Methode von John und Sheila Kippley) Die Regeln der AG gab es bei erscheinen von Rötzers Buch noch gar nicht und in N&S ist eine Danksagung an Prof. Dr. med. Josef Rötzer, dass er sein Material zur Verfügung gestellt hat.
Thyma hat übrigens den Begriff "double check" geprägt.
Die AG NFP verbindet Thyma und Rötzer bei der Wertung von Temperaturanstieg und Schleimhöhepunkt.
2.
Rötzer stellt die Muttermundbeobachtung schon als Alternative zur Schleimbeobachtung vor. Er betont auch, dass die Sicherheit sich nicht verbessert wenn man beides Auswertet. Es muss IMMER Temperatur und ein anderes Zeichen zum auswerten genutzt werden.
Er merkt nur an das z.B. manche Frauen in Entwicklungsländern mit Mumubeobachtung alleine sehr sicher verhüten. "Nur Muttermund" ist wohl am eindeutigsten, wenn schon nur ein Zeichen beobachtet.
Ich würde aber sagen, er will damit vor allem veranschaulichen wie wichtig ein Gefühl für den eigenen Körper ist.
Er geht auch darauf ein, dass Frauen in Entwicklungsländern (vor allem Naturvölkern) die Schleimbeobachtung leichter fällt.
Erklärt wird das damit, dass die Kleidung besser für die Vaginalflora ist (weniger Pilze, Vaginosen, ständiger Ausfluss) und dass die Frauen weniger gehemmt sind sich selbst zu untersuchen.
Ich denke diese Passagen hatten bei der ersten Veröffentlichung durchaus eine Berechtigung. Immerhin war die Erstauflage schon 1965.
Übrigens hat Rötzer auch ein Zeichen für Ausfluss. Und Tipps wie man ihn los wird.
Und Rötzer legt großen Wert darauf, dass es sich nur um NER handelt wenn man in der Fruchtbaren Zeit abstinent ist.
Trotzdem gibt es eigene Zeichen für CI (A) , oder Verhütung mit Karrieremethode von Frau (F) oder Mann (M).
Und noch eine Sonderregel X (also Verkehr mit Samenerguss in der Scheide, ohne jede weitere Verhütung) kann man auch im nur für den letzten Verkehr vor der Fruchtbaren Zeit und den ersten Verkehr danach angeben. Diese beiden sind ja entscheidend, wenn man die Auswertung überprüft. Übrigens soll man mit der Stelle im Kästchen wo man das X macht ungefähr die Uhrzeit zeigen. Links im Kästchen ist morgens, Mittig wäre tagsüber,rechts wäre abends.
Das finde ich übrigens auch toll.
Es wird erklärt wie man im Nachhinein den Zeitraum eingrenzt zu dem der Eisprung war.
Als Gegenkontrolle, dass man richtig ausgewertet hat.
Spannend, aber bei ersten lesen irritierend finde ich, dass er beim erklären immer wieder Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu älteren natürlichen Methoden aufführt.
Ich hoffe mein Beitrag ist nicht zu wirr und für interessierte brauchbar.
Falls es nachfragen geben sollte, schau ich in das Thema nochmal rein.
