Vielleicht kann ich bißchen Ordnung in das Chaos bringen. Meine Vorlesung zum Thema Kunststoffe liegt zwar einige Semester zurück, aber ein klein wenig davon ist doch hängen geblieben.
Zunächst:
Mie hat geschrieben:
Wenn man die Formen selbst machen kann (sowas gibts als Lehrberuf, ich weiß nur nicht mehr wie der heißt

) dann ist es nicht so teuer.
Nennt sich Werkzeugmechaniker, mein Bruder hat diesen Beruf gelernt.
Allerdings sind für die Herstellung der Formen einige Maschinen, z.B. Fräsmaschine, nötig und um diese selbst herzustellen, wäre es nötigt derartige Maschinen zur Verfügung zu haben. Stellt man eher selten neue Formen her ist es sicher günstiger diese zu zu kaufen und sich nicht selbst entsprechende Maschinen zu kaufen.
Und zu den Kosten für die Produktionsmittel:
Ich denk da ist einiges durcheinander geworfen worden, von welcher Seite sei mal dahin gestellt. Die Aussage mit dem Preis eines Kleinwagens bezieht sich wohl eher auf die komplette
Spritzgießmaschine, nicht auf die Form an sich. Und die Maschine scheint ja eben schon vorhanden zu sein, wenn dieser Cupproducer auch sonst im Bereich Kunststoffspritzguss tätig ist.
Der Preis für
Spritzgießwerkzeuge, also die Formen, liegt meines Wissens nach eher um den Faktor 10 niedriger als für die Maschine, also eher im Bereich von 1000-3000 Euro. Wobei das sicher sehr mit der Komplexität des herzustellenden Bauteils und damit der Form, schwanken wird. Also wie viele Formteilungen werden benötigt, wie viele kleine Details müssen realisiert werden usw. Die Form einer Menstruationstasse ist dabei wahrlich nicht als komplex zu bezeichnen. Jedenfalls nicht im Vergleich zu anderen Teilen die durch Spritzgusstechnik hergestellt werden.
Wäre es tatsächlich so, dass der Preis der Form im Bereich eines Kleinwagens läge, nehmen wir der Einfachheit halber mal 20000 Euro an, dann hätte er schon jetzt mindestens 2 Formen, also 40000 Euro investieren müssen, aufgrund der 2 Größen. Wenn man annimmt, er kann pro Meluna ca. 5 Euro Gewinn machen (für eine genaue Einschätzung fehlt mir das Wissen über Rohmaterialkosten, Energiekosten, Personalkosten), dann müsste er alleine 8000 Stück verkaufen ehe sich die Formen anfangen zu rentieren. Und dabei gehen ich noch davon aus, dass er die verschiedenen Formen der Meluna, also Kugel, Stiel usw. nicht durch komplett eigenständige Spritzgießformen, sondern durch, in eine "Universalform" einlegbare, Zusatzteile realisiert. Sonst wäre man ja schon bei 2x4 Formen.
Ich denke es wäre deutlich besser gewesen der Cupproducer hätte versucht diese Unterschiede deutlicher zu erklären, er muss ja keine genauen Zahlen, wie viel was gekostet hat, nennen. Aber die ungefähren Größenordnungen sollten schon stimmen, würde sicher zur Seriösität beitragen. Wobei diese ja auch durch die seltsamen Volumenangaben sehr gelitten hat. Wenn er sich blind auf die Angaben verlassen hat die ihm sein CAD-Programm ausgespuckt hat, dann würde ich das schon beinahe fahrlässig und inkompetent nennen. Klar reicht es für eine erste ungefähre Angabe, aber die tatsächliche Menge am Prototyp nachzumessen sollte wirklich kein all zu großer Aufwand sein.